Der SOLIT Wertefonds blickt auf ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Zum 31. Mai 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 91,42 Mio. Euro, nachdem die beiden Anteilklassen zu Beginn des Geschäftsjahres zusammen nur rund 67,0 Mio. Euro verwaltet hatten. Damit wuchs das Fondsvolumen innerhalb eines Jahres um rund 36 %. Entscheidend dafür war weniger die Gewinnung neuer Anleger als vielmehr die starke Wertentwicklung des bestehenden Portfolios. Die Anteilklasse R stieg von 132,59 Euro auf 174,78 Euro, was einem Kurszuwachs von rund 31,8 % entspricht. Bei der Anteilklasse I erhöhte sich der Anteilwert von 138,99 Euro auf 184,12 Euro beziehungsweise um rund 32,5 %. Auch über mehrere Jahre zeigt sich ein positiver Trend: Seit 2023 ist der Anteilwert der R-Klasse von 110,66 Euro um knapp 58 % gestiegen, die I-Klasse von 114,73 Euro sogar um rund 60 %.
Gold und Rohstoffe prägen das tatsächliche Risikoprofil
Die Bezeichnung als breit gestreuter Sachwertefonds beschreibt das Portfolio nur teilweise. Zwar investiert der Fonds formal über mehrere Anlageklassen, tatsächlich ist jedoch ein erheblicher Teil des Vermögens direkt oder indirekt von der Entwicklung der Edelmetall- und Rohstoffmärkte abhängig. Allein physisches Gold machte zum Stichtag 23,35 % des Fondsvermögens aus. Weitere erhebliche Positionen befinden sich in Gold-, Silber- und anderen Rohstoffproduzenten wie Tudor Gold, Wheaton Precious Metals, SSR Mining, DPM Metals, Kinross Gold, Vizsla Silver, Silvercorp Metals, Fresnillo oder Southern Copper. Hinzu kommen der ZKB Silver ETF und rohstoffbezogene Fonds.
Damit liegt die ökonomische Abhängigkeit von Edelmetallen und Rohstoffen deutlich über dem ausgewiesenen Anteil von 23,35 % physischem Gold. Für Anleger ist dies einer der wichtigsten Punkte des Berichts: Der SOLIT Wertefonds ist weniger ein klassischer ausgewogener Multi-Asset-Fonds als vielmehr ein Sachwerteportfolio mit ausgeprägter Edelmetall- und Ressourcenorientierung. In Jahren steigender Gold-, Silber- und Rohstoffpreise kann diese Positionierung sehr vorteilhaft sein. Bei einer deutlichen Korrektur dieser Märkte können jedoch mehrere Teile des Portfolios gleichzeitig unter Druck geraten.
Diese Ausrichtung spiegelt sich auch im regulatorischen Vergleichsvermögen wider, das zu 40 % aus dem FTSE Gold Mines Index, zu 20 % aus Gold, zu 10 % aus Silber und lediglich zu 30 % aus dem MSCI World besteht. Insgesamt entfallen damit 70 % des Vergleichsvermögens auf Edelmetallanlagen. Anleger sollten den Fonds daher in erster Linie als strategische Sachwert- und Edelmetallbeimischung betrachten und nicht als Ersatz für ein global diversifiziertes Aktienportfolio.
Aktienquote hoch, Liquiditätsreserve komfortabel
Aktien stellten mit 44,77 % die größte Anlageklasse. Neben Edelmetallproduzenten enthält das Portfolio auch klassische Qualitäts-, Energie-, Versorger- und Technologiewerte wie Microsoft, Münchener Rück, Deutsche Post, Roche, Novo Nordisk, E.ON, RWE, Siemens Energy, Exxon Mobil und Chevron.
Positiv fällt die hohe Liquiditätsreserve auf. Bankguthaben machten 16,98 % des Fondsvermögens aus. Zusammen mit den grundsätzlich liquiden börsennotierten Wertpapieren verschafft dies dem Management erheblichen Handlungsspielraum und reduziert das Risiko, bei größeren Mittelabflüssen Positionen unter ungünstigen Marktbedingungen verkaufen zu müssen. Der Anteil schwer liquidierbarer Vermögensgegenstände wird folgerichtig mit 0,00 % angegeben.
