Der Jahresbericht 2025/2026 der SF (LUX) SICAV 3 zeichnet insgesamt ein positives Bild der sechs angebotenen Multi-Manager-Hedgefonds-Subfonds. Sämtliche Varianten erzielten im Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 Wertzuwächse, gleichzeitig verzeichnete die Gesellschaft Nettozuflüsse und ein deutlich gestiegenes Gesamtvermögen. Aus Anlegersicht darf die Konstruktion jedoch nicht mit einem klassischen Aktienfonds verwechselt werden: Die im Jahresabschluss ausgewiesenen Aktienbestände dienen im Wesentlichen als Referenz- beziehungsweise Finanzierungsportfolio, während die eigentliche wirtschaftliche Rendite über Total Return Swaps auf Multi-Manager-Hedgefonds-Indizes erzeugt wird. Damit treten Gegenparteien-, Bewertungs-, Liquiditäts- und Strukturierungsrisiken deutlich stärker in den Vordergrund.
Durchweg positive Performance – Focused-Varianten liegen vorn
Die Entwicklung der Nettoinventarwerte war im Berichtsjahr bei allen sechs Subfonds positiv:
Subfonds NAV 31.03.2025 NAV 31.03.2026 Veränderung
Diversified CHF 120,71 CHF 126,14 CHF +4,5 %
Diversified EUR 143,08 EUR 152,80 EUR +6,8 %
Diversified USD 1.932,21 USD 2.110,33 USD +9,2 %
Focused CHF 148,29 CHF 157,16 CHF +6,0 %
Focused EUR 175,57 EUR 190,22 EUR +8,3 %
Focused USD 2.358,11 USD 2.612,36 USD +10,8 %
Auffällig ist, dass die Focused-Reihe in sämtlichen Währungen besser abschnitt als die entsprechende Diversified-Variante. Besonders stark entwickelte sich der Focused-USD-Subfonds mit rund 10,8 %, gefolgt von Focused EUR mit etwa 8,3 %. Die CHF-Varianten zeigten dagegen die niedrigsten Zuwächse.
Auch über einen längeren Zeitraum ist der Trend grundsätzlich positiv. Die Nettoinventarwerte aller sechs Subfonds liegen deutlich über den Ständen vom März 2024. Allerdings bewegen sich die Renditen – gemessen an der Komplexität der zugrunde liegenden Hedgefondsstrategien – nicht in einem außergewöhnlich hohen Bereich. Anleger erhalten hier eher eine diversifizierte alternative Renditequelle als ein Produkt, das auf maximale Aktienmarktrenditen abzielt.
Equity-Hedged- und Makrostrategien waren die wichtigsten Renditetreiber
Der Portfoliomanager berichtet über weite Teile des Geschäftsjahres von einer breit positiven Entwicklung. Besonders Equity-Hedged-Strategien waren sowohl bei Diversified als auch Focused der bedeutendste Renditetreiber. Ergänzend lieferten Relative-Value- und Multi-Strategy-Ansätze überwiegend positive Beiträge.
Im Jahresverlauf veränderte sich das Bild jedoch. Während das zweite und dritte Quartal 2025 relativ breit getragen wurden, gewannen im vierten Quartal insbesondere diskretionäre Makrostrategien an Bedeutung. Zu Beginn des Jahres 2026 nahm dagegen die Streuung zwischen einzelnen Hedgefondsmanagern zu.
Bei den Diversified-Subfonds verlief das erste Quartal 2026 letztlich weitgehend seitwärts. Trading-Strategien und Co-Investments belasteten das Ergebnis teilweise. Die Focused-Fonds konnten dagegen auch in diesem Zeitraum noch positive Ergebnisse erzielen.
Damit zeigt sich zugleich der wesentliche Vorteil des Multi-Manager-Konzepts: Schwächen einzelner Strategien konnten häufig durch andere Ansätze kompensiert werden. Gleichzeitig macht die zunehmende Streuung der Managerergebnisse im ersten Quartal 2026 deutlich, dass die Performance keineswegs unabhängig vom Marktumfeld ist.
Gesamtvermögen steigt auf 1,72 Milliarden Euro
Das kombinierte Nettovermögen der Gesellschaft erhöhte sich von rund 1,558 Mrd. Euro auf 1,715 Mrd. Euro, also um etwa 10 %.
