Im Prozess um den tödlichen Schiffsunfall in der Nordsee hat der beschuldigte Kapitän Wladimir Motin den zentralen Vorwurf der fahrlässigen Tötung entschieden zurückgewiesen. Bei einer Anhörung am Freitag vor einem Londoner Gericht plädierte der 59-jährige Russe auf nicht schuldig.
Motin war Kapitän des Frachters „Solong“, der vor knapp drei Monaten mit einem anderen Schiff kollidiert war. Bei dem Zusammenstoß kam ein Besatzungsmitglied der „Solong“ ums Leben. Die britischen Behörden werfen Motin eine „fahrlässige Tötung durch grobe Nachlässigkeit“ vor – ein schwerwiegender Tatbestand, der mit langjähriger Haft geahndet werden kann.
Der erfahrene Seemann befindet sich seit März in Untersuchungshaft in Großbritannien. Die Ermittler gehen davon aus, dass Navigationsfehler oder mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen zur Katastrophe beigetragen haben könnten. Details zur genauen Unfallursache wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
Der Fall hat in der internationalen Schifffahrtsbranche für Aufsehen gesorgt, da er Fragen zur Sicherheit, Verantwortung und Ausbildung auf Handelsschiffen neu aufwirft. Der nächste Verhandlungstermin ist für den kommenden Monat angesetzt.