Gleichzeitig führt die Liquiditätsquote in stark steigenden Aktienmärkten zu Opportunitätskosten. Für einen Fonds, dessen Ziel ausdrücklich auch Kaufkrafterhalt und Stabilität ist, erscheint eine größere Barreserve jedoch grundsätzlich nachvollziehbar.
Auffällig sind einzelne größere Positionen. Tudor Gold entspricht 3,80 % des Fondsvermögens. Eine Anleihe von Opus-Chartered Issuances macht mit 4,88 % ebenfalls einen erheblichen Einzelposten aus. Zusammen mit einer weiteren Anleihe von PLN Lux von 2,18 % konzentriert sich das gesamte Rentenportfolio auf nur zwei Titel. Anleger erhalten hier somit keine breit diversifizierte klassische Rentenkomponente, sondern vergleichsweise konzentrierte Kreditrisiken.
Gewinne stammen überwiegend aus Kurssteigerungen – nicht aus laufenden Erträgen
Besonders aufschlussreich ist die Ertrags- und Aufwandsrechnung. Die Anteilklasse R erzielte zwar Erträge von rund 1,29 Mio. Euro, gleichzeitig lagen die Aufwendungen bei 2,85 Mio. Euro. Daraus entstand ein negativer ordentlicher Nettoertrag von rund 1,56 Mio. Euro. Bei der I-Klasse ergibt sich dasselbe Bild: Erträgen von rund 115.000 Euro standen Aufwendungen von rund 218.000 Euro gegenüber, sodass der ordentliche Nettoertrag mit rund 103.000 Euro negativ war.
Der hohe Jahresgewinn stammt somit nicht aus Dividenden und Zinsen, sondern nahezu vollständig aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen. Die R-Klasse erzielte 12,40 Mio. Euro Nettogewinn aus realisierten Verkäufen sowie weitere 9,15 Mio. Euro aus nicht realisierten Wertveränderungen. Insgesamt betrug ihr Jahresergebnis knapp 20,0 Mio. Euro. Die I-Klasse erreichte weitere 1,79 Mio. Euro.
Das ist für Anleger gleichzeitig positiv und ein Hinweis auf die Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld. Die Strategie funktionierte im Berichtsjahr hervorragend, benötigt für ähnlich starke Ergebnisse aber weitere positive Kursbewegungen. Aus laufenden Erträgen allein kann der Fonds seine Kosten derzeit nicht decken.
Kosten sind der wichtigste Kritikpunkt
Die Kostenstruktur verdient besondere Aufmerksamkeit. Für die R-Klasse wird eine Gesamtkostenquote von 1,70 % ausgewiesen, bei der I-Klasse beträgt sie 1,11 %. Zusätzlich weist der Bericht performanceabhängige Vergütungen von 1,98 % beziehungsweise 2,04 % aus.
Allein bei der R-Klasse belief sich die Verwaltungsvergütung im Berichtsjahr auf 2,64 Mio. Euro, davon rund 1,47 Mio. Euro performanceabhängig. In der I-Klasse entfielen von 194.692 Euro Verwaltungsvergütung rund 131.951 Euro auf die Performance Fee. Die außergewöhnlich gute Wertentwicklung hat damit zugleich erhebliche erfolgsabhängige Vergütungen ausgelöst.
Für Privatanleger ist außerdem der Unterschied zwischen den Anteilklassen relevant. Die R-Klasse besitzt eine reguläre Verwaltungsvergütung von 1,60 % jährlich und einen Ausgabeaufschlag von bis zu 3 %. Bei der I-Klasse beträgt die Verwaltungsvergütung lediglich 1,00 %, und es wird kein Ausgabeaufschlag erhoben. Allerdings verlangt sie eine Mindestanlage von 500.000 Euro und ist damit für die meisten Privatanleger nicht zugänglich.
