Die deutsche Industrie steckt weiter in der Krise – und das mit spürbaren Folgen für den Arbeitsmarkt. Einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zufolge verlor die Industriebranche binnen eines Jahres mehr als 100.000 Arbeitsplätze. Zum Stichtag Ende März 2025 zählte der Sektor noch rund 5,4 Millionen Beschäftigte, was einem Rückgang von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Besonders hart trifft es die Automobilindustrie
Die Studie zeigt: Am stärksten betroffen ist die Autoindustrie – das einstige Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Strukturelle Herausforderungen durch die Transformation zur Elektromobilität, nachlassende Nachfrage sowie hohe Energiepreise und internationale Konkurrenz setzen den Herstellern zunehmend zu.
Die Lage sei „ernst“, warnt EY-Industrieexperte Peter Fuß:
„Die deutsche Industrie steht an einem Wendepunkt. Wer jetzt nicht investiert, verliert den Anschluss.“
Ursachen: Kosten, Unsicherheit, Transformation
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, schwacher Konjunktur, Fachkräftemangel und bürokratischer Belastung dämpft die Investitionsfreude der Unternehmen. Hinzu kommt der zunehmende internationale Wettbewerbsdruck – insbesondere durch Produktionsverlagerungen ins Ausland, wo Energie und Arbeitskraft günstiger sind.
Ausblick: Strukturwandel dringend nötig
Die Studie von EY unterstreicht, dass ein reiner Sparkurs langfristig nicht reicht. Notwendig seien Innovationen, Digitalisierung und politische Rahmenbedingungen, die Investitionen begünstigen. Ohne neue Impulse droht eine dauerhafte Erosion industrieller Stärke, warnt der Bericht.