Trotz aller Hoffnungen auf eine konjunkturelle Wende zeigt sich die deutsche Wirtschaft auch im Frühjahr 2025 kraftlos: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal leicht um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Das gab das Statistische Bundesamt heute auf Basis einer ersten Schätzung bekannt.
Noch zu Jahresbeginn hatte es nach revidierten Zahlen ein kleines Plus von 0,3 Prozent gegeben. Doch nun zeigt sich: Die konjunkturelle Erholung gerät ins Stocken. Während der private und staatliche Konsum leicht zulegte, gingen die Investitionen in Maschinen, Anlagen und Bauten zurück – ein deutliches Zeichen für die anhaltende Zurückhaltung der Unternehmen.
Vergleich mit Europa: Deutschland hinkt hinterher
Im europäischen Vergleich steht Deutschland erneut auf der Bremse. Länder wie Frankreich (+0,3 %) und vor allem Spanien (+0,7 %) legten im selben Zeitraum spürbar zu. Europas größte Volkswirtschaft hingegen bleibt – auch wegen struktureller Probleme wie hoher Energiekosten, Fachkräftemangel und regulatorischer Unsicherheit – unter Druck.
„Blutleerer Aufschwung“ – Warnung vom Ifo-Institut
Zwar zeigt sich der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in deutschen Unternehmen misst, im Juli zum fünften Mal in Folge leicht verbessert. Doch der lang ersehnte Aufschwung bleibt bislang aus. Ifo-Präsident Clemens Fuest fand deutliche Worte: „Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft bleibt blutleer.“
Für das Gesamtjahr 2025 rechnen die Münchner Konjunkturforscher mit einem mageren Wachstum von nur 0,3 Prozent – und das nach zwei Jahren mit leichten Rückgängen in Folge.
Fazit: Die wirtschaftliche Großwetterlage bleibt wechselhaft – ein nachhaltiger Aufschwung lässt weiter auf sich warten.