Wer dachte, Donald Trumps erste Amtszeit sei ein feuchter Alptraum für Journalisten gewesen, bekommt nun die Fortsetzung: „Attack of the Orange Emperor – Teil 2: Die Rache der Pressefreiheit“. Nur diesmal nicht im Kino, sondern live aus dem Weißen Haus – mit Echtzeit-Tweets und rechtlichen Drohgebärden als Bonusmaterial.
Ermittlungen statt Interviews – der neue Medienkurs
Trump, der investigative Berichterstattung in etwa so liebt wie Brokkoli, hat offenbar beschlossen, die Presse nicht mehr nur verbal zu verprügeln, sondern auch gleich juristisch auf Diät zu setzen. Da wird nicht mehr einfach nur „Fake News!“ gebrüllt – jetzt gibt’s Hausdurchsuchungen für Reporter, wenn die zu viele Fragen stellen oder gar Insiderinformationen veröffentlichen. Die neue Parole scheint zu sein: „Wer schreibt, der bleibt – unter Beobachtung!“
„60 Minutes“ unter Beschuss – Trump hätte lieber 60 Sekunden Lob
CBS, die „New York Times“ und sogar Meinungsforscher mit miesen Umfragewerten stehen nun auf Trumps persönlicher „Liste der Verdächtigen“. Wer es wagt, seine Umfragewerte unter 100 % zu beziffern, wird prompt als „kriminell“ eingestuft – vielleicht bald mit der Fußfessel des Vertrauens versehen.
Medien? Nur mit Leine!
Sein designierter FBI-Chef Kash Patel kündigte bereits an, man werde „die Medien, die gelogen haben“, zur Rechenschaft ziehen. Was das bedeutet? Vielleicht eine neue Reality-Show: „Survivor: Newsroom Edition“. Wer überlebt, darf noch die Wettervorhersage bringen – aber bitte nur sonnig über Trump Tower.
Und dann wäre da noch FCC-Chef Brendan Carr, der sich als „Medien-Pitbull“ feiern lässt. Statt neutralem Behördenleiter nun also offizieller Schoßhund auf Befehl. Erklärtes Ziel: Sender, die Trump nicht gefallen, werden „durchleuchtet“ – vermutlich mit der Taschenlampe aus dem Trump-Wahlkampf-Merchandise.
Pressefreiheit 2.0 – mit Maulkorb und Meldepflicht
Während Trumps Team an neuen Regeln bastelt, die Journalisten das Leben schwer machen sollen, mahnt selbst die FCC-Kommissarin Anna Gomez: „Zensur ist keine Meinungsvielfalt.“ Eine mutige Aussage – möglicherweise bald zensiert.
Und was tun die Medienbosse? Hoffen, dass ihre Journalisten mutig bleiben. Oder zumindest so tun, als wären sie’s. Denn wie Tina Brown es sagte: „Journalisten können nur so mutig sein, wie ihre Chefs es erlauben.“ Im Zweifel also: nur mit Rückendeckung – und kugelsicherer Weste.
Fazit:
Wer dachte, dass Trump „nur Twitter kann“, sollte sich den neuen Werkzeugkasten anschauen: juristische Keulen, Einschüchterungsrhetorik und eine medienpolitische Strategie, die in autoritären Regimen wahrscheinlich als Inspirationsquelle dient.
Amerika, Land der unbegrenzten Pressefreiheit – sofern man vorher ein Genehmigungsformular bei Trump einreicht.