Trotz sonniger Erträge bleibt bei vielen Solaranlagenbesitzern in Mitteldeutschland die Freude getrübt – sie warten seit Monaten, in einigen Fällen sogar über ein Jahr, auf die Auszahlung ihrer Einspeisevergütung. Wie die Verbraucherzentrale Thüringen berichtet, häufen sich insbesondere in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Beschwerden.
In Sachsen-Anhalt gebe es Fälle, bei denen die Netzbetreiber noch keine Zahlungen für Strom geleistet haben, der bereits seit 2023 ins Netz eingespeist wird. Auch in Thüringen berichten Verbraucher von erheblichen Verzögerungen. Die Netzbetreiber Mitnetz und SachsenNetze begründen die langen Bearbeitungszeiten mit einer Flut neuer Anträge und komplexen gesetzlichen Vorgaben. Die Auszahlung erfolge aber rückwirkend, versichern sie. Die Thüringer Energienetze hingegen wollten sich zu den Vorwürfen bislang nicht äußern.
Die Verbraucherzentrale kritisiert die schleppende Abwicklung scharf. Für viele private Betreiber kleiner Solaranlagen sei die Einspeisevergütung eine wichtige wirtschaftliche Grundlage. Ohne verlässliche Auszahlung werde die Energiewende unnötig ausgebremst. Sie fordert von den Netzbetreibern mehr Transparenz, standardisierte Abläufe und personelle Verstärkung bei der Antragsbearbeitung.
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und dem politischen Ziel, den Ausbau erneuerbarer Energien massiv zu beschleunigen, sorgt die Situation bei vielen Betroffenen für Frust. Die Verbraucherzentralen raten Solaranlagenbesitzern, ihre Forderungen schriftlich geltend zu machen und gegebenenfalls juristische Beratung einzuholen.