Der US-Elektroautobauer Tesla kämpft in Europa weiter mit rückläufigen Verkaufszahlen. Wie der europäische Herstellerverband ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) heute mitteilte, sind die Neuzulassungen von Tesla-Fahrzeugen im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um satte 45 Prozent eingebrochen.
Damit setzt sich der seit Monaten zu beobachtende Abwärtstrend des von Elon Musk geführten Unternehmens fort – wenn auch nicht mehr ganz so dramatisch wie zu Jahresbeginn: Im Jänner und Februar hatte der Rückgang sogar bei 49 Prozent gelegen.
Markt wächst – aber ohne Tesla
Besonders bitter für Tesla: Während die Gesamtzulassungen von Pkw in der EU leicht um 1,9 % zurückgingen, erlebten rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) einen regelrechten Boom. Der Marktanteil der Stromer liegt mittlerweile bei 15,2 %, die Neuzulassungen stiegen um 23,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Tesla scheint damit den Anschluss an den wachsenden E-Markt in Europa zu verlieren – trotz seines früheren Pionierstatus. Während andere Hersteller – darunter chinesische Marken und europäische E-Modelle wie der VW ID.4 oder der Renault Mégane E-Tech – deutlich zulegten, verliert Tesla offensichtlich Marktanteile.
Ursachen: Konkurrenz, Preise, Image
Branchenexperten sehen mehrere Gründe für den Rückgang. Zum einen ist die Konkurrenz deutlich breiter und attraktiver geworden, sowohl im Preis- als auch im Leistungssegment. Zum anderen haben Preisschwankungen bei Tesla-Modellen und wiederholte Softwareprobleme das Vertrauen vieler Kunden erschüttert.
Hinzu kommt: Das Image von CEO Elon Musk, der immer wieder mit politischen Äußerungen und erratischen Entscheidungen polarisiert, könnte in Europa zunehmend zur Hypothek werden – gerade in Märkten, in denen Markenloyalität und Vertrauen zentrale Kaufkriterien darstellen.
Fazit: Wachsender Markt, schrumpfende Präsenz
Während der EU-Markt für E-Autos boomt, bleibt Tesla auf der Strecke. Der einstige Innovationsführer wirkt zunehmend wie ein Nachzügler. Ob das Unternehmen im weiteren Jahresverlauf die Kurve bekommt, bleibt abzuwarten – der Konkurrenzdruck jedenfalls steigt von Quartal zu Quartal.