Das Aus für eine einstige Ikone der deutschen Modebranche ist besiegelt: Der insolvente Modehersteller Gerry Weber wird seine noch rund 40 Geschäfte in Deutschland sowie weitere Shops im Ausland endgültig schließen. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Hintergrund ist die Übernahme durch die spanische Modefirma Victrix, einem familiengeführten Unternehmen, das künftig die Marke Gerry Weber weiterführen will – allerdings ohne eigenes Filialnetz. Der vorläufige Gläubigerausschuss und der vorläufige Sachwalter Lucas Flöther haben dem Konzept zugestimmt.
Für die Mitarbeitenden der betroffenen Shops bedeutet die Entscheidung wohl das endgültige Aus. Wie viele Arbeitsplätze von der Schließung betroffen sind, wurde zunächst nicht konkret genannt. Branchenkenner gehen jedoch von mehreren Hundert aus.
Mit der Übernahme durch Victrix bleibt die Marke Gerry Weber zumindest auf dem Papier erhalten – vermutlich als Label im Portfolio des spanischen Unternehmens, das sich künftig auf Onlinehandel und internationale Lizenzgeschäfte konzentrieren dürfte.
Die Traditionsmarke aus Halle in Westfalen, einst ein fester Bestandteil deutscher Innenstädte, hatte schon seit Jahren mit sinkenden Umsätzen, verändertem Konsumverhalten und den Herausforderungen der Digitalisierung zu kämpfen. Bereits 2019 und erneut 2023 war Gerry Weber in finanzielle Schieflage geraten.