Der D&R Aktien blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 zurück. Der aktiv gemanagte globale Aktienfonds verfolgt eine benchmarkunabhängige Strategie mit Schwerpunkten in Europa und Nordamerika und kann neben Einzelaktien auch Fonds, ETFs und Derivate einsetzen. Eine feste Vergleichsbenchmark existiert ausdrücklich nicht. Damit besitzt das Management große Freiheiten, für Anleger wird allerdings auch die Beurteilung erschwert, ob die aktive Titelauswahl tatsächlich einen Mehrwert gegenüber einem kostengünstigen globalen Aktienindex geschaffen hat.
Die Entwicklung der Anteilwerte fällt klar positiv aus. Der Anteilwert der volumenmäßig dominierenden Klasse D&R Aktien V stieg von 131,10 Euro auf 143,90 Euro. Bei der Klasse I ging es von 119,59 auf 129,89 Euro, bei P von 115,78 auf 125,60 Euro und bei I2 von 116,76 auf 127,17 Euro nach oben. Zusätzlich wurden je Anteil 3,10 Euro in der Klasse V, 2,80 Euro in I sowie jeweils 2,70 Euro in P und I2 ausgeschüttet. In einer vereinfachten Betrachtung ohne Wiederanlage der Ausschüttung ergibt sich damit für das Geschäftsjahr eine Gesamtentwicklung von ungefähr 12,1 % bei V, 11,0 % bei I, 10,8 % bei P und 11,2 % bei I2.
Positiv fällt zudem die Entwicklung des Fondsvolumens auf. Das gesamte Fondsvermögen belief sich zum Stichtag auf rund 287,34 Mio. Euro, wovon allein rund 285 Mio. Euro auf die Anteilklasse V entfielen. Diese Klasse verzeichnete im Geschäftsjahr Nettozuflüsse von gut 31,2 Mio. Euro, nachdem Anteilsverkäufen von 70,2 Mio. Euro Rücknahmen von rund 39,0 Mio. Euro gegenüberstanden. Das deutet auf erneutes Anlegerinteresse hin, nachdem das Volumen in den vorhergehenden Jahren deutlich zurückgegangen war. Die kleineren Anteilklassen spielen hinsichtlich des Gesamtvolumens dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Bei genauerer Betrachtung ist die Qualität des Jahresergebnisses allerdings differenziert zu beurteilen. In der großen Klasse V entstand ein Jahresergebnis von 27,70 Mio. Euro. Davon entfielen jedoch rund 25,84 Mio. Euro auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Das realisierte Ergebnis betrug lediglich 1,86 Mio. Euro. Bei den Veräußerungsgeschäften standen realisierten Gewinnen von 15,94 Mio. Euro sogar Verluste von 16,86 Mio. Euro gegenüber, sodass das realisierte Veräußerungsergebnis mit rund 0,92 Mio. Euro negativ war. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den kleineren Anteilklassen: Auch dort war das realisierte Ergebnis teilweise negativ, während hohe nicht realisierte Kursgewinne für ein deutlich positives Gesamtergebnis sorgten.
Für Anleger bedeutet dies: Die gute Bilanz des Jahres beruht in erheblichem Umfang auf Buchgewinnen im bestehenden Portfolio. Das ist bei einem Aktienfonds keineswegs ungewöhnlich und grundsätzlich positiv, macht den Erfolg jedoch stärker von der weiteren Börsenentwicklung abhängig. Ein Teil der erzielten Wertsteigerungen könnte bei fallenden Märkten wieder verloren gehen.
Die Portfolioaufstellung erscheint grundsätzlich solide diversifiziert. Zum Stichtag waren 94,35 % des Fondsvermögens direkt in Aktien und weitere 1,42 % in sonstigen Beteiligungswertpapieren investiert, während die Liquiditätsquote bei 4,24 % lag. Größte Einzelposition war Amazon mit 3,23 %, gefolgt von Alphabet mit 3,06 %, Microsoft mit 2,99 %, Banco Santander mit 2,95 % und Nvidia mit 2,71 %. Keine einzelne Position dominiert das Portfolio, was das unternehmensspezifische Risiko begrenzt. Gleichzeitig ist der Fonds mit einer Aktienquote von insgesamt knapp 96 % nahezu vollständig den Schwankungen der Aktienmärkte ausgesetzt.
