Der wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilte frühere Polizeichef Grant Hardin ist nach einer 12-tägigen Flucht unweit des Gefängnisses, aus dem er entkommen war, festgenommen worden. Er hatte sich als Gefängniswärter verkleidet und das Gefängnis am 25. Mai durch ein Sicherheitstor verlassen, das ihm ein ahnungsloser Mitarbeiter geöffnet hatte.
Hardin, 56, wurde am 6. Juni gegen 15 Uhr in einem dicht bewachsenen Gebiet nahe dem Moccasin Creek, etwa 2,5 Kilometer westlich der Haftanstalt North Central Unit, entdeckt. Suchhunde hatten seine Spur aufgenommen und die Beamten direkt zu ihm geführt. Trotz aufwendiger Suche mit Drohnen, Hubschraubern und Hunderten Einsatzkräften hatte schlechtes Wetter die Ermittlungen zunächst erschwert.
Nach seiner Festnahme wurde Hardin zunächst in der ursprünglichen Einrichtung überprüft und anschließend in die Hochsicherheitsanstalt Varner Unit im Süden von Arkansas überstellt, wie Sprecher Rand Champion vom Justizministerium erklärte.
Hardin war zu insgesamt 80 Jahren Haft verurteilt worden – unter anderem wegen der Ermordung eines Wasserwerksmitarbeiters im Jahr 2017 sowie einer Vergewaltigung im Jahr 1997, die durch einen DNA-Abgleich nachträglich aufgeklärt werden konnte. Seine Taten wurden 2023 in einer True-Crime-Dokumentation unter dem Titel Devil in the Ozarks aufgearbeitet.
Laut Ermittlungsakten verließ Hardin das Gefängnis am 25. Mai am helllichten Tag in einem improvisierten Uniform-Outfit, das er selbst angefertigt hatte. Auf Überwachungsbildern ist er zu sehen, wie er mit einem beladenen Wagen durch ein Tor schiebt – ohne Verdacht zu erregen. Erst 20 Minuten später bemerkte ein Beamter sein Verschwinden.
Trotz der groß angelegten Fahndung hatten die Ermittler zunächst angenommen, Hardin sei möglicherweise weit gereist. Doch offenbar hatte er sich die ganze Zeit über in der Nähe versteckt gehalten. Die Wasserstände am Moccasin Creek, die infolge heftiger Regenfälle ungewöhnlich hoch waren, hatten seine Bewegungen stark eingeschränkt – und gleichzeitig die Suche behindert.
In den kommenden Tagen soll Hardin offiziell vernommen werden. Die Behörden prüfen zudem, wie es zu dem Ausbruch kommen konnte und ob interne Sicherheitslücken im Gefängnissystem vorliegen.