Urlauber, die mit dem Auto nach Italien reisen, sollten derzeit besonders aufmerksam sein. Kriminelle setzen dort verstärkt auf den sogenannten Spiegeltrick, um Autofahrer um Bargeld zu bringen. Der ADAC warnt vor der Betrugsmasche und rät Betroffenen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und im Zweifel sofort die Polizei zu verständigen.
So funktioniert der Spiegeltrick
Die Täter suchen gezielt nach Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen – häufig Urlauber auf Landstraßen oder in ländlichen Regionen. Während der Fahrt erzeugen sie den Eindruck, es sei zu einer leichten Kollision gekommen. Oft werfen sie einen kleinen Gegenstand gegen das Auto des Opfers, sodass ein deutliches Klopfgeräusch entsteht.
Kurz darauf überholen sie das vermeintlich geschädigte Fahrzeug, hupen oder gestikulieren und fordern den Fahrer auf anzuhalten.
Angeblicher Unfallschaden
Nach dem Anhalten behaupten die Betrüger, der Außenspiegel oder ein anderes Fahrzeugteil sei beschädigt worden. Zur Untermauerung zeigen sie häufig bereits vorhandene Kratzer oder sogar bewusst präparierte Schäden.
Anschließend setzen sie ihre Opfer massiv unter Druck. Sie behaupten, eine Polizeimeldung oder eine offizielle Schadensaufnahme sei unnötig und schlagen stattdessen eine sofortige Barzahlung vor. Die geforderten Beträge liegen oft zwischen 100 und 500 Euro, können aber auch deutlich höher ausfallen.
Viele Urlauber zahlen aus Angst vor Schwierigkeiten im Ausland oder weil sie ihre Reise möglichst schnell fortsetzen möchten.
ADAC rät: Polizei einschalten
Der ADAC empfiehlt, sich keinesfalls einschüchtern zu lassen. Wer in eine solche Situation gerät, sollte:
- keine Barzahlung leisten,
- auf einer offiziellen Unfallaufnahme bestehen,
- die Polizei verständigen,
- keine Schuldanerkenntnisse unterschreiben,
- möglichst Fotos von Fahrzeugen, Schäden und Kennzeichen machen.
In den meisten Fällen verschwinden die Betrüger sofort, sobald klar wird, dass die Polizei eingeschaltet wird.
Besonders Touristen werden Opfer
Nach Einschätzung von Verbraucherschützern und Automobilclubs richten sich die Täter gezielt an ausländische Urlauber. Sie setzen darauf, dass Reisende die Sprache nicht sprechen, die örtlichen Abläufe nicht kennen und einen vermeintlichen Unfall möglichst unkompliziert regeln möchten.
Gerade in der Ferienzeit häufen sich entsprechende Vorfälle in beliebten Urlaubsregionen Italiens.
Ruhe bewahren
Der wichtigste Rat lautet deshalb: Ruhe bewahren. Nach einem echten Verkehrsunfall spricht nichts dagegen, die Polizei oder – sofern erforderlich – die Versicherung einzuschalten. Wer hingegen zu einer sofortigen Barzahlung gedrängt wird und auf eine offizielle Unfallaufnahme verzichten soll, sollte besonders misstrauisch werden.
Der Spiegeltrick zeigt, wie professionell Betrüger inzwischen vorgehen. Mit etwas Aufmerksamkeit und dem konsequenten Einschalten der Polizei lässt sich der Schaden jedoch meist verhindern.