In einer großangelegten Razzia unter dem Codenamen „Prison Break“ hat die französische Polizei Hunderte winzige Mobiltelefone beschlagnahmt, die offenbar gezielt für den Einsatz in Gefängnissen vertrieben wurden. Die Geräte wurden von einem Unternehmen in Frankreich verkauft – mit dem Hinweis, dass sie aufgrund ihrer Größe bei Sicherheitskontrollen unentdeckt bleiben könnten.
Gezielter Verkauf an Kriminelle vermutet
Nach Angaben der Ermittler stammen die Mini-Handys aus China und wurden in Frankreich offen über eine Website vermarktet. Die Werbung richtete sich dabei offenbar gezielt an Personen, die Handys ins Gefängnis schmuggeln wollten – ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht. Die Polizei sieht darin einen gezielten Versuch, kriminelle Strukturen im Strafvollzug zu unterstützen.
Die Website des Unternehmens wurde mittlerweile beschlagnahmt, und die Behörden werten aktuell die dort gespeicherten Kundendaten aus, um weitere Verdächtige zu identifizieren. Ziel ist es, Lieferketten und Netzwerke offenzulegen, die den Schmuggel und den kriminellen Einsatz der Geräte ermöglichen.
Kriminelle Kommunikation aus der Haft
Immer wieder gelingt es Inhaftierten, trotz Sicherheitsvorkehrungen mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben – häufig mit dem Ziel, kriminelle Geschäfte fortzusetzen, Zeug:innen einzuschüchtern oder neue Straftaten zu organisieren. Besonders problematisch sind dabei schwer aufspürbare Geräte wie diese Mini-Handys, die kaum größer als ein USB-Stick sind und sich leicht verstecken lassen.
Ermittlungen laufen landesweit
Die Polizei betont, dass es sich bei der Aktion um einen bundesweiten Einsatz gehandelt habe, bei dem mehrere Durchsuchungen und Festnahmen erfolgt seien. Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung, da der Umfang des illegalen Vertriebs offenbar größer ist als zunächst angenommen.
Sicherheitsbehörden alarmiert
Die französischen Justiz- und Strafvollzugsbehörden sehen sich durch solche Entwicklungen zunehmend herausgefordert. Neben verschärften Kontrollen in den Justizvollzugsanstalten wird nun auch über technische Störmaßnahmen wie Mobilfunkblocker oder verbesserte Körperscanner diskutiert, um derartige Schmuggelware künftig besser aufzuspüren.
Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch internationale Verbindungen und weitere Länder betroffen sind.