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Windpark Driefel I baut Schulden deutlich ab – doch der Jahresabschluss 2025 wirft bei den Verbindlichkeiten Fragen auf

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Driefel I GmbH & Co. KG aus Zetel hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Bilanz zeigt ein Unternehmen mit vergleichsweise hoher Eigenkapitalausstattung, stabiler Liquidität und deutlich gesunkenen Verbindlichkeiten. Gleichzeitig setzt sich der planmäßige Werteverzehr der Windenergieanlagen fort: Allein 2025 wurden Abschreibungen von mehr als 238.000 Euro verbucht.

Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung auf der Passivseite. Die gesamten Verbindlichkeiten gingen innerhalb eines Jahres von rund 1,21 Millionen Euro auf knapp 979.000 Euro zurück. Das entspricht einem Rückgang um rund 229.000 Euro beziehungsweise knapp 19 Prozent.

Damit setzt der Windpark offenbar seine Entschuldung fort.

Allerdings enthält der veröffentlichte Abschluss bei den Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten Angaben, die sich nicht ohne Weiteres miteinander in Einklang bringen lassen. Während die Bilanz sämtliche Verbindlichkeiten als innerhalb eines Jahres fällig ausweist, nennt der Anhang Bankverbindlichkeiten von 710.912 Euro mit einer Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren. Für eine vollständige Beurteilung wäre hier eine Erläuterung der Gesellschaft hilfreich.

Bilanzsumme sinkt auf 2,49 Millionen Euro

Die Bilanzsumme der Windpark Driefel I GmbH & Co. KG betrug zum 31. Dezember 2025 rund 2,494 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch rund 2,751 Millionen Euro.

Damit verringerte sich die Bilanzsumme um rund 256.000 Euro beziehungsweise gut neun Prozent.

Der Rückgang hängt vor allem mit dem sinkenden Buchwert des Anlagevermögens zusammen.

Zum Jahresende 2025 standen noch insgesamt rund 1,815 Millionen Euro Anlagevermögen in der Bilanz. Ende 2024 waren es noch rund 2,053 Millionen Euro gewesen.

Damit sank dieser Bilanzposten um rund 238.000 Euro – nahezu exakt in Höhe der für das Geschäftsjahr ausgewiesenen Abschreibungen.

Windenergieanlagen verlieren planmäßig an Buchwert

Das Herzstück eines Windparkunternehmens ist naturgemäß das technische Anlagevermögen.

Bei Windpark Driefel I bestehen die Sachanlagen im Wesentlichen aus Betriebsvorrichtungen. Deren ursprüngliche Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten werden im Anlagenspiegel mit 4,555 Millionen Euro angegeben.

Hinzu kommen entgeltlich erworbene Konzessionen und Rechte im ursprünglichen Wert von 150.000 Euro.

Insgesamt beliefen sich die historischen Anschaffungskosten damit auf 4,705 Millionen Euro.

Davon waren zum Jahresende 2025 bereits rund 2,891 Millionen Euro abgeschrieben.

Der verbleibende Buchwert des gesamten Anlagevermögens lag damit nur noch bei rund 1,815 Millionen Euro.

Das zeigt deutlich, dass die Anlagen bereits einen erheblichen Teil ihrer bilanziellen Nutzungsdauer hinter sich haben.

238.066 Euro Abschreibungen im Jahr 2025

Allein im Geschäftsjahr 2025 wurden Abschreibungen von insgesamt 238.066 Euro vorgenommen.

Davon entfielen 228.061 Euro auf die Betriebsvorrichtungen und 10.005 Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Neue Investitionen gab es nach dem veröffentlichten Anlagenspiegel dagegen nicht.

Sowohl bei den immateriellen Vermögenswerten als auch bei den Betriebsvorrichtungen werden für 2025 Zugänge von null Euro ausgewiesen.

Auch Abgänge gab es nicht.

Damit ist die Entwicklung des Anlagevermögens im Berichtsjahr nahezu vollständig durch die planmäßigen Abschreibungen geprägt.

Keine neuen Anlageninvestitionen erkennbar

Für die Interpretation ist dieser Punkt wichtig.

