Der Werte & Sicherheit – VUB GoldZins hat im Geschäftsjahr 2025/2026 ein insgesamt sehr überzeugendes Ergebnis erzielt. Das Fondskonzept kombiniert Staats- und Unternehmensanleihen mit goldpreisabhängigen Wertpapieren und verfolgt grundsätzlich eine annähernd gleichgewichtete Aufteilung dieser drei Bausteine. Zum Bilanzstichtag am 31. Mai 2026 war das Portfolio allerdings deutlich anleihelastiger positioniert: 69,02 % des Fondsvermögens entfielen auf Anleihen, weitere 25,02 % auf Goldzertifikate, 1,55 % auf einen Rentenfonds und 3,64 % auf Bankguthaben. Innerhalb der Rentenquote waren Unternehmensanleihen deutlich stärker vertreten als Staatsanleihen. Anleger sollten den Fonds deshalb weniger als reinen defensiven Gold-Renten-Mix, sondern vielmehr als aktiv gemanagtes Kreditportfolio mit substanzieller Goldbeimischung betrachten.
Starke Wertentwicklung und attraktive Ausschüttung
Die Wertentwicklung im Berichtsjahr fällt positiv aus. Der Anteilwert der institutionellen Anteilklasse I stieg von 59,99 Euro auf 65,79 Euro, während zusätzlich 2,00 Euro je Anteil ausgeschüttet werden. Unter vereinfachter Berücksichtigung der Ausschüttung entspricht dies einer wirtschaftlichen Jahresperformance von rund 13,0 %. Bei der Anteilklasse V ergibt sich aus dem Anstieg von 59,72 auf 65,25 Euro zuzüglich der Ausschüttung von 2,00 Euro ein Plus von rund 12,6 %.
Auch die erst am 13. Juni 2025 aufgelegte Anteilklasse P entwickelte sich mit einem Anteilwertanstieg von 50,00 auf 55,15 Euro und einer Ausschüttung von 2,00 Euro sehr ordentlich. Aufgrund des kürzeren Betrachtungszeitraums ist sie mit den beiden älteren Klassen allerdings nur eingeschränkt vergleichbar.
Damit setzt der Fonds seine bislang positive Entwicklung fort. Seit der Auflegung im Juni 2023 erhöhte sich der Anteilwert der Klasse I von 50,00 auf 65,79 Euro und derjenige der Klasse V von 50,00 auf 65,25 Euro – und dies jeweils noch ohne Berücksichtigung der zwischenzeitlich vorgenommenen Ausschüttungen.
Gold war der entscheidende Performancefaktor
Besonders aufschlussreich ist die Herkunft der Gewinne. Laut Jahresbericht resultierten die realisierten Gewinne im Wesentlichen aus den gehaltenen Zertifikaten, während die realisierten Verluste ausschließlich auf das Rentenportfolio zurückgingen. Damit hat gerade die Goldkomponente ihre Funktion im Berichtsjahr hervorragend erfüllt.
Zum Stichtag entfielen rund 15,9 Mio. Euro beziehungsweise 25 % des Fondsvermögens auf Goldanlagen. Die Position wurde auf vier Instrumente verteilt: Xetra-Gold, Invesco Physical Gold, DB ETC Gold und Börse Stuttgart Gold. Die einzelnen Positionen machten jeweils etwa 6 % des Fondsvermögens aus. Diese Streuung reduziert zumindest die Konzentration auf einen einzelnen Emittenten bzw. ein einzelnes Produkt.
Die Goldquote ist aus Anlegersicht ein wichtiger Diversifikationsfaktor, insbesondere in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit, hoher Staatsverschuldung und schwankender Inflations- und Zinserwartungen. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass Gold keine laufenden Zinserträge erwirtschaftet und nach starken Kursanstiegen auch größere Korrekturen möglich sind. Die zuletzt sehr gute Performance sollte daher nicht ohne Weiteres in die Zukunft fortgeschrieben werden.