Hinzu kommt ein relevantes Währungsrisiko. Lediglich 43,88 % des Exposures entfielen zum Geschäftsjahresende auf den Euro. Der US-Dollar machte 36,15 %, das britische Pfund 10,68 % und der Schweizer Franken 7,79 % aus. Für Euro-Anleger kann eine Aufwertung dieser Währungen zusätzliche Gewinne bringen, eine Abwertung hingegen die Aktienrendite reduzieren. Der Derivateeinsatz war am Stichtag mit einem Anteil von lediglich minus 0,05 % sehr gering; ein erhöhtes strukturelles Hebelrisiko ist daraus aktuell nicht erkennbar.
Besonders wichtig ist die Kostenfrage. Die Gesamtkostenquote unterscheidet sich erheblich zwischen den Anteilklassen. Für die Klasse V beträgt die TER nur 0,37 %. Bei der Klasse I liegt sie bei 0,86 %, bei P bei 1,05 % und bei I2 bei 0,60 %. Zusätzlich werden für I, P und I2 performanceabhängige Vergütungen von 0,59 %, 0,56 % beziehungsweise 0,63 % ausgewiesen. Gerade für langfristige Privatanleger ist dies relevant, weil höhere laufende und erfolgsabhängige Gebühren den Zinseszinseffekt dauerhaft belasten. Die vergleichsweise günstige Klasse V ist allerdings ausschließlich für DONNER & REUSCHEL beziehungsweise verbundene Unternehmen vorgesehen; für die Klasse I gilt ein Mindestanlagevolumen von 100.000 Euro und für I2 von 1 Mio. Euro. Die Privatanlegerklasse P weist zudem einen Ausgabeaufschlag von 5 % aus.
Auffällig ist darüber hinaus die hohe Handelsaktivität. Im Geschäftsjahr wurden Transaktionen von insgesamt rund 666,1 Mio. Euro durchgeführt; die Transaktionskosten beliefen sich auf rund 445.900 Euro. Bemerkenswert ist, dass laut Bericht 100 % dieses Transaktionsvolumens mit verbundenen Unternehmen abgewickelt wurden. Dies stellt für sich genommen keinen Hinweis auf eine Benachteiligung der Anleger dar, ist aus Governance-Sicht aber ein Punkt, bei dem Anleger auf konsequente Best-Execution-Regeln und die Vermeidung möglicher Interessenkonflikte achten sollten.
Auch beim Nachhaltigkeitsprofil lohnt sich ein genauer Blick. Der D&R Aktien ist als Artikel-8-Fonds eingestuft und bewirbt ökologische beziehungsweise soziale Merkmale. Der Bericht stellt jedoch ausdrücklich klar, dass damit keine nachhaltigen Investitionen im engeren regulatorischen Sinn getätigt wurden. Anleger sollten die Artikel-8-Einstufung daher nicht mit einem klassischen nachhaltigen oder Impact-Investmentfonds gleichsetzen.
Aus Anlegersicht fällt das Gesamturteil damit positiv, aber nicht uneingeschränkt aus. Der D&R Aktien hat 2025/26 von einem starken Aktienumfeld beziehungsweise erfolgreichen Positionierungen profitiert, zweistellige Gesamterträge erwirtschaftet und in seiner wichtigsten Anteilklasse erhebliche neue Mittel angezogen. Das Portfolio ist breit aufgestellt, die Einzelwertrisiken erscheinen begrenzt und die hohe Aktienquote bietet langfristig attraktive Renditechancen. Gleichzeitig beruhte der größte Teil des Jahresgewinns auf noch nicht realisierten Kurssteigerungen, die Handelsaktivität war hoch und insbesondere die für Privatanleger relevanten Anteilklassen weisen eine deutlich höhere Kostenbelastung auf.
Für langfristig orientierte und risikobereite Anleger kann der Fonds deshalb interessant sein, insbesondere wenn sie aktives Management und die flexible, benchmarkunabhängige Strategie bewusst wünschen. Vor einem Investment sollte jedoch geprüft werden, welche Anteilklasse tatsächlich zugänglich ist und ob deren Kosten gegenüber einem globalen Aktien-ETF durch eine dauerhaft bessere Performance gerechtfertigt werden können. Gerade dieser Vergleich lässt sich aus dem Jahresbericht selbst nicht beantworten, da der Fonds bewusst keinen Referenzindex verwendet. Die weitere Entwicklung wird zudem stark davon abhängen, ob die bislang hohen nicht realisierten Kursgewinne gehalten beziehungsweise künftig tatsächlich realisiert werden können.