Ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die internationale Cyberkriminalität: Im Rahmen der grenzüberschreitenden Aktion „Operation Endgame“ ist es Ermittlern unter der Federführung des Bundeskriminalamts (BKA) gelungen, mehrere der derzeit gefährlichsten Schadsoftware-Infrastrukturen auszuschalten und mutmaßlich Verantwortliche zu identifizieren.
Wie das BKA mitteilte, wurden in der laufenden Woche zentrale Serverstrukturen hinter weltweit aktiven Malware-Netzwerken vom Netz genommen. Darunter befanden sich besonders weit verbreitete Schadprogramme wie „Trickbot“ und „Qakbot“, die seit Jahren für milliardenschwere Schäden bei Unternehmen, Behörden und Privatpersonen verantwortlich gemacht werden.
Insgesamt wurden 37 Verdächtige ins Visier genommen – gegen 20 von ihnen liegen inzwischen internationale Haftbefehle vor. Nach Angaben des BKA handelt es sich dabei vor allem um russische Staatsangehörige. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese Personen eine führende Rolle in verschiedenen Hackergruppierungen einnehmen, die über Jahre hinweg Daten gestohlen, Systeme lahmgelegt und Lösegeldforderungen gestellt haben.
„Operation Endgame“ ist das Ergebnis monatelanger internationaler Kooperation zwischen Strafverfolgungsbehörden in Europa, Nordamerika und weiteren Partnerländern. Das BKA spricht von einem „massiven Schlag gegen die Strukturen organisierter Cyberkriminalität“, der langfristig auch die Entwicklung neuer Malware-Angriffe verlangsamen soll.
Die Ermittlungen dauern an – auch, weil sich viele der Verdächtigen in Ländern aufhalten, mit denen keine Auslieferungsabkommen bestehen. Dennoch gilt die Zerschlagung dieser Netzwerke als wichtiger Schritt im digitalen Kampf gegen Kriminalität im Netz.