Rentenportfolio deutlich risikoreicher, als der Fondsname vermuten lässt
Die Bezeichnung „Werte & Sicherheit“ könnte den Eindruck eines ausgesprochen konservativen Rentenportfolios vermitteln. Ein genauer Blick auf die Vermögensaufstellung zeigt jedoch, dass das Management bewusst zusätzliche Kreditrisiken übernimmt, um höhere Renditen zu erzielen.
Zwar befinden sich umfangreiche Bestände deutscher und französischer Staatsanleihen im Portfolio. Daneben hält der Fonds aber zahlreiche Unternehmensanleihen mit deutlich höheren Kupons, darunter Titel von ZF, UBM Development, Deutsche Rohstoff, SoftBank, Nissan, Air France-KLM, PEMEX, Teva, Schaeffler, CECONOMY oder Grenke. Auch nachrangige, unbefristete beziehungsweise kündbare Anleihen sind vertreten.
Besonders auffällig ist die 2,25-%-Anleihe der Branicks Group, die zum Stichtag nur noch mit einem Kurs von 65,905 % bewertet wurde und dennoch rund 1,56 % des Fondsvermögens ausmachte. Solche Positionen verdeutlichen, dass Bonitätsverschlechterungen einzelne Anleihen erheblich belasten können.
Auch hochverzinste Positionen wie die Deutsche-Rohstoff-Anleihe mit 7,5 %, die zum Stichtag rund 3,38 % des gesamten Fondsvermögens ausmachte, zeigen die aktive Kreditstrategie. Hohe Kupons sind attraktiv, stellen aber regelmäßig eine Vergütung für höhere Kredit-, Branchen- oder Unternehmensrisiken dar.
Der Fonds ist damit keineswegs mit einem klassischen Investment-Grade-Staatsanleihefonds vergleichbar.
Positiv: breite Streuung und begrenzte Einzelpositionen
Trotz der teilweise offensiven Kreditauswahl ist das Rentenportfolio sehr breit diversifiziert. Die meisten Unternehmensanleihen haben Gewichte von weniger als 1 %. Größere Einzelrisiken sind daher begrenzt.
Gleichzeitig kombiniert das Management unterschiedliche Laufzeiten, Branchen und Emittenten. Neben Industrie- und Automobilunternehmen finden sich Banken, Versicherungen, Telekommunikationskonzerne, Konsumunternehmen, Energiegesellschaften und andere Branchen.
Allerdings reichen einzelne Laufzeiten teilweise weit in die Zukunft – etwa bis 2044, 2045 oder sogar 2056. Zusätzlich bestehen nachrangige und unbefristete Anleihen. Damit bleiben sowohl Zinsänderungs- als auch Bonitätsrisiken relevant.
Starkes Anlegerinteresse lässt Fondsvermögen kräftig wachsen
Bemerkenswert ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Das gesamte Fondsvermögen erreichte zum Geschäftsjahresende rund 63,5 Mio. Euro.
Besonders positiv sind die hohen Nettomittelzuflüsse. In der Anteilklasse I flossen netto rund 6,68 Mio. Euro zu. Noch stärker war das Wachstum der Anteilklasse V mit Nettomittelzuflüssen von rund 9,67 Mio. Euro. Das Vermögen der V-Klasse erhöhte sich dadurch innerhalb eines Jahres von knapp 8,0 Mio. Euro auf rund 18,7 Mio. Euro.
Das deutliche Mittelwachstum spricht für steigendes Anlegerinteresse und erhöht zugleich die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Fonds.
Kosten unterscheiden sich erheblich zwischen den Anteilklassen
Für Anleger ist die Wahl der Anteilklasse besonders wichtig.
Die institutionelle I-Klasse ist mit einer Gesamtkostenquote von 0,67 % relativ günstig, verlangt allerdings ein Mindestanlagevolumen von 100.000 Euro. Zusätzlich fiel eine performanceabhängige Vergütung von 0,38 % an.
Die V-Klasse ist bereits ab 25 Euro zugänglich und weist eine TER von 1,18 % sowie eine performanceabhängige Vergütung von 0,24 % auf. Für Privatanleger erscheint sie hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses deutlich attraktiver als die neue P-Klasse.
