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Spektakuläre Entdeckung in Guatemala: 2.900 Jahre alte Maya-Stätte „Los Abuelos“ freigelegt

GPoulsen (CC0), Pixabay

Im dichten Regenwald Nordguatemalas haben Archäologen eine bislang unbekannte und außergewöhnlich alte Maya-Stätte entdeckt, die nach bisherigen Erkenntnissen auf ein Alter von rund 2.900 Jahren datiert wird. Die Forscher gaben dem Fundort den Namen „Los Abuelos“ – Spanisch für „Die Großeltern“ –, inspiriert von zwei besonders auffälligen anthropomorphen Steinskulpturen, die an menschliche Gestalten erinnern und möglicherweise Ahnen oder mythische Figuren darstellen.

Eine Entdeckung von außergewöhnlichem Umfang und Alter

Die neu entdeckte Stätte liegt tief im nördlichen Tiefland von Guatemala, in einer abgelegenen Regenwaldregion, und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 16 Quadratkilometern. Dies ist beachtlich, insbesondere angesichts des hohen Alters des Fundes, der in die vorklassische Periode der Maya-Kultur fällt. Laut Projektleiter Milan Kova, der die Ausgrabung gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam durchführt, zählt „Los Abuelos“ damit zu den ältesten bisher bekannten Maya-Zentren dieser Größenordnung.

Die archäologischen Funde umfassen eine Vielzahl gut erhaltener Strukturen und Objekte:

  • Ein Observatorium, das vermutlich zur Himmelsbeobachtung und zur Festlegung des Kalenders genutzt wurde,

  • mehrere pyramidenartige Strukturen, die auf zeremonielle oder politische Funktionen hinweisen,

  • Altäre, die möglicherweise für rituelle Opferhandlungen dienten,

  • Fragmentierte Stelen, teilweise mit Gravuren und Symbolen versehen,

  • und eine große Menge Keramik, die wichtige Hinweise auf Alltag, Handel und religiöse Praktiken gibt.

Die gefundenen Steinstatuen stammen vermutlich aus der Zeit zwischen 600 und 400 v. Chr., einer Epoche, in der die Maya-Zivilisation erste monumentale Bauwerke errichtete und politische Machtzentren entstand. Die stilistischen Merkmale deuten auf eine künstlerisch und religiös hochentwickelte Gesellschaft, die bereits zu dieser frühen Zeit komplexe soziale Strukturen entwickelt hatte.

Einblicke in die Frühphase der Maya-Zivilisation

Die Entdeckung von „Los Abuelos“ ist von enormer wissenschaftlicher Bedeutung, weil sie neue Perspektiven auf die Entwicklung der Maya-Kultur erlaubt. Während viele bekannte Maya-Stätten wie Tikal, Palenque oder Copán aus der klassischen Periode (ca. 250–900 n. Chr.) stammen, liefert „Los Abuelos“ Erkenntnisse über die frühesten Anfänge städtischer und zeremonieller Zentren.

Die Größe der Anlage legt nahe, dass es sich bei „Los Abuelos“ um ein regionales Machtzentrum gehandelt haben könnte – möglicherweise mit Einfluss auf benachbarte Siedlungen und Handelsnetzwerke. Die Entdeckung passt in eine wachsende Zahl früher Maya-Stätten, die in den letzten Jahren dank moderner Technologien wie LIDAR (Light Detection and Ranging) entdeckt wurden, mit deren Hilfe durch Baumkronen hindurch Gebäudestrukturen identifiziert werden können.

Die Bedeutung der „Großeltern“-Statuen

Besondere Aufmerksamkeit gilt den beiden anthropomorphen Steinskulpturen, die der Stätte ihren Namen gegeben haben. Diese Figuren wirken aufrecht sitzend oder stehend, mit betont menschlichen Gesichtszügen, und könnten laut ersten Interpretationen rituelle oder mythologische Bedeutung gehabt haben – etwa als Darstellungen verehrter Ahnen oder mythischer Begründerfiguren. Ihre Platzierung in einem zentralen Bereich der Anlage und die Qualität der Ausarbeitung sprechen für eine wichtige symbolische Rolle im religiösen oder politischen Leben der Gemeinschaft.

Weiterführende Forschung geplant

Das Archäologenteam steht noch am Anfang der Untersuchungen. In den kommenden Monaten sind weitere Ausgrabungen, geomagnetische Untersuchungen und LIDAR-Messungen geplant, um ein vollständiges Bild der Siedlungsstruktur und des sozialen Gefüges zu erhalten. Die bisherigen Funde legen nahe, dass „Los Abuelos“ eine regionale Hochkultur darstellte, deren Einflussbereich über die unmittelbare Umgebung hinausreichte.

Kulturelles Erbe in Gefahr?

Wie viele andere bedeutende Stätten im Regenwald Guatemalas ist auch „Los Abuelos“ potenziell durch illegalen Handel mit Kulturgütern, Raubbau und Landnutzung gefährdet. Archäologen und Kulturbehörden setzen sich daher dafür ein, die Stätte unter staatlichen und internationalen Schutz zu stellen und langfristig zu erhalten – auch für zukünftige Generationen.

Fazit

Die Entdeckung der Maya-Stätte „Los Abuelos“ ist ein bedeutender Durchbruch für die Archäologie Mesoamerikas. Sie erweitert das Verständnis über die frühen Stadien der Maya-Kultur und gibt Hinweise auf deren architektonische, religiöse und gesellschaftliche Entwicklungen bereits im 1. Jahrtausend vor Christus. Noch ist vieles unklar – doch schon jetzt lässt sich sagen: Die Geschichte der Maya ist älter, komplexer und faszinierender, als bisher angenommen.

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