Der ehemalige Vorstandschef der Meinl Bank, Peter Weinzierl, sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft in New York. Wie der österreichische „Standard“ berichtet, hat ein US-Gericht seinen Antrag auf Kaution abgelehnt – wegen hoher Fluchtgefahr. Der 56-Jährige wurde inzwischen in das Bundesgefängnis im Stadtteil Brooklyn überstellt.
Weinzierl war zuvor von Großbritannien an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden. Die nächste Anhörung im laufenden Verfahren ist laut der Nachrichtenagentur Bloomberg für den 20. Mai angesetzt. Eine Stellungnahme seines US-amerikanischen Verteidigers blieb bislang aus.
Vorwurf: Geldwäsche im Odebrecht-Skandal
Dem Ex-Banker werden in den USA steuerbezogene Geldwäschehandlungen zur Last gelegt. Laut Anklage sollen über die ehemalige Auslandstochter der Meinl Bank – die Meinl Bank Antigua – rund 170 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern geflossen sein. Diese Gelder stehen im Zusammenhang mit dem weitverzweigten Odebrecht-Skandal, der bereits zahlreiche Politiker, Unternehmer und Banker in Lateinamerika und darüber hinaus ins Visier der Ermittler brachte.
Weinzierl steht auch in Österreich unter Druck: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA) führt seit Jahren Ermittlungen gegen ihn im Zusammenhang mit der Causa Odebrecht. Auch hier bestreitet der Beschuldigte sämtliche Vorwürfe und beteuert seine Unschuld.
Bis zu 60 Jahre Haft möglich
Im Falle einer Verurteilung drohen Weinzierl in den USA bis zu 60 Jahre Haft – eine Höchststrafe, die den Ernst der Vorwürfe unterstreicht. Die US-Justiz zeigt sich entschlossen, mit international koordinierten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorzugehen, insbesondere wenn es um globale Finanznetzwerke geht.