Die Kosten sind deshalb insbesondere bei der R-Klasse langfristig eine beträchtliche Renditehürde. In einem Jahr mit mehr als 30 % Wertsteigerung fallen sie optisch kaum ins Gewicht. In Seitwärts- oder schwachen Marktphasen können sie die Anlegerperformance jedoch erheblich belasten.
Hohe Handelsaktivität und Geschäfte mit verbundenen Unternehmen beobachten
Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 153 Mio. Euro wurde das Portfolio während des Berichtsjahres intensiv umgeschichtet. Zahlreiche Titel wurden innerhalb desselben Jahres vollständig gekauft und wieder verkauft. Dazu gehören unter anderem BASF, Bayer, Coinbase, Rio Tinto, ThyssenKrupp und verschiedene Rohstoffunternehmen.
Die damit verbundenen unmittelbaren Transaktionskosten lagen bei rund 171.900 Euro und erscheinen gemessen am gesamten Handelsvolumen noch überschaubar. Auffällig ist allerdings, dass Geschäfte mit verbundenen Unternehmen ein Volumen von 52,73 Mio. Euro beziehungsweise 34,48 % aller Transaktionen ausmachten. Dies stellt nicht automatisch einen Nachteil für Anleger dar, sollte wegen möglicher Interessenkonflikte aber im Rahmen künftiger Berichte weiter beobachtet werden.
Managementwechsel erhöht zunächst die Unsicherheit
Ein wesentliches Ereignis war der Wechsel des Portfoliomanagements. Seit dem 1. Dezember 2025 wird der Fonds nicht mehr von der Plutos Vermögensverwaltung AG, sondern von der AXIA Asset Management GmbH geführt. Zum 1. Juli 2026 wurde der Fonds folgerichtig in AXIA Wertefonds umbenannt.
Für Anleger bedeutet dies, dass die historische Wertentwicklung nur eingeschränkt dem heutigen Management zugerechnet werden kann. Das Geschäftsjahr enthält etwa sechs Monate unter Plutos und sechs Monate unter AXIA. Erst die kommenden Berichtsperioden werden zeigen, ob AXIA das erfolgreiche Risiko-Rendite-Profil nachhaltig fortsetzen kann und wie stark sich die Portfoliostruktur unter der neuen Verantwortung verändert.
Die Einführung zusätzlicher Liquiditätsmanagementinstrumente im April 2026 ist ebenfalls erwähnenswert. Rücknahmebeschränkungen und Swing Pricing sollen den Fonds in außergewöhnlichen Liquiditätssituationen schützen. Für verbleibende Anleger kann dies vorteilhaft sein, zugleich können Rücknahmebeschränkungen im Extremfall bedeuten, dass Anleger ihre Fondsanteile vorübergehend nicht in gewünschtem Umfang zurückgeben können.
Mittelzuflüsse bestätigen Anlegervertrauen
Positiv ist, dass beide Anteilklassen im Berichtsjahr Nettozuflüsse verzeichneten. Bei der R-Klasse standen Anteilsverkäufen von 10,65 Mio. Euro Rücknahmen von 7,75 Mio. Euro gegenüber, sodass netto rund 2,90 Mio. Euro zuflossen. Die I-Klasse erhielt netto weitere rund 406.000 Euro. Es gab somit trotz deutlicher Kurssteigerungen keine Nettoflucht der Anleger.
Auch die Ausschüttungspolitik bleibt zurückhaltend. Für die R-Klasse werden 1,06 Euro je Anteil und für die I-Klasse 1,15 Euro ausgeschüttet. Der überwiegende Teil der erwirtschafteten Gewinne verbleibt im Fonds beziehungsweise wird auf neue Rechnung vorgetragen. Für Anleger, deren Schwerpunkt auf Kapitalwachstum statt hohen laufenden Ausschüttungen liegt, ist dies grundsätzlich sinnvoll.