Dabei kamen zwei positive Faktoren zusammen:
Nettozuflüsse aus Zeichnungen und Rücknahmen von rund 44,4 Mio. Euro
eine Nettovermögenserhöhung aus der Geschäftstätigkeit von rund 112,5 Mio. Euro
Die Anlegerbewegungen sind positiv zu bewerten. Zeichnungen von 242,7 Mio. Euro standen Rücknahmen von 198,3 Mio. Euro gegenüber. Somit floss der Fondsgesellschaft netto neues Kapital zu. Auch auf Ebene der sechs einzelnen Subfonds überwogen die Zeichnungen jeweils die Rücknahmen.
Das spricht zumindest im Berichtsjahr gegen einen Vertrauens- oder Liquiditätsabzug durch die bestehenden Investoren.
Die beiden EUR-Varianten bilden mit jeweils rund 600 Mio. Euro klar den Schwerpunkt der Gesellschaft: Der Diversified-EUR-Fonds verfügte über ein Nettovermögen von 596,0 Mio. Euro, der Focused-EUR-Fonds über 609,4 Mio. Euro.
Das sichtbare Aktienportfolio ist nicht die eigentliche Anlage
Für Anleger besonders wichtig ist die ungewöhnliche Struktur des Fonds.
Auf den ersten Blick besteht das Portfolio überwiegend aus europäischen Aktien. Zu den größten Positionen gehören beispielsweise UCB, KBC, Erste Group, Argenx, ASM International, OMV, Verbund oder Heineken. Geografisch dominieren die Niederlande, Belgien und Österreich.
Diese Aktien bestimmen jedoch nicht unmittelbar die Rendite der Anleger.
Über Total Return Swaps wird die Wertentwicklung des Aktienportfolios wirtschaftlich neutralisiert. Der Subfonds überträgt dessen Gesamtrendite an die Swap-Gegenpartei STAR Compass plc und erhält im Gegenzug die Wertentwicklung eines Index, der ein fiktives Portfolio aus überwiegend Hedgefonds abbildet.
Entscheidend für den Anleger ist deshalb nicht primär, ob UCB, KBC oder Heineken steigen oder fallen, sondern wie sich der jeweilige KEY Multi-Manager Hedge Fund Index entwickelt.
Das wird auch im Jahresabschluss sichtbar. Der kombinierte Aktienbestand hatte einen Einstandswert von rund 1,747 Mrd. Euro, war zum Bilanzstichtag aber nur noch 1,617 Mrd. Euro wert – ein nicht realisierter Abschlag von rund 130,5 Mio. Euro. Gleichzeitig bestanden jedoch nicht realisierte Gewinne aus Swaps von 96,2 Mio. Euro. Die isolierte Betrachtung des Aktienportfolios würde deshalb zu völlig falschen Schlussfolgerungen hinsichtlich der tatsächlichen Fondsperformance führen.
Hohe Aktivität und enorme Umschlagshäufigkeit
Besonders auffällig ist die Portfolio Turnover Rate. Sie lag bei sämtlichen Subfonds bei ungefähr 1.446 % bis 1.483 %.
Bei einem klassischen Aktienfonds wäre ein derartiger Portfolioumschlag ein deutliches Warnsignal bezüglich Transaktionskosten und Handelsintensität. Hier ist er allerdings zumindest teilweise Folge der besonderen Swap- und Finanzierungsstruktur.
Positiv ist, dass laut Jahresbericht die Transaktionskosten für Kauf und Verkauf der Anlagen von der Swap-Gegenpartei getragen werden. Dennoch unterstreicht die hohe Umschlagshäufigkeit, dass Anleger ein strukturell sehr komplexes Produkt erwerben und keinen einfachen Buy-and-Hold-Fonds.
Gegenparteirisiko ist ein zentraler Punkt
Die wirtschaftliche Konstruktion führt zu einer erheblichen Konzentration auf STAR Compass plc, eine mit UBS verbundene irische Zweckgesellschaft.
Alle wesentlichen Total Return Swaps werden mit dieser Gegenpartei abgeschlossen. Zusätzlich werden praktisch sämtliche verleihbaren Wertpapiere ebenfalls an STAR Compass plc verliehen.
Zum Stichtag waren je nach Subfonds Wertpapiere im Umfang von rund 91 % bis 96 % des jeweiligen Nettovermögens verliehen. Das entspricht jeweils 100 % der grundsätzlich verleihbaren Wertpapierbestände.
Zusätzlich lag der Nominalwert der Total Return Swaps bei ungefähr 101 % bis 103 % des Nettovermögens.