Der Windpark befindet sich nach den veröffentlichten Zahlen nicht in einer größeren Investitions- oder Ausbauphase. Zumindest aus dem Anlagenspiegel sind für 2025 keine neuen technischen Investitionen erkennbar.

Das muss für einen bestehenden Windpark keineswegs ungewöhnlich sein.

Windkraftanlagen werden über lange Zeiträume betrieben. Entsprechend sinkt ihr Buchwert Jahr für Jahr durch planmäßige Abschreibungen, während größere Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen nur punktuell anfallen können.

Der Jahresabschluss vermittelt insofern das Bild eines etablierten Bestandsprojekts.

Eigenkapital bleibt bei knapp 1,5 Millionen Euro

Auf der Passivseite weist Windpark Driefel I zum Jahresende ein Eigenkapital von 1.481.076,86 Euro aus.

Im Vorjahr waren es noch 1.509.203,18 Euro.

Damit ging das Eigenkapital um gut 28.000 Euro zurück.

Gemessen an der Bilanzsumme ergibt sich dennoch eine hohe Eigenkapitalquote.

Das Eigenkapital entspricht knapp 59,4 Prozent der Bilanzsumme.

Ein Jahr zuvor lag die Quote bei rund 54,9 Prozent.

Damit hat sich die relative Kapitalausstattung sogar verbessert.

Der Grund: Die Bilanzsumme und insbesondere die Verbindlichkeiten sind stärker zurückgegangen als das Eigenkapital.

Eigenkapitalquote steigt deutlich

Für einen kapitalintensiven Windpark ist diese Entwicklung bemerkenswert.

Windenergieprojekte werden insbesondere in ihrer Anfangsphase typischerweise mit erheblichen Fremdmitteln finanziert. Mit fortschreitender Betriebsdauer werden Bankkredite getilgt, während gleichzeitig die technischen Anlagen abgeschrieben werden.

Genau dieses Muster lässt sich auch im Abschluss von Windpark Driefel I erkennen.

Die Verbindlichkeiten sinken deutlich, während das Unternehmen weiterhin über knapp 1,5 Millionen Euro Eigenkapital verfügt.

Die rechnerische Eigenkapitalquote von fast 60 Prozent spricht zumindest bilanziell für eine inzwischen vergleichsweise solide Kapitalstruktur.

Allerdings lässt sich aus einer Bilanz allein noch nichts über die laufende Ertragskraft oder die Höhe möglicher Ausschüttungen an Kommanditisten ableiten.

Dafür wären insbesondere detaillierte Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich, die in dem veröffentlichten Ausschnitt nicht enthalten sind.

Verbindlichkeiten sinken um fast 230.000 Euro

Besonders auffällig ist der Schuldenabbau.

Die gesamten Verbindlichkeiten betrugen Ende 2024 noch 1.208.164,92 Euro.

Zum 31. Dezember 2025 waren es nur noch 978.851,55 Euro.

Damit wurden die bilanziellen Verpflichtungen innerhalb eines Jahres um 229.313,37 Euro reduziert.

Das entspricht einem Rückgang von rund 19 Prozent.

Für Anleger beziehungsweise Kommanditisten eines Windparkprojekts ist eine solche Entwicklung grundsätzlich von Interesse, weil sinkende Fremdfinanzierung langfristig den finanziellen Spielraum erhöhen kann.

Voraussetzung ist allerdings, dass die operativen Erträge und die technische Verfügbarkeit der Anlagen stabil bleiben.

Dazu liefert der veröffentlichte Bilanzteil jedoch keine näheren Angaben.

Bankdarlehen machen den größten Teil der Schulden aus

Der Anhang differenziert die Verbindlichkeiten weiter.

Danach bestehen zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von insgesamt 978.851,55 Euro.

Die Tabelle nennt außerdem Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 16.282,35 Euro sowie sonstige Verbindlichkeiten von 32.905,20 Euro.

Allerdings erscheint die tabellarische Darstellung an dieser Stelle rechnerisch beziehungsweise strukturell erklärungsbedürftig.

Denn die ausgewiesenen Einzelbeträge lassen sich nicht ohne Weiteres mit dem angegebenen Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten und der daneben genannten Summe von 929.664 Euro vereinbaren.

Für Leser des Abschlusses ist deshalb Vorsicht bei der Interpretation der Tabelle angebracht.

