Ein bitterer Rückschlag für die Solarindustrie in Deutschland: Die drei deutschen Tochtergesellschaften des Schweizer Photovoltaikherstellers Meyer Burger haben Insolvenz beantragt. Betroffen sind die Standorte in Sachsen und Sachsen-Anhalt – Regionen, die in den letzten Jahren auf den grünen Technologiewandel gesetzt und auf die Zukunftsfähigkeit der Solarbranche gehofft hatten.
Die wirtschaftliche Schieflage kommt nicht völlig überraschend: Bereits in den vergangenen Jahren kämpfte Meyer Burger mit massiven Finanzproblemen, die sich durch globale Marktturbulenzen, den harten Wettbewerb mit asiatischen Herstellern und eine schleppende Nachfrage nach europäischen Solarmodulen weiter verschärften. Zuletzt wurde an den deutschen Standorten sogar Kurzarbeit eingeführt – ein klares Alarmzeichen.
„Eine Sanierung zum Erhalt der Standorte sei bislang nicht erfolgreich gewesen“, teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Thun, Schweiz, nüchtern mit. Damit rückt der Traum von einem erfolgreichen industriellen Neustart in Ostdeutschland ein Stück weiter in die Ferne.
Dennoch ist der letzte Vorhang noch nicht gefallen: Die Verfahren sollen nun in enger Zusammenarbeit mit einem gerichtlich bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter fortgeführt werden. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Fortführung oder zumindest zur geordneten Abwicklung der Standorte zu prüfen. Ob sich noch Investoren finden oder Teile des Betriebs erhalten werden können, ist derzeit offen.
Die Insolvenz der Meyer Burger-Tochterfirmen wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der europäischen Solarindustrie: hohe Produktionskosten, fehlende politische Rahmenbedingungen und die übermächtige Konkurrenz aus Fernost machen es heimischen Herstellern schwer, dauerhaft zu bestehen. Für die Beschäftigten in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist es ein harter Schlag – und für die Energiewende ein mahnendes Signal, dass Industriepolitik mehr als gute Absichten braucht.