Dark Mode Light Mode

Trockenheit erschwert Erdbeerernte – Landwirte kämpfen mit Bewässerungskosten

Tho-Ge (CC0), Pixabay

Die diesjährige Erdbeersaison steht in Norddeutschland unter schwierigen Vorzeichen. Wie NDR Info berichtet, macht die seit Wochen anhaltende Trockenheit den Landwirten erheblich zu schaffen – besonders auf Betrieben wie dem Gut Wulksfelde in Schleswig-Holstein, wo die Erdbeerfelder aktuell nur mit künstlicher Bewässerung überhaupt tragfähige Erträge liefern.

Wasser statt Regen – künstliche Bewässerung als Notlösung

Der ausbleibende Regen hat dazu geführt, dass die Böden extrem ausgetrocknet sind und die Pflanzen ohne gezielte Wassergaben nicht ausreichend wachsen. Erdbeeren benötigen in der Reifephase besonders viel Feuchtigkeit, um Früchte in ausreichender Größe und Qualität auszubilden. Auf dem Gut Wulksfelde wurde deshalb bereits frühzeitig damit begonnen, mit mobilen Beregnungsanlagen nachzuhelfen – ein Verfahren, das sowohl personalintensiv als auch kostenaufwendig ist.

„Ohne künstliche Bewässerung würden wir in diesem Jahr kaum eine marktfähige Ernte erzielen“, so ein Betriebsleiter gegenüber dem NDR. Doch die intensive Wasserzufuhr verursacht nicht nur zusätzliche Arbeit, sondern schlägt sich auch deutlich in den Produktionskosten nieder – etwa durch den erhöhten Stromverbrauch für Pumpen oder durch Transport und Wartung der Technik.

Hoher Aufwand – ungewisse Erträge

Trotz aller Maßnahmen bleibt ungewiss, wie ertragreich die Saison tatsächlich ausfällt. Die anhaltende Trockenheit kann das Wachstum verzögern, die Fruchtbildung beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Ernteausfällen führen. Zudem hängt die Qualität der Früchte stark davon ab, wie gleichmäßig die Wasserversorgung gelingt – was bei zunehmenden Wetterextremen immer schwerer planbar ist.

Verbraucher müssen mit Preissteigerungen rechnen

Die wetterbedingten Erschwernisse in der Produktion könnten sich auch auf die Verbraucher auswirken. Knappere Erntemengen, gesteigerte Produktionskosten und ein hoher Sortieraufwand bei der Ernte bedeuten, dass Erdbeeren in diesem Jahr teurer und womöglich nur begrenzt verfügbar sein könnten – insbesondere regionale und biologisch erzeugte Ware.

Landwirtschaft im Zeichen des Klimawandels

Der Fall Gut Wulksfelde ist symptomatisch für die wachsenden Herausforderungen, mit denen landwirtschaftliche Betriebe in Zeiten des Klimawandels konfrontiert sind. Unregelmäßige Niederschläge, längere Dürreperioden und plötzliche Hitze stellen die traditionelle Feldwirtschaft zunehmend infrage. Viele Betriebe fordern daher langfristige Investitionen in Wasserinfrastruktur, etwa in Speichersysteme, Bewässerungstechnik oder Bodenverbesserung.

Auch die Politik sei gefragt, so Stimmen aus dem Berufsstand: Neben Soforthilfen brauche es klimastabile Förderprogramme, die landwirtschaftliche Betriebe beim Umbau ihrer Systeme nachhaltig unterstützen – nicht nur punktuell, sondern als strukturelle Anpassung an neue Umweltbedingungen.

Fazit

Die Erdbeerernte 2025 zeigt eindrücklich, wie eng Ernährungssicherheit, regionale Produktion und Klimaanpassung miteinander verknüpft sind. Ohne Regen wird das Anbauen von empfindlichen Kulturen wie Erdbeeren zur Herausforderung – und zur Kraftprobe für viele landwirtschaftliche Betriebe. Die Verbraucher spüren die Auswirkungen direkt am Preis, während Landwirte unter zunehmendem wirtschaftlichem und ökologischem Druck stehen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Masernfälle nehmen zu – Ärzte warnen vor Impflücken bei Kindern

Next Post

Gold glänzt als Krisenwährung: Preis steigt auf Rekordniveau