Auffällige Differenz bei den Laufzeiten

Noch deutlicher ist eine zweite Auffälligkeit.

In der Bilanz wird bei den Verbindlichkeiten ausdrücklich angegeben:

„davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 978.851,55 Euro.“

Das würde bedeuten, dass sämtliche Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig sind.

Im Anhang heißt es jedoch in der Restlaufzeitentabelle, dass bei den Bankverbindlichkeiten

267.939,55 Euro innerhalb eines Jahres

und weitere

710.912 Euro innerhalb von zwei bis fünf Jahren

fällig seien.

Zusammen ergeben diese beiden Beträge exakt die ausgewiesenen Bankverbindlichkeiten von 978.851,55 Euro.

Damit widersprechen sich die Angaben zur Fälligkeit zumindest auf den ersten Blick.

Möglich ist, dass in der Bilanzdarstellung eine verkürzte beziehungsweise fehlerhafte Zuordnung erfolgt ist oder die veröffentlichte Tabellenformatierung nicht sämtliche Informationen korrekt wiedergibt.

Ohne zusätzliche Erläuterung der Gesellschaft sollte daraus jedoch keine weitergehende Schlussfolgerung gezogen werden.

Finanzierung stammt aus dem Jahr 2012

Der Anhang gibt zugleich einen Einblick in die ursprüngliche Finanzierung des Projekts.

Die Bankverbindlichkeiten sind demnach auf Grundlage einer Finanzierungszusage vom 10. September 2012 abgesichert.

Das unterstreicht den langfristigen Charakter des Windparkprojekts.

Als Sicherheiten wurden umfangreiche Rechte zugunsten der finanzierenden Bank vereinbart.

Dazu zählen insbesondere die Windenergieanlagen selbst, Vergütungsansprüche aus der Einspeisung des erzeugten Stroms, Rechte aus Pacht- und Nutzungsverträgen sowie Ansprüche aus verschiedenen Projekt- und Wartungsverträgen.

Bank hat umfassende Sicherheiten erhalten

Besonders umfangreich ist die Liste der Sicherheiten.

Zu den Vereinbarungen gehört unter anderem ein vertragliches Eintrittsrecht in langfristige Nutzungs- und Pachtverträge.

Hinzu kommen Dienstbarkeiten, Wege- und Leitungsrechte sowie Sicherheiten an Grundstücksrechten.

Auch die Vergütungsansprüche gegenüber dem Energieversorgungsunternehmen aus der Einspeisung elektrischer Energie wurden abgetreten.

Damit kann der Kreditgeber grundsätzlich auf einen wesentlichen Teil der Einnahmenstruktur des Windparks zugreifen, falls die vertraglichen Voraussetzungen dafür eintreten.

Windenergieanlagen selbst dienen als Sicherheit

Auch die technischen Anlagen wurden in die Finanzierung einbezogen.

Nach dem Anhang erfolgte eine Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen einschließlich Zubehör, Übergabestation und verlegter Leitungen.

Zusätzlich wurden Ansprüche gegenüber dem Anlagenhersteller ENERCON aus dem Kaufvertrag abgetreten.

Das Gleiche gilt für Ansprüche aus dem Generalübernehmervertrag, aus Infrastrukturnutzungsvereinbarungen und aus dem Projektentwicklungsvertrag.

Selbst Ansprüche aus dem ENERCON-Vollwartungsvertrag wurden als Sicherheit einbezogen.

Diese umfassende Besicherung ist bei langfristig fremdfinanzierten Infrastrukturprojekten grundsätzlich nachvollziehbar: Der Kreditgeber versucht, nicht nur Zugriff auf die technische Anlage selbst zu erhalten, sondern auch auf die wesentlichen Verträge und Zahlungsströme des Projekts.

Auch Versicherungsansprüche sind abgetreten

Darüber hinaus wurden sämtliche Ansprüche aus den abzuschließenden Versicherungen an die Bank abgetreten.

Auch die Liquiditätsreserve für windschwache Monate wurde verpfändet.

Gerade dieser Punkt verdeutlicht ein zentrales Risiko von Windparkprojekten.

Die Stromproduktion hängt vom Windangebot ab und kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken.

