Todd Chrisley, Reality-TV-Star aus der Serie Chrisley Knows Best, hat sich erstmals nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis öffentlich geäußert. Bei einer Pressekonferenz am 30. Mai in einem Hotel in Nashville, begleitet von seiner Tochter Savannah Chrisley sowie den Anwälten Alex Little und Zack Lawson, dankte er ausdrücklich dem früheren US-Präsidenten Donald Trump für dessen vollständige Begnadigung. „Ich möchte Präsident Trump danken“, sagte Chrisley, der zuvor wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs verurteilt worden war.
Savannah Chrisley kündigte bei dem Auftritt zugleich an, dass die Familie ins Reality-TV zurückkehrt. Eine neue Show, die die Wiedervereinigung von Todd und seiner Frau Julie dokumentieren soll, sei bereits in Produktion. Julie war nicht anwesend – sie befinde sich zu Hause bei Tochter Chloe, erklärte Todd. Ob die Familie in Nashville bleiben werde, ließ er offen. „Nashville wird immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben, aber wir haben andere Pläne.“
Todd und Julie Chrisley wurden am 28. Mai aus den Bundesgefängnissen in Florida bzw. Kentucky entlassen, nachdem Trump ihre Haftstrafen erlassen hatte. Ursprünglich war Todd zu zwölf Jahren verurteilt worden, Julie zu sieben. Bereits vor ihrer Begnadigung war Todds Strafe auf neun Jahre verkürzt worden. Die beiden hatten laut Gerichtsdokumenten Banken um mehr als 36 Millionen Dollar betrogen und gleichzeitig ihre Steuerverpflichtungen umgangen, um nach außen ein Leben in Reichtum vorzutäuschen. Zusätzlich zur Haftstrafe hatte ein Gericht die Einziehung von Vermögen in Höhe von über 22 Millionen Dollar angeordnet – auch dieser Teil wurde durch die Begnadigung aufgehoben.
Chrisley machte während der Pressekonferenz deutlich, dass er weiterhin seine Unschuld betont. „Ich hätte Reue, wenn ich es getan hätte“, sagte er. Auf die Frage, ob sein Prominentenstatus zur Begnadigung beigetragen habe, antwortete er ausweichend. „Ich weiß nicht, ob das eine Rolle gespielt hat – ich war nicht in den Prozess involviert. Aber ich danke Gott, dass wir überhaupt begnadigt wurden.“
Während seiner Zeit im Gefängnis in Pensacola, Florida, habe er seine Zeit mit Lesen, Gebet und täglichem Sport verbracht. „Ich habe jeden Morgen um 10:45 Uhr mit meinen Jungs trainiert, bis 12 Uhr. Meine Beziehung zu Christus wurde tiefer.“ Er scherzte über seine angeblich veränderte Erscheinung nach der Haftzeit: „Vielleicht ist es das Botox, das nie abgeklungen ist.“
In Bezug auf die Aussagen seiner Frau Julie aus einem früheren Gerichtsverfahren, in dem sie sich entschuldigt hatte, erklärte Todd Chrisley, sie habe keine Wahl gehabt. „Als Angeklagte wird man gezwungen, sich zu beugen, Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die man nicht getan hat, um einer längeren Strafe zu entgehen“, sagte er und kündigte an, dass sein Anwalt Alex Little Beweise für die angeblichen Ungerechtigkeiten im Verfahren vorlegen werde.
Die Begnadigung der Chrisleys ist Teil einer ganzen Reihe umstrittener Gnadenerlasse durch Trump, darunter für Reality-TV-Persönlichkeiten, Rapper und politische Verbündete. Im Fall der Chrisleys sorgt die Maßnahme besonders deshalb für Kritik, weil sie keinerlei Schuldeingeständnis mit sich brachte – im Gegenteil: Todd Chrisley bekräftigte erneut, dass er nichts Falsches getan habe.
Zum Schluss zeigte sich Chrisley bewegt. Als er von der Nachricht der Begnadigung erfuhr, habe er sich „taub“ gefühlt. Beim Verlassen des Gefängnisses hätten sich seine Mitinsassen von ihm verabschiedet: „Sie standen Spalier und riefen: ‚Vergiss uns nicht.‘“ Todd Chrisley wird wohl zurück im Rampenlicht stehen – aber mit einem ganz neuen Kapitel.