Das Gegenparteirisiko wird allerdings erheblich dadurch reduziert, dass die Verpflichtungen von STAR Compass plc gegenüber den Subfonds uneingeschränkt und unwiderruflich von der UBS AG, Niederlassung London, garantiert werden.
Damit verschiebt sich das Kreditrisiko wirtschaftlich zu einem erheblichen Teil auf UBS. Für Anleger ist das wesentlich komfortabler als ein unbesichertes Engagement gegenüber einer Zweckgesellschaft. Eine Renditegarantie stellt die UBS-Garantie ausdrücklich nicht dar.
Sicherheiten vorhanden – aber ebenfalls konzentriert
Zusätzlich erhält jeder Subfonds Sicherheiten. Deren Wert muss mindestens 90 % des Nettoinventarwerts des jeweiligen Subfonds entsprechen.
Auch hier gibt es allerdings einen wichtigen Risikopunkt: Die Sicherheiten bestehen nicht aus hochliquiden Staatsanleihen oder Bargeld, sondern aus Anteilen anderer Hedgefonds ohne Rating – konkret aus Anteilen der jeweiligen Key Multi-Manager Hedge Fund Diversified beziehungsweise Focused-Strukturen.
Damit besteht eine erhebliche Konzentration innerhalb desselben Anlage- und Gegenparteiökosystems.
Die Sicherheiten werden bei der European Depositary Bank in Dublin verwahrt und laut Bericht nicht weiterverwendet. Dies ist positiv. Dennoch ist die Qualität und Liquidität dieser Sicherheiten in einer außergewöhnlichen Stresssituation schwerer einzuschätzen als beispielsweise bei erstklassigen Staatsanleihen.
Hoher Bruttohebel – Commitment-Risiko dagegen unter 100 %
Auch der Fremdkapitaleinsatz verdient Aufmerksamkeit. Nach der Bruttomethode lag die Hebelwirkung zum Bilanzstichtag zwischen 200,8 % und 203,2 %.
Das klingt zunächst sehr hoch. Nach der Commitment-Methode, die gegenläufige beziehungsweise abgesicherte Positionen stärker berücksichtigt, betrug das Exposure jedoch lediglich zwischen 91,5 % und 95,7 %.
Die starke Differenz zeigt erneut die synthetische Konstruktion: Das nominelle Bruttoengagement ist hoch, viele Positionen neutralisieren sich wirtschaftlich jedoch gegenseitig.
Dennoch sollten Anleger den Bruttohebel nicht ignorieren. In Stresssituationen können Derivate, Sicherheiten und Gegenparteien zusätzliche operative und Liquiditätsrisiken erzeugen, die ein gewöhnlicher ungehebelter Fonds nicht besitzt.
Bewertungsmechanismus birgt ein zusätzliches Risiko
Ein weiterer wichtiger Punkt liegt in der Ermittlung des Nettoinventarwerts.
Der NAV wird lediglich am drittletzten Bankgeschäftstag jedes Monats berechnet. Der im Jahresbericht per 31. März 2026 ausgewiesene Wert basiert deshalb tatsächlich auf dem offiziellen NAV vom 27. März 2026.
Noch wichtiger: Zur Bewertung der Hedgefondsindizes wird teilweise mit geschätzten Indexwerten gearbeitet. Die endgültigen Indexwerte können erst mit einer Verzögerung von bis zu einem Monat festgestellt werden.
Weicht der endgültige Wert vom zuvor verwendeten Schätzwert ab, wird der bereits festgestellte Nettoinventarwert laut Bericht nicht nachträglich korrigiert.
Für Anleger entsteht damit ein Bewertungs- beziehungsweise Schätzrisiko, das bei täglich gehandelten Publikumsfonds mit liquiden Börsenwerten in dieser Form nicht existiert.
Kosten erscheinen moderat, sind aufgrund der Swap-Konstruktion aber nicht trivial zu interpretieren
Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr kombinierte Aufwendungen von rund 3,0 Mio. Euro aus. Den größten Anteil bilden Portfolioverwaltung, Fondsadministration, Verwaltungsgesellschaft, Verwahrstelle sowie sonstige Gebühren.
Die regulären Management-, Verwaltungs- und Portfoliomanagementkosten dürfen zusammen jährlich höchstens 0,45 % des Nettoinventarwerts betragen; hinzu kommt unter anderem eine Verwahrstellengebühr von maximal 0,05 %.