Eine Liquiditätsreserve soll sicherstellen, dass laufende Verpflichtungen – insbesondere Kreditraten – auch in schwächeren Produktionsphasen bedient werden können.

Liquidität bleibt praktisch unverändert

Interessant ist deshalb die Entwicklung der Bankguthaben.

Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel von 364.403,34 Euro.

Ende 2024 waren es 363.901,55 Euro.

Damit blieb der Kassen- und Bankbestand nahezu unverändert.

Die Liquidität erhöhte sich lediglich um rund 502 Euro.

Das ist insofern bemerkenswert, als gleichzeitig die Verbindlichkeiten um fast 230.000 Euro zurückgingen.

Die Gesellschaft konnte somit ihre Schulden deutlich reduzieren, ohne dass der ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln wesentlich sank.

Welche operativen Mittelzuflüsse dahinterstehen, lässt sich aus der Bilanz allein allerdings nicht erkennen.

Forderungen ebenfalls leicht rückläufig

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen leicht zurück.

Zum Jahresende 2025 betrugen sie 119.281,07 Euro, nach 123.066,55 Euro im Vorjahr.

Das Umlaufvermögen insgesamt belief sich auf 483.684,41 Euro.

Im Jahr zuvor waren es 486.968,10 Euro.

Damit blieb auch dieser Bilanzbereich weitgehend stabil.

Zusammen mit dem praktisch unveränderten Bankguthaben deutet dies darauf hin, dass die deutliche Bilanzverkürzung vor allem aus Abschreibungen auf das Anlagevermögen und dem Rückgang der Verbindlichkeiten resultiert.

Rechnungsabgrenzung sinkt um 15.000 Euro

Auf der Aktivseite findet sich außerdem ein Rechnungsabgrenzungsposten von 195.951 Euro.

Im Vorjahr hatte dieser noch 210.951 Euro betragen.

Der Posten reduzierte sich damit um genau 15.000 Euro.

Woraus der Rechnungsabgrenzungsposten konkret besteht, wird im veröffentlichten Anhang nicht näher erläutert.

Keine Haftungsverhältnisse ausgewiesen

Positiv beziehungsweise zumindest übersichtlich ist eine weitere Angabe:

Zum Bilanzstichtag bestanden nach Aussage der Gesellschaft keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB.

Damit werden keine entsprechenden Eventualverbindlichkeiten außerhalb der eigentlichen Bilanz genannt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Unternehmen keinerlei wirtschaftliche Risiken hat.

Bei einem Windpark bestehen naturgemäß unter anderem technische, meteorologische, regulatorische und marktbezogene Risiken.

Der Jahresabschluss erklärt lediglich, dass die speziellen Haftungsverhältnisse im Sinne der genannten handelsrechtlichen Vorschrift zum Stichtag nicht bestanden.

Bilanzgewinn wird mit null Euro ausgewiesen

Interessant ist auch die Eigenkapitaldarstellung.

Sowohl 2024 als auch 2025 weist die Bilanz einen Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von 0 Euro aus.

Das Eigenkapital besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten.

Für eine Kommanditgesellschaft kann die Ergebniszurechnung an die Gesellschafter anders dargestellt werden als bei einer klassischen Kapitalgesellschaft.

Aus dem Nullwert beim Bilanzgewinn sollte deshalb nicht geschlossen werden, dass der Windpark 2025 weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hätte.

Dafür müsste die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung ausgewertet werden.

Geschäftsführung liegt bei WehdeWindProjekt GmbH

Die Geschäftsführung des Windparks liegt laut Jahresabschluss bei der WehdeWindProjekt GmbH.

Vertreten wird diese durch Dr. Simon Habben.

Der Jahresabschluss wurde am 9. Juni 2026 festgestellt und am 26. August 2026 veröffentlicht.

Die Gesellschaft erstellt ihren Abschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften für kleine Kommanditgesellschaften, bei denen kein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist.

Dabei nutzt sie die gesetzlich vorgesehenen Erleichterungen für kleinere Gesellschaften.

Was die Zahlen über den Windpark aussagen

Insgesamt vermittelt der Abschluss 2025 das Bild eines reifen Windenergieprojekts.

Die Anlagen stehen seit Jahren im Betrieb und werden entsprechend abgeschrieben.

