Dark Mode Light Mode

Kartonhersteller Mayer beantragt Insolvenz – 110 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay

Der Verpackungshersteller Karl Mayer Kartonagenfabrik GmbH & Co. KG aus Haiterbach in Baden-Württemberg hat Insolvenz angemeldet. Von der wirtschaftlichen Krise des Traditionsunternehmens sind rund 110 Beschäftigte betroffen. Das Amtsgericht Tübingen eröffnete am 29. Juli 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Sebastian Mielke bestellt. Sein Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, das Unternehmen zu sanieren und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die Produktion läuft zunächst ohne Einschränkungen weiter. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld bis einschließlich September 2026 abgesichert.

Die Karl Mayer Kartonagenfabrik wurde 1958 gegründet und zählt zu den etablierten Herstellern von Verpackungslösungen aus Wellpappe. Das Unternehmen entwickelt und produziert maßgeschneiderte Verpackungen für Gewerbe- und Industriekunden. Neben dem Stammsitz in Haiterbach gehören eine Niederlassung in Ottersweier sowie ein Lager in Altensteig-Spielberg zum Unternehmen.

Warum der Betrieb in die Insolvenz geraten ist, wurde bislang nicht konkret mitgeteilt. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters hatte das Unternehmen die wirtschaftlich schwierigen Jahre 2024 und 2025 weitgehend überwunden und befand sich auf einem Sanierungskurs. Dieser soll nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens fortgesetzt werden. Parallel dazu wird nach einem Investor gesucht, der den Betrieb übernehmen und langfristig sichern könnte.

Die Insolvenz ist bereits die zweite in der baden-württembergischen Verpackungsindustrie innerhalb weniger Wochen. Zuvor hatte die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH Insolvenz angemeldet. Dort wurden hohe Energiekosten, Überkapazitäten am Markt und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld als Ursachen genannt.

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht den anhaltenden Druck auf die deutsche Verpackungsindustrie. Neben steigenden Produktions- und Energiekosten belasten die schwache Konjunktur und eine zurückhaltende Nachfrage zahlreiche Unternehmen. Ob die Karl Mayer Kartonagenfabrik mit Hilfe eines Investors erfolgreich saniert werden kann, soll sich in den kommenden Monaten entscheiden.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Windpark Schnatebüller Koog Beteiligungsgesellschaft: Millionenforderungen, kaum Liquidität – die Bilanz lebt von internen Geldströmen

Next Post

Vorsicht im Italien-Urlaub: Der Spiegeltrick kostet Autofahrer oft Hunderte Euro