Dark Mode Light Mode

Trump erreicht mit seiner Handelspolitik, was er will – trotz Kritik und Chaos

geralt (CC0), Pixabay

Nach monatelangem wirtschaftspolitischen Druck, diplomatischem Theater und globalen Spannungen hat US-Präsident Donald Trump ein zentrales Ziel seiner Handelspolitik erreicht: Ein umfassendes Handelsabkommen mit der Europäischen Union. Es krönt eine Phase, in der Trump die Handelspartner der USA mit der Aussicht auf massive Strafzölle unter Druck gesetzt hatte – und sich am Ende durchsetzen konnte.

Ein riskanter Kurs mit hohem Einsatz

Seit Trumps Ankündigung am 2. April, sogenannte „reziproke Zölle“ auf ausländische Waren zu erheben, herrschte Unruhe auf den internationalen Finanzmärkten. Zahlreiche Wirtschaftsexperten, Politiker und Analysten warnten vor Handelskriegen, Preiserhöhungen und wirtschaftlichem Schaden. Doch trotz der Kritik hielten Trump und sein Team an ihrer Linie fest: Die USA würden ihren wirtschaftlichen Einfluss konsequent nutzen, um bessere Handelsbedingungen durchzusetzen.

Am 1. August trat die Deadline für die Umsetzung der Zölle in Kraft – und pünktlich dazu folgten neue bilaterale Vereinbarungen mit wichtigen Handelspartnern. Die durchschnittliche Zollbelastung auf US-Importe ist nun so hoch wie seit fast 100 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig zeigen sich die US-Märkte stabil, Inflation blieb bisher aus, und die US-Wirtschaft wächst weiter.

Ein hoher Regierungsbeamter sagte sarkastisch gegenüber CNN: „Vielleicht waren die ‚Verlierer und Hasser‘ einfach wirklich nur das – Verlierer und Hasser.“

Trump setzt auf US-Marktmacht – und sie funktioniert

Der Schlüssel zum Erfolg: Trump setzte kompromisslos auf die enorme Attraktivität des US-Markts für ausländische Exporteure. Länder, die anfangs auf Gegenmaßnahmen setzten, mussten erkennen, dass Trump bereit war, „die Geisel zu erschießen“, wie ein EU-Diplomat es drastisch formulierte – also maximale Eskalation nicht nur zu drohen, sondern auch umzusetzen.

Im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit, in der wirtschaftsliberale Berater noch bremsend wirkten, agiert das jetzige Team vor allem ausführend. Trump gibt die Linie vor – auch wenn sie unkonventionell ist. Das Resultat: Handelsabkommen, die zwar hohe Zölle beibehalten, aber gleichzeitig Marktöffnungen und milliardenschwere Importverpflichtungen für US-Produkte umfassen.

Kritiker sehen die Risiken

Ökonomen bleiben skeptisch. Die langfristigen Effekte auf Preise, Lieferketten und Verbraucherverhalten seien schwer kalkulierbar, so US-Notenbankchef Jerome Powell. Die Befürchtung: Die Zollbelastung könnte mit Verzögerung doch noch zu spürbaren Preissteigerungen führen.

Dennoch gilt: Trump hat die politische Deutungshoheit übernommen. Die von vielen prognostizierten Katastrophenszenarien sind bisher ausgeblieben. Und obwohl nicht alle Ziele wie angekündigt („90 Deals in 90 Tagen“) erreicht wurden, hat der Präsident zentrale Positionen durchgesetzt – oft gegen den Rat etablierter Fachleute.

Fazit: Ein riskanter Sieg mit offenem Ausgang

Trump selbst hat den Sieg bereits erklärt. Sein Chefökonom Stephen Miran sieht es ähnlich: „Wir stehen vor einem sehr starken zweiten Halbjahr.“

Doch der Preis bleibt hoch: Die globale Handelsordnung ist beschädigt, das Vertrauen in die USA als verlässlichen Partner hat gelitten, und mit China steht die nächste Eskalationsrunde womöglich noch bevor.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Sachsens Wirtschaft mahnt: Ausländerbehörden müssen schneller werden

Next Post

Iranische Hauptstadt kurz vor „Day Zero“: Teheran droht das Wasser auszugehen