Der ACCESSIO Moderat hat sein erstes Rumpfgeschäftsjahr vom 15. August 2025 bis zum 31. Mai 2026 mit einem insgesamt positiven Ergebnis abgeschlossen. Der erst im August 2025 aufgelegte Fonds verfolgt einen vermögensverwaltenden Multi-Asset-Ansatz mit dem Ziel, größere Rückschläge zu begrenzen und zugleich eine positive Realrendite zu erwirtschaften. Im Mittelpunkt stehen Kapitalstabilität, breite Diversifikation und ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont.
Positiver Start, aber noch keine belastbare Langfristhistorie
Der Anteilwert stieg seit Auflegung von 100,00 Euro auf 103,69 Euro zum 31. Mai 2026. Damit erreichte der Fonds in seinem ersten, gut neunmonatigen Berichtszeitraum einen Wertzuwachs von rund 3,7 Prozent. Das Ergebnis des Rumpfgeschäftsjahres betrug 246.505 Euro. Bemerkenswert ist allerdings, dass der überwiegende Teil davon aus noch nicht realisierten Kursgewinnen stammt: Dem realisierten Ergebnis von minus 39.892 Euro stand ein nicht realisiertes Ergebnis von plus 286.397 Euro gegenüber.
Für Anleger bedeutet dies: Der Start ist erfreulich, sollte aber angesichts der kurzen Fondshistorie nicht überbewertet werden. Noch lässt sich kaum beurteilen, wie zuverlässig die Strategie ihr erklärtes Ziel der Verlustbegrenzung über unterschiedliche Marktphasen hinweg erfüllen kann.
Breite Streuung über zahlreiche Fonds und Anlagekonzepte
Zum Geschäftsjahresende belief sich das Fondsvermögen auf rund 14,39 Mio. Euro. 84,65 Prozent waren in Investmentfonds angelegt, weitere 6,02 Prozent in Xetra-Gold und 9,43 Prozent lagen als Bankguthaben vor. Damit weist das Portfolio eine relativ hohe Liquiditätsreserve auf, die einerseits Schwankungen reduzieren und andererseits Spielraum für künftige Investitionen schaffen kann.
Die Zielfondsauswahl ist breit gefächert. Neben globalen Aktienstrategien finden sich Anleihen-, Multi-Asset-, High-Yield-, Emerging-Markets-, Dividenden- und Absolute-Return-Konzepte. Zu den größeren Einzelpositionen zählen etwa der Aquantum Active Range mit gut 10 Prozent, der Allianz Best Styles Global Equity mit rund 6,2 Prozent, der iShares Core MSCI World EUR Hedged mit rund 5,9 Prozent und der DJE Zins & Dividende mit rund 5,5 Prozent des Fondsvermögens.
Diese Struktur reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Wertpapieren oder Marktsegmenten. Gleichzeitig entsteht für Anleger eine zusätzliche Ebene der Komplexität: Die tatsächlichen Aktien-, Anleihe-, Währungs- und Kreditrisiken ergeben sich erst aus den Portfolios der jeweiligen Zielfonds.
Defensiver Anspruch mit dennoch relevanten Kapitalmarktrisiken
Trotz des Namens „Moderat“ bleibt der Fonds verschiedenen Marktpreisrisiken ausgesetzt. Über die Zielfonds bestehen insbesondere Zinsänderungs-, Bonitäts-, Währungs- und Liquiditätsrisiken. Die Fondsgesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass Rücknahmeaussetzungen einzelner Zielfonds auch die Liquidität des Dachfonds beeinträchtigen könnten.
Positiv ist aus Risikosicht, dass zum Berichtsstichtag keine Derivatepositionen bestanden. Das durch Derivate erzielte Exposure lag bei null. Auch der ausgewiesene potenzielle Risikobetrag bewegte sich mit durchschnittlich 0,68 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Als Vergleichsvermögen wird eine Mischung aus 70 Prozent Euro-Unternehmensanleihen und 30 Prozent MSCI World verwendet, was den grundsätzlich defensiveren Mischfondscharakter unterstreicht.