Weitere Risikofaktoren
Neben dem Rohstoffschwerpunkt bestehen erhebliche Fremdwährungsrisiken. Aktien und Liquidität werden unter anderem in US-Dollar, kanadischen Dollar, Schweizer Franken, britischen Pfund, australischen Dollar und weiteren Währungen gehalten. Wechselkursbewegungen können die Rendite in Euro deshalb sowohl verstärken als auch reduzieren.
Geopolitische Risiken sind ebenfalls relevant. Der Bericht verweist insbesondere auf die Auswirkungen internationaler Konflikte, Sanktionen, Energiepreise, Geldpolitik und der US-Zollpolitik. Gerade Rohstoff-, Energie- und Edelmetallanlagen können auf solche Entwicklungen deutlich stärker reagieren als breit diversifizierte Standardportfolios.
Positiv fällt dagegen der geringe Einsatz von Fremdkapital beziehungsweise Derivaten auf. Der Leverage lag sowohl nach Brutto- als auch Commitment-Methode lediglich bei 0,98 und damit weit unter den zulässigen Höchstwerten. Zum Geschäftsjahresende bestand kein Derivate-Exposure. Das Risiko entsteht somit vor allem aus der tatsächlichen Zusammensetzung des Portfolios und nicht aus zusätzlicher Hebelung.
Für nachhaltig orientierte Anleger ist zu beachten, dass der Fonds ausdrücklich keine Nachhaltigkeitsrisiken in seine Investitionsentscheidungen integriert und als Artikel-6-Fonds nach der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft ist. Eine ESG-orientierte Anlage ist damit nicht Gegenstand des Fondskonzepts.
Fazit aus Anlegersicht
Der SOLIT Wertefonds hat 2025/2026 ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr erzielt. Anteilwertsteigerungen von rund 32 %, ein Fondsvermögen von mehr als 91 Mio. Euro, Nettozuflüsse und hohe realisierte wie unrealisierte Gewinne sprechen für die erfolgreiche Positionierung des Portfolios. Der hohe physische Goldbestand erwies sich zusammen mit den zahlreichen Edelmetall- und Rohstoffaktien als wesentlicher Renditetreiber.
Die starke Jahresperformance sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Strategie ein deutlich höheres Konzentrationsrisiko besitzt, als der Begriff „breit gestreutes Portfolio“ zunächst vermuten lässt. Ein erheblicher Teil des Fonds hängt direkt oder indirekt von Gold, Silber, Bergbau und Rohstoffen ab. Gleichzeitig sind die laufenden Kosten – insbesondere in der R-Klasse und unter Einbeziehung der erfolgsabhängigen Vergütung – hoch. Dass der ordentliche Nettoertrag bei beiden Anteilklassen negativ ist, zeigt deutlich, dass der Fonds hohe Kursgewinne benötigt, um seine attraktive Gesamtrendite zu erzielen.
Hinzu kommt der Managementwechsel zu AXIA Asset Management. Die hervorragende vergangene Performance ist deshalb nicht ohne Weiteres auf die Zukunft übertragbar. Die kommenden Geschäftsjahre werden entscheidend dafür sein, ob das neue Management die erfolgreiche Entwicklung fortsetzen kann.
Aus Anlegersicht ergibt sich damit ein insgesamt positives, aber keineswegs defensives Bild: Der Fonds eignet sich vor allem für Anleger, die bewusst auf Sachwerte, Gold und Rohstoffunternehmen setzen, Inflations- und geopolitische Risiken absichern möchten und stärkere Wertschwankungen akzeptieren. Als breit diversifizierte alleinige Basisanlage erscheint er aufgrund seiner ausgeprägten Edelmetallorientierung, der Kostenstruktur und der sektoralen Konzentrationen weniger geeignet. Als gezielte Sachwertbeimischung kann er dagegen einen interessanten Diversifikationsbaustein darstellen. Das uneingeschränkte Prüfungsurteil von KPMG bestätigt zudem, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Anforderungen entspricht.