In Köln ist am gestrigen Abend eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich vom Kampfmittelräumdienst entschärft worden. Der Blindgänger war bei routinemäßigen Bauarbeiten am Rautenstrauchkanal im Stadtteil Lindenthal entdeckt worden und sorgte für einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt.
Die Stadt Köln hatte rund um den Fundort einen Sperrkreis mit einem Radius von 300 Metern eingerichtet. Davon betroffen waren etwa 1.800 Anwohnerinnen und Anwohner, die ihre Wohnungen vorübergehend verlassen mussten. Zusätzlich wurde der Verkehr in weiten Teilen des Viertels stillgelegt, auch Bus- und Bahnlinien wurden umgeleitet oder unterbrochen. Für betroffene Bürger wurde eine Notunterkunft eingerichtet.
Am Abend konnte der Kampfmittelräumdienst schließlich Entwarnung geben. Die Entschärfung verlief ohne Komplikationen. Noch in der Nacht begannen die Einsatzkräfte mit der schrittweisen Aufhebung der Sperrungen, sodass die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.
Blindgänger wie dieser – eine 250-Kilogramm-Bombe britischer Bauart – werden in Deutschland auch über 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs regelmäßig entdeckt. Allein in Köln müssen jährlich mehrere Sprengkörper unschädlich gemacht werden. Das zeigt, wie tief die Spuren des Krieges bis heute in den Alltag hineinreichen.
Die Stadt dankte in ihrer Mitteilung allen Einsatzkräften für das schnelle und professionelle Vorgehen – und den Anwohnern für ihre Geduld und Kooperation während der Evakuierung.