Kostenquote von 1,78 Prozent ist ein wichtiger Belastungsfaktor
Kritischer fällt aus Anlegersicht die Kostenseite aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,78 Prozent. Darin werden neben den direkten Fondskosten auch die laufenden Kosten der gehaltenen Zielfonds berücksichtigt. Gerade bei einem Fonds, dessen Zielsetzung primär auf Stabilität und moderaten realen Erträgen beruht, ist eine Kostenbelastung in dieser Größenordnung relevant: Sie muss dauerhaft durch zusätzliche Anlageerträge verdient werden, bevor beim Anleger ein realer Mehrwert entsteht.
Hinzu kommt, dass die KVG für die Anteilklasse ACCESSIO Moderat VV Vermittlungsfolgeprovisionen in wesentlichem Umfang aus der Verwaltungsvergütung zahlt. Aus Anlegersicht sollte daher geprüft werden, ob die aktive Zielfondsauswahl nach Kosten langfristig einen Vorteil gegenüber günstigeren, einfacheren Multi-Asset- oder ETF-Lösungen erzielen kann.
Starke Mittelzuflüsse zeigen erfolgreichen Fondsstart
Seit Auflegung flossen netto rund 14,11 Mio. Euro in den Fonds. Den Mittelzuflüssen von rund 14,56 Mio. Euro standen lediglich Rücknahmen von rund 448.000 Euro gegenüber. Das deutet darauf hin, dass der Fonds in seiner Startphase erfolgreich Kapital einwerben konnte. Zum 31. Mai 2026 erreichte das Fondsvermögen 14,39 Mio. Euro.
Allerdings ist der Fonds damit weiterhin vergleichsweise klein. Für Anleger ist die weitere Entwicklung des Fondsvolumens deshalb ein Beobachtungspunkt. Eine dauerhaft ausreichende Größe kann unter anderem für Wirtschaftlichkeit und langfristige Fortführung eines Fonds relevant sein.
Keine Ausschüttung – Erträge verbleiben wirtschaftlich im Fonds
Für das erste Rumpfgeschäftsjahr erfolgte keine Ausschüttung. Das realisierte Ergebnis war negativ und wurde vollständig auf neue Rechnung vorgetragen. Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen als laufende Einnahmequelle erwarten, erhalten aus diesem Bericht daher noch keinen Ertrag in bar.
Nachhaltigkeit spielt bei der Anlageentscheidung keine Rolle
Der Fonds berücksichtigt Nachhaltigkeitsrisiken nach eigener Aussage nicht systematisch bei seinen Investitionsentscheidungen und ist gemäß EU-Offenlegungsverordnung als Artikel-6-Produkt eingestuft. Anleger, für die ökologische oder nachhaltige Anlagekriterien eine wesentliche Rolle spielen, sollten diesen Punkt berücksichtigen.
Fazit aus Anlegersicht
Der ACCESSIO Moderat ist solide gestartet. Die breite Streuung über verschiedene Fondsstrategien, eine hohe Liquiditätsquote, Goldbeimischung und der Verzicht auf Derivate passen grundsätzlich zum moderaten und stabilitätsorientierten Anlageansatz. Der Anstieg des Anteilwerts auf 103,69 Euro im ersten Rumpfgeschäftsjahr ist positiv.
Für eine überzeugende langfristige Bewertung reicht die bisherige Historie allerdings noch nicht aus. Insbesondere muss sich zeigen, ob das Fondsmanagement in schwierigeren Börsenphasen tatsächlich größere Verluste begrenzen und gleichzeitig eine Rendite oberhalb der Inflation erzielen kann.
Der wichtigste Kritikpunkt ist die Gesamtkostenquote von 1,78 Prozent. Bei einer eher defensiven Zielrendite stellt sie eine spürbare Hürde dar. Hinzu kommt die typische Komplexität eines Dachfonds, bei dem Anleger einen großen Teil der tatsächlichen Risiken und Anlageentscheidungen indirekt über Zielfonds übernehmen.
Aus Anlegersicht erscheint der ACCESSIO Moderat daher vor allem für Investoren interessant, die eine professionell gesteuerte, breit diversifizierte Vermögensverwaltung wünschen und dafür höhere laufende Kosten akzeptieren. Vor einer größeren langfristigen Anlage wäre es jedoch sinnvoll, zunächst weitere Geschäftsjahre abzuwarten und insbesondere die Performance in schwächeren Marktphasen sowie die Rendite nach Kosten mit kostengünstigeren Multi-Asset-Alternativen zu vergleichen.