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Künstliche Intelligenz trifft auf Rentenstrategie: Aramea Intelligence startet mit KI-Overlay, aber schwachem Auftakt

geralt (CC0), Pixabay

Der Fonds Aramea Intelligence wurde im Dezember 2024 neu aufgelegt und ist ein innovatives Produkt, das klassische europäische Renteninvestments mit einem KI-gestützten Overlay-Management kombiniert. Ziel ist es, Markttrends im Zins- und Kreditrisiko frühzeitig zu erkennen und das Portfolio flexibel zu steuern. Im sehr kurzen Rumpfgeschäftsjahr (09.12.–31.12.2024) konnte der Fonds jedoch noch keine positive Performance vorweisen – alle Anteilklassen beendeten das Jahr unterhalb ihres Ausgabepreises von 100 EUR.

1. Performance & Anteilwerte (31.12.2024)

Anteilklasse Anteilwert (EUR) Ergebnis im Rumpfjahr
S (Retail, inst.) 98,56 –1,44 %
R (Privatanleger) 98,50 –1,50 %
I (Institutionell) 98,49 –1,51 %
→ Die Rückgänge resultieren aus nicht realisierten Kursverlusten bei den Anleihen infolge leicht gestiegener Renditen und aus Kostenbelastungen in der Anlaufphase.

2. Strategie & Ausrichtung
Basisportfolio: Europäische Staats- und Unternehmensanleihen mit guter Bonität (durchschnittliches Rating: AA+)

Overlay-Management: KI-gestützte Signale für Zins- und Kreditmarkttrends

Derivateeinsatz: Futures und Swaps zur Steuerung von Duration und Risiko

Kein ESG-Fonds (Artikel 6 SFDR), keine Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

Anlagehorizont: mindestens 3 Jahre empfohlen

→ Der Fonds richtet sich an risikobewusste Anleger, die technologiegetriebene Allokation bei gleichzeitig klassischem Anleihenprofil suchen.

3. Vermögensstruktur per 31.12.2024

Anlageklasse Anteil am Fondsvermögen
Anleihen 77,61 %
Bankguthaben 22,77 %
Derivate (Futures) –0,88 %
Verbindlichkeiten –0,13 %
Fondsvermögen gesamt 11,55 Mio. EUR
Top-Positionen (Auszug):

Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien, Niederlande, Österreich

European Investment Bank, Kreditanstalt für Wiederaufbau

Laufzeiten: überwiegend mittelfristig (2025–2031)

Coupons: 0,25 % bis 2,75 %

→ Sehr hohe Bonität, solide Staaten und supranationale Emittenten – konservativ im Kern, KI als dynamisches Element.

4. Ertrags- und Aufwandslage (Beispiel: Anteilklasse S)

Kategorie Wert (EUR)
Zinserträge 12.284,00
Aufwendungen –15.342,00
Ordentlicher Nettoertrag –3.058,00
Nicht realisierte Kursverluste –131.756,00
Gesamtergebnis –135.403,00
→ Der Fonds hat noch keine realisierten Gewinne, die Verluste resultieren ausschließlich aus Bewertungseffekten und Anlaufkosten.

5. Kostenstruktur (pro Jahr, umgerechnet auf Basis der 3 Wochen Laufzeit)

Anteilklasse Verwaltungsvergütung TER (aufs Jahr hochgerechnet)
S 0,50 % p.a. 0,15 % (Rumpfjahr)
I 0,70 % p.a. 0,29 %
R 1,00 % p.a. 0,77 %
→ Günstig strukturiert für einen aktiv verwalteten Fonds mit Technologieeinsatz.

6. Risiken und Hebel
Derivateeinsatz mit moderatem Leverage (Ø Hebel: 1,02)

Marktrisiko-Potenzial: sehr gering (Ø VaR: 0,57 % bei 99 % Konfidenz)

Operationelle Risiken durch ex-ante Kontrollen, Prüfungssysteme und erfahrene Verwahrstelle gemindert

Adressenausfallrisiken breit gestreut

→ Gut kontrolliertes Risikoprofil – trotz KI-Komponente sehr konservativ.

Fazit für Anleger
Aramea Intelligence bietet ein spannendes Konzept, das klassische Euro-Anleihen mit einem KI-basierten Overlay-Ansatz kombiniert. Im kurzen Rumpfjahr war der Start durch nicht realisierte Kursverluste und hohe Anfangskosten geprägt, aber das Fundament ist solide: hohe Bonität, moderate Laufzeiten, transparente Struktur. Für risikobewusste Anleger mit mittelfristigem Anlagehorizont könnte der Fonds in Zukunft attraktiv sein – besonders wenn sich die KI-Strategie bewährt und die Zinsmärkte stabilisieren.

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