US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, in zwei bis drei Wochen erneut „reziproke“ Zölle gegen Länder zu verhängen, die keine Handelsabkommen mit den USA vorlegen. Diese Ankündigung könnte den globalen Handelskonflikt erneut eskalieren lassen – insbesondere mit Blick auf China.
„Wenn es keinen Deal gibt, dann setzen wir den Zoll“, erklärte Trump bei einer Zeremonie im Weißen Haus. Obwohl die sogenannten reziproken Zölle bereits am 9. April für 90 Tage ausgesetzt wurden, um Verhandlungen zu ermöglichen, steht nun eine Wiedereinführung im Raum.
Laut Regierungsangaben befinden sich derzeit etwa 90 bis 100 Länder in Gesprächen mit den USA, um bilaterale Handelsabkommen abzuschließen. Ohne Einigung drohen Zölle von bis zu 50 % – mit Ausnahme von China, für das die Trump-Regierung einen Strafzoll von satten 145 % angesetzt hat.
Der aktuelle Kurs sorgt für erhebliche Unsicherheit in den Märkten. Zwar konnte sich der S&P 500 zuletzt etwas erholen, hat aber seit seinem Höchststand im Februar rund 7 Billionen Dollar an Marktwert verloren. Der „Fear & Greed Index“ steht bei 27 – ein klares Signal, dass Angst die Märkte dominiert.
Handelskrieg mit China auf neuem Höhepunkt
Obwohl die Zölle auf viele Länder derzeit pausieren, hat sich der Konflikt mit China zuletzt deutlich zugespitzt. Ökonomen und Banken warnen vor einer drohenden Rezession, sowohl in den USA als auch weltweit. Chinas Gegenzölle treffen besonders US-Landwirtschafts- und Industriegüter.
Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die Situation als „faktisches Embargo“ beider Länder. Auf einer Investorenkonferenz deutete er jedoch eine mögliche Entspannung an: Man wolle kein vollständiges Auseinanderbrechen der Handelsbeziehungen, sondern eine „Neujustierung“.
Ein vollständiger Abbau der Zölle sei laut Bessent jedoch unrealistisch. Stattdessen müsse man mit einer Normalisierung der Handelsbeziehungen in zwei bis drei Jahren rechnen. Diese Aussagen führten zu einem leichten Anstieg der US-Börsen.
Trump selbst äußerte am Dienstag, die Zölle auf China könnten „bald deutlich sinken“. Tags darauf relativierte er jedoch: „Ich warte nicht ewig auf ein Angebot.“
Chinas Reaktion: „Druck erzeugt keine Deals“
Die chinesische Regierung reagierte scharf auf Trumps Rhetorik. Außenamtssprecher Guo Jiakun erklärte: „Wenn die USA wirklich an einer Lösung interessiert sind, müssen Drohungen und Erpressung aufhören.“ Man sei zu Gesprächen bereit – aber nur auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt.
Trotz der harschen Töne betonte Trump: „Ich komme gut mit Präsident Xi aus. Ich hoffe auf einen Deal – wenn nicht, setzen wir den Preis fest.“
Ob Trump seine Drohungen wahr macht oder ein neuer Deal doch noch möglich ist, bleibt offen. Klar ist: Die Unsicherheit über die zukünftige US-Handelspolitik bleibt ein massiver Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft.