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Greenpeace protestiert in Paris mit gestohlener Macron-Figur gegen russische Gas- und Düngemittelimporte

Wolfgang-1958 (CC0), Pixabay

Mit einer aufsehenerregenden Protestaktion hat die Umweltorganisation Greenpeace in Paris am Montagvormittag gegen die anhaltenden Handelsbeziehungen Frankreichs mit Russland demonstriert. Ziel der Aktion: die französische Russlandpolitik – und in Personifikation Präsident Emmanuel Macron, dessen Wachsfigur zuvor aus dem bekannten Pariser Wachsfigurenkabinett Musée Grévin entwendet wurde.

Die Aktion: Wachsfigur vor der russischen Botschaft

Drei Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten, zwei Frauen und ein Mann, verschafften sich nach bisherigen Erkenntnissen bereits am frühen Morgen Zugang zum Musée Grévin und entnahmen dort die Wachsstatue von Macron. Anschließend transportierten sie die lebensgroße Figur zur russischen Botschaft in der Rue de Grenelle, einem stark gesicherten Viertel im 7. Arrondissement.

Vor dem Botschaftsgebäude positionierten sie die Figur und enthüllten ein großflächiges Transparent mit der Aufschrift: „Die Ukraine brennt und die Geschäfte laufen weiter.“ Die Aktion wurde von Greenpeace als bewusste Provokation inszeniert, um auf die aus ihrer Sicht widersprüchliche Haltung der französischen Regierung aufmerksam zu machen – nämlich auf der einen Seite die Ukraine politisch und militärisch zu unterstützen, auf der anderen Seite jedoch wirtschaftlich weiterhin in großem Stil russisches Gas und Düngemittel zu importieren.

Hintergrund: Handel trotz Sanktionen

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Frankreich wie viele EU-Staaten eine Vielzahl von Sanktionen gegen Russland mitgetragen – darunter auch im Energiesektor. Gleichzeitig importieren französische Unternehmen weiterhin verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Russland, das an Terminals in der Bretagne oder in Dünkirchen ankommt. Auch bei Stickstoffdüngern und Phosphatprodukten ist Russland nach wie vor ein bedeutender Handelspartner.

Laut Greenpeace widerspricht dieses Verhalten dem öffentlich propagierten Ziel, Russland wirtschaftlich zu isolieren. Die Organisation wirft der französischen Regierung vor, mit zweierlei Maß zu messen und durch die fortgesetzten Importe indirekt den Krieg gegen die Ukraine mitzufinanzieren. Die Wahl der Wachsfigur Macrons sei bewusst erfolgt, so Greenpeace, „weil der Präsident Symbol einer Doppelmoral sei, die nicht länger hingenommen werden könne“.

Polizei schreitet ein – Figur zurückgegeben

Die Polizei griff schnell ein und nahm die drei beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten noch vor Ort in Gewahrsam. Gegen sie wird nun wegen Diebstahls, Störung der öffentlichen Ordnung sowie wegen unerlaubter Versammlung ermittelt. Die Wachsfigur wurde sichergestellt und mittlerweile an das Musée Grévin zurückgegeben, das den Diebstahl ebenfalls zur Anzeige brachte.

Das Museum zeigte sich „schockiert über den Vorfall“, verwies aber darauf, dass die Figur inzwischen unversehrt zurück sei. Der Vorfall hatte bereits in den Morgenstunden zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen rund um das Museum geführt.

Politische Reaktionen und mediale Resonanz

Bislang gibt es keine offizielle Reaktion der französischen Regierung auf die Greenpeace-Aktion. In den sozialen Medien und Nachrichtensendungen sorgt die Aktion jedoch für erhebliche Aufmerksamkeit. Während manche Beobachter die Aktion als genialen politischen Protest feiern, kritisieren andere die Entwendung eines Ausstellungsstücks als rechtswidrig und kontraproduktiv.

Inhaltlich stößt die Forderung nach einer schärferen Linie gegenüber Russland auch im politischen Raum auf Zustimmung. Einige Oppositionsparteien und Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung seit Monaten vor, rhetorisch an der Seite der Ukraine zu stehen, wirtschaftlich aber keine echten Konsequenzen zu ziehen.

Greenpeace bleibt standhaft

Greenpeace verteidigt die Aktion als „zivile Intervention im öffentlichen Interesse“ und kündigte an, den Druck auf Frankreichs Regierung zu erhöhen. Man fordere ein sofortiges Importmoratorium für fossile Energien und Rohstoffe aus Russland, solange der Krieg in der Ukraine andauere. Weitere Protestaktionen seien denkbar.

Die Pariser Polizei bereitet sich derweil auf mögliche Nachahmungen oder Folgeaktionen vor – insbesondere im Umfeld von Regierungsgebäuden, Museen oder diplomatischen Vertretungen. Die Sicherheitslage rund um russische Einrichtungen bleibt angespannt.

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