Die P-Klasse ist mit einer Verwaltungsvergütung von 1,88 %, einer TER von 1,92 %, einem möglichen Ausgabeaufschlag von 5 % und einer zusätzlichen erfolgsabhängigen Vergütung erheblich teurer. Zudem werden aus der Vergütung dieser Anteilklasse Vermittlungsfolgeprovisionen gezahlt.
Bei langfristiger Anlage können diese Kostenunterschiede erhebliche Auswirkungen auf die Nettorendite haben. Insbesondere die P-Klasse muss dauerhaft eine entsprechend höhere Bruttoperformance erzielen, um ihre zusätzliche Kostenbelastung zu rechtfertigen.
Aktives Management – aber eine Transparenzangabe fällt auf
Das Management ist ausgesprochen aktiv. Im Geschäftsjahr wurden Transaktionen im Umfang von rund 60,0 Mio. Euro durchgeführt. Die direkten Transaktionskosten von knapp 22.855 Euro erscheinen gemessen am Fondsvolumen allerdings moderat.
Auffällig ist dagegen die Angabe, dass 100 % des Transaktionsvolumens mit verbundenen Unternehmen abgewickelt wurden. Daraus lässt sich nicht automatisch ein Nachteil für Anleger ableiten; aufgrund möglicher Interessenkonflikte ist dieser Punkt jedoch beobachtenswert. Entscheidend ist, dass die Transaktionen zu marktgerechten Konditionen durchgeführt werden.
Positiv ist wiederum, dass der Fonds weder Derivate noch Wertpapierfinanzierungsgeschäfte einsetzte. Die Portfolio- und Risikostruktur bleibt dadurch vergleichsweise nachvollziehbar.
Nachhaltigkeit spielt keine Rolle
ESG-orientierte Anleger sollten beachten, dass Nachhaltigkeitsrisiken ausdrücklich nicht systematisch in die Anlageentscheidungen einbezogen werden. Der Fonds wird gemäß EU-Offenlegungsverordnung als Artikel-6-Fonds eingestuft und berücksichtigt die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht.
Dies erklärt zugleich, warum beispielsweise Emittenten aus der Automobil-, Rohstoff- und Ölindustrie Bestandteil des Portfolios sein können.
Fazit aus Anlegersicht
Der Werte & Sicherheit – VUB GoldZins kann für Anleger interessant sein, die ein aktiv gemanagtes Mischkonzept aus laufenden Anleihezinsen und einer substantiellen Goldposition suchen. Das Geschäftsjahr 2025/2026 war ausgesprochen erfolgreich: Die Anteilklassen I und V erzielten unter Einbeziehung der Ausschüttung eine Größenordnung von rund 13 % beziehungsweise 12,6 %, während gleichzeitig erhebliche neue Anlegergelder zuflossen.
Besonders überzeugend war die Goldkomponente. Sie erzeugte den größten Teil der realisierten Kursgewinne und kompensierte damit Schwächen im Rentenportfolio. Genau darin zeigt sich der Diversifikationsgedanke des Fondskonzepts.
Anleger sollten den Begriff „Sicherheit“ dennoch nicht überinterpretieren. Fast die Hälfte des Fondsvermögens entfällt indirekt auf Unternehmens- und andere Kreditrisiken, darunter mehrere Hochzins-, Nachrang- und bonitätssensitivere Anleihen. Einzelne deutlich unter pari notierende Titel zeigen, dass Kreditrisiken real vorhanden sind. Hinzu kommen Zinsrisiken und die mögliche Volatilität der Goldposition.
Unter dem Strich präsentiert sich der Fonds nach drei Jahren mit einer überzeugenden Erfolgsbilanz, hohen Mittelzuflüssen und einer funktionierenden Kombination aus Gold und Zinserträgen. Für Anleger erscheint insbesondere die V-Klasse als interessante Privatanleger-Variante. Die deutlich teurere P-Klasse ist dagegen wegen der hohen laufenden Kosten und des Ausgabeaufschlags kritisch zu prüfen. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob das Management auch bei einer schwächeren Goldpreisentwicklung genügend Ertrag aus dem vergleichsweise offensiv positionierten Unternehmensanleiheportfolio erwirtschaften kann.