In einem neuen Kapitel der harten US-Einwanderungspolitik sorgt ein erschütternder Fall für Aufsehen: Drei kleine Kinder mit US-Staatsbürgerschaft wurden zusammen mit ihren Müttern nach Honduras abgeschoben – ohne ordnungsgemäßen rechtlichen Ablauf, so sagen Experten.
Die betroffenen Frauen lebten in Louisiana und erschienen zu Routineterminen im Rahmen eines Überwachungsprogramms, als sie plötzlich festgenommen und innerhalb weniger Stunden deportiert wurden. Die betroffenen Kinder – zwei, vier und sieben Jahre alt – wurden kurzerhand mitgenommen. Dabei hatten die Mütter laut ihren Anwälten nicht zugestimmt, ihre Kinder mitzunehmen. Die Regierung hingegen behauptet das Gegenteil.
Juristen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die überstürzte Vorgehensweise scharf. Laut einer internen Richtlinie der Einwanderungsbehörde ICE soll in solchen Fällen eigentlich ein sorgfältiger Prozess stattfinden – mit Zeit für rechtliche Beratung, Planung und Berücksichtigung des Kindeswohls. Stattdessen wurde offenbar der Fokus auf Geschwindigkeit gelegt, um möglichst viele Abschiebungen vollziehen zu können. „Zahlen, Zahlen, Zahlen – das ist das Ziel“, sagte die Rechtsexpertin Stacy Brustin gegenüber CNN.
Ein besonders tragischer Fall ist der eines zweijährigen Mädchens, dessen Vater noch in den USA lebt. Ein Gericht prüft nun, ob hier möglicherweise ein US-Kind verfassungswidrig abgeschoben wurde – etwas, das laut US-Gesetz verboten ist.
Die betroffenen Eltern standen vor einer unmöglichen Wahl: Sollten sie ihre kleinen Kinder im Land zurücklassen – womöglich in Pflegefamilien oder bei Bekannten – oder sie mitnehmen in ein unsicheres Umfeld, das sie einst zur Flucht zwang?
Experten betonen, dass es durchaus rechtliche Wege gegeben hätte, den Aufenthalt der Mütter zu verlängern – etwa durch ein Verfahren zur Aufhebung der Abschiebung, wenn ein US-Kind durch die Ausweisung der Mutter besonders stark betroffen wäre. Doch diese Verfahren brauchen Zeit – Zeit, die die Mütter nicht erhielten.
Der Fall zeigt: Die harte Linie der Trump-Regierung geht nicht nur gegen Einwanderer, sondern trifft auch Kinder mit US-Staatsbürgerschaft – und stellt damit grundlegende Menschenrechte infrage.