Die Inflation in Deutschland hat im Juli eine Atempause eingelegt: Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, verharrte die Teuerungsrate bei exakt 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit blieb die Inflationsrate zum zweiten Mal in Folge auf einem Wert, der von der Europäischen Zentralbank (EZB) als mittelfristiges Ziel angestrebt wird.
Ökonomen hatten eigentlich mit einem weiteren leichten Rückgang der Verbraucherpreise gerechnet. Doch insbesondere gestiegene Dienstleistungskosten sowie moderate Lebensmittelpreisanstiege verhinderten eine weitere Entlastung für die Verbraucherinnen und Verbraucher.
Ein Lichtblick kam erneut von der Energieseite: Energieprodukte verbilligten sich im Juli durchschnittlich um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung dürfte sowohl auf gefallene Rohölpreise als auch auf stabilere Stromkosten zurückzuführen sein. Besonders Haushalte mit Gas- oder Ölheizungen spüren derzeit eine spürbare Entlastung im Portemonnaie.
Lebensmittel verteuerten sich derweil um 2,2 Prozent – weniger als noch im Frühjahr, aber dennoch spürbar. Dabei zeigten sich erneut Unterschiede innerhalb der Produktgruppen: Während Milchprodukte und Gemüse nur leicht zulegten, wurden manche Brot- und Fleischwaren sogar etwas günstiger.
Der eigentliche Preistreiber bleibt jedoch der Dienstleistungssektor: Hier stiegen die Kosten im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Höhere Löhne in Branchen wie Gastronomie, Pflege und Transport sowie gestiegene Versicherungsbeiträge spielen hier eine zentrale Rolle. Auch Urlaubsreisen schlugen mit deutlich höheren Preisen zu Buche – ein klassischer Effekt zur Ferienzeit.
Mit der anhaltenden Stabilisierung der Inflation auf dem 2-Prozent-Niveau dürfte die EZB in ihrer Zinspolitik weiterhin vorsichtig bleiben. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen ist zwar vorhanden – doch die Währungshüter werden weitere Daten abwarten, bevor sie reagieren.