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Trump plant große Militärparade – Inspiration aus Frankreich, Kritik aus dem In- und Ausland

MIH83 (CC0), Pixabay

Am 14. Juni wird in Washington, D.C. eine groß angelegte Militärparade stattfinden – anlässlich des 250-jährigen Bestehens der US-Armee und pünktlich zum 79. Geburtstag von Ex-Präsident Donald Trump. Es ist eine seltene Inszenierung militärischer Stärke auf amerikanischem Boden, die auf eine Idee Trumps aus dem Jahr 2017 zurückgeht. Damals war er Ehrengast bei der traditionellen Parade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris. Begeistert von Panzern, Jets und marschierenden Soldaten entlang der Champs-Élysées erklärte er später, er wolle eine Parade veranstalten, „die noch beeindruckender ist“. Trump bezeichnete das französische Ereignis als eine der „größten Paraden, die ich je gesehen habe“.

Für die geplante US-Parade sind bis zu 7.500 Soldaten, 120 Fahrzeuge und 50 Flugzeuge angekündigt. Die Kosten sollen sich auf bis zu 45 Millionen Dollar belaufen. Neben dem Umzug durch die Hauptstadt sind auch eine Kranzniederlegung am Nationalfriedhof Arlington, eine Rekrutierungszeremonie unter Trumps Leitung sowie eine große Feier mit Feuerwerk auf der National Mall geplant. Dort werden historische Uniformen gezeigt, die die Geschichte der US-Armee von der Revolution bis heute darstellen.

Während Trump das Vorhaben als patriotische Demonstration feiert – „Wir haben die besten Raketen, die besten U-Boote, die besten Panzer“ – sehen Kritiker darin eine problematische Machtdemonstration. Militärexperte Markus Schiller von ST Analytics aus München verweist auf Parallelen zu autoritären Regimen wie Russland, China oder Nordkorea, in denen Militärparaden gezielt zur Einschüchterung innenpolitischer Gegner und zur Machtdemonstration nach außen genutzt werden. Auch Lyle Goldstein, früher Professor am Naval War College, warnt davor, dass solche Paraden nicht nur Stolz ausdrücken, sondern auch Unsicherheit offenbaren könnten. „Wenn wir als Amerikaner wirklich von unserer militärischen Stärke überzeugt wären, müssten wir sie nicht zur Schau stellen.“

Historisch gesehen sind große Militärparaden in den USA selten. Die letzte hochkarätige Parade dieser Art fand 1991 nach dem Sieg im Golfkrieg statt. In anderen westlichen Demokratien wie Deutschland, Norwegen oder Australien seien derartige Paraden aus Kostengründen und politischer Zurückhaltung unüblich, erklärt Schiller. „Die Leute würden sich fragen: Warum gibt die Regierung dafür Geld aus?“

In Ländern wie Russland und Nordkorea sind hingegen Waffenparaden ein fester Bestandteil der Staatsinszenierung. Bei der diesjährigen Siegesparade in Moskau präsentierte Wladimir Putin gemeinsam mit Chinas Präsident Xi Jinping auch erstmals bewaffnete Drohnen – eine klare Botschaft mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Schiller weist darauf hin, dass viele gezeigte Raketen dort keine echten Waffen seien, sondern Nachbildungen, um ausländische Analysten zu verwirren.

Frankreichs Nationalfeiertag, der Trump so beeindruckte, hat hingegen einen anderen Charakter. Laut dem französischen Politologen Jean-Yves Camus ist der militärische Anteil der Parade eher symbolisch. Die Veranstaltung sei nicht „hauptsächlich der Armee gewidmet“, sondern zeige lediglich einen Querschnitt verschiedener Einheiten. Die Feierlichkeiten rund um den 14. Juli seien vor allem Ausdruck kultureller und historischer Identität. Viele Franzosen gingen wegen der Atmosphäre, der Musik und der Geschichte dorthin – weniger wegen des Militärs.

Ob Trumps Parade nationalen Stolz wecken oder politische Spaltung vertiefen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Bilder aus Washington dürften weltweit Aufmerksamkeit erregen – und erneut die Frage aufwerfen, was eine moderne Demokratie mit martialischer Selbstdarstellung bezwecken will.

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