Allerdings sieht die Swap-Vereinbarung vor, dass die Swap-Gegenpartei dem Fonds regelmäßig Beträge zur Deckung der Gebühren und betrieblichen Aufwendungen zahlt. Deshalb lässt sich die tatsächliche wirtschaftliche Kostenbelastung des Anlegers nicht sinnvoll allein aus der ausgewiesenen Aufwandsrechnung ableiten. Für eine vollständige Kostenbewertung müssten zusätzlich die Preisbildung des Swaps und die Methodik des jeweiligen Hedgefondsindex betrachtet werden.
Nachhaltigkeit spielt keine strategische Rolle
Alle sechs Subfonds werden gemäß SFDR als Artikel-6-Produkte eingestuft. Sie verfolgen somit kein ausdrücklich nachhaltiges Anlageziel und bewerben keine ökologischen oder sozialen Merkmale im Sinne von Artikel 8 oder 9.
Die Investitionen berücksichtigen außerdem nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, und die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren werden aufgrund der Strategie nicht berücksichtigt.
Für Anleger mit ausgeprägtem ESG- oder Nachhaltigkeitsfokus sind die Subfonds daher nur eingeschränkt geeignet.
Positiv: uneingeschränktes Prüfungsurteil und keine außergewöhnlichen Liquiditätsmaßnahmen
Ernst & Young erteilte dem Jahresabschluss ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. Nach Ansicht des Abschlussprüfers vermittelt der Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Der AIFM meldete darüber hinaus keine besonderen Liquiditätsvereinbarungen wie Side-Pockets oder Gates und keine wesentlichen Änderungen des Liquiditätsmanagements.
Auch nach dem Bilanzstichtag waren bis zur Erstellung des Berichts keine Ereignisse bekannt, die eine Anpassung oder zusätzliche Offenlegung im Jahresabschluss erforderlich gemacht hätten.
Diese Punkte sind aus Governance- und Transparenzsicht positiv.
Fazit aus Anlegersicht
Die SF (LUX) SICAV 3 blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Alle sechs Subfonds erzielten positive Renditen, die Focused-Varianten übertrafen durchweg ihre Diversified-Pendants, das Gesamtvermögen wuchs auf rund 1,72 Mrd. Euro und es kam zu Nettozuflüssen von Anlegergeldern. Besonders überzeugend entwickelten sich die USD-Varianten mit rund 9,2 % beziehungsweise 10,8 %.
Die Renditequellen waren zugleich ausreichend diversifiziert. Equity-Hedged-Strategien bildeten den wichtigsten Performancebaustein, ergänzt durch Relative Value, Multi-Strategy und insbesondere zeitweise erfolgreiche Makrostrategien.
Für Anleger ist jedoch die Konstruktion des Produkts wichtiger als das sichtbare Wertpapierportfolio. Die tatsächliche Hedgefondsrendite wird synthetisch über Total Return Swaps erzeugt. Gleichzeitig werden nahezu sämtliche vorhandenen Aktien verliehen, das Bruttoexposure liegt bei rund 200 %, und sowohl Swap- als auch Wertpapierleihgeschäfte konzentrieren sich auf STAR Compass plc. Die UBS-Garantie reduziert das Gegenparteirisiko erheblich, beseitigt die strukturelle Abhängigkeit von der UBS-/STAR-Compass-Infrastruktur jedoch nicht vollständig.
Hinzu kommen Sicherheiten in Form unrated Hedgefondsanteilen sowie ein Bewertungsverfahren, das teilweise auf Schätzungen beruht und bei später festgestellten Abweichungen keine rückwirkende NAV-Korrektur vorsieht.
Unter dem Strich präsentiert sich die SF (LUX) SICAV 3 damit als renditestarker und im Berichtsjahr erfolgreicher alternativer Anlagebaustein, dessen Risiko jedoch weniger aus den ausgewiesenen europäischen Aktien als aus der komplexen Hedgefonds-, Swap-, Wertpapierleih- und Gegenparteistruktur resultiert. Für erfahrene beziehungsweise institutionelle Anleger, die bewusst alternative Renditequellen und eine geringere Abhängigkeit von klassischen Long-only-Märkten suchen, kann das Konzept interessant sein. Für Anleger mit hohen Anforderungen an Einfachheit, tägliche Transparenz, geringe Gegenparteikonzentration oder Nachhaltigkeit ist die Konstruktion dagegen deutlich weniger geeignet.