Neue Investitionen waren 2025 im Anlagenspiegel nicht zu erkennen.

Gleichzeitig sinkt die Fremdfinanzierung deutlich.

Von ursprünglich mehr als 4,7 Millionen Euro Anschaffungskosten des Anlagevermögens stehen inzwischen noch rund 1,8 Millionen Euro als Buchwert in der Bilanz.

Auf der anderen Seite beträgt das Eigenkapital weiterhin knapp 1,5 Millionen Euro.

Rechnerisch deckt das Eigenkapital damit inzwischen einen großen Teil der Bilanzsumme ab.

Für Anleger fehlt eine entscheidende Zahl

Wer den Abschluss aus Sicht eines Kommanditisten oder potenziellen Investors beurteilen möchte, stößt allerdings schnell an eine Grenze.

Aus der veröffentlichten Bilanz allein lässt sich nicht erkennen, wie profitabel der Windpark 2025 tatsächlich gearbeitet hat.

Dafür wären insbesondere Umsatzerlöse, Stromproduktion, Einspeisevergütung, Wartungsaufwendungen, Zinskosten und Jahresergebnis entscheidend.

Gerade bei einem Windpark kann das Produktionsjahr erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Windreiche Jahre können hohe Erträge bringen, während schwächere Windverhältnisse die Einnahmen drücken.

Der vorliegende Bilanzteil gibt darüber keine ausreichenden Informationen.

Auch die Restlaufzeit des EEG-Vergütungsregimes wäre relevant

Für die wirtschaftliche Perspektive eines älteren Windparks spielt außerdem eine zentrale Rolle, wie lange noch feste oder geförderte Vergütungsbedingungen gelten und welche Erlöse nach deren Ablauf erzielt werden können.

Der veröffentlichte Jahresabschluss nennt hierzu keine näheren Angaben.

Auch Angaben über die tatsächliche technische Restnutzungsdauer der Windenergieanlagen oder mögliche Repowering-Pläne finden sich in den vorgelegten Daten nicht.

Gerade diese Fragen dürften für die langfristige Perspektive der Gesellschaft zunehmend wichtiger werden, wenn die Anlagen weiter altern.

Fazit: Solide Bilanzstruktur – aber die Ertragskraft bleibt offen

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Driefel I GmbH & Co. KG zeigt zunächst eine bemerkenswert solide Bilanzstruktur.

Die Verbindlichkeiten wurden innerhalb eines Jahres um fast 230.000 Euro auf knapp 979.000 Euro reduziert.

Gleichzeitig blieb die Liquidität mit rund 364.000 Euro nahezu unverändert.

Das Eigenkapital beträgt weiterhin rund 1,48 Millionen Euro und macht rechnerisch fast 60 Prozent der Bilanzsumme aus.

Auf der anderen Seite schreitet die bilanzielle Alterung des Windparks voran. 2025 wurden weitere 238.066 Euro abgeschrieben, während keine neuen Zugänge zum Anlagevermögen ausgewiesen wurden.

Damit zeichnet der Abschluss das typische Bild eines fortgeschrittenen Bestandsprojekts: Die Anlagen verlieren planmäßig an Buchwert, gleichzeitig werden die ursprünglichen Finanzierungsschulden weiter zurückgeführt.

Eine offene Frage bleibt jedoch die Darstellung der Laufzeiten der Verbindlichkeiten. Während die Bilanz sämtliche knapp 979.000 Euro als kurzfristig ausweist, nennt der Anhang davon 710.912 Euro mit einer Laufzeit von zwei bis fünf Jahren. Diese Differenz sollte bei einer vertieften Analyse geklärt werden.

Und auch die wichtigste wirtschaftliche Frage kann der veröffentlichte Bilanzausschnitt nicht beantworten: Wie viel Geld verdient der Windpark mit seinen Anlagen tatsächlich noch?

Dafür wären Umsatz, Stromproduktion, laufende Kosten und das Jahresergebnis entscheidend. Die Bilanz zeigt jedoch zumindest eines deutlich: Windpark Driefel I baut seine Fremdfinanzierung spürbar zurück und steht bilanziell inzwischen auf einer deutlich stärkeren Eigenkapitalbasis.

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