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NPR-Chefin schmeißt hin – Trump sägt weiter am öffentlich-rechtlichen Rundfunk

RosZie (CC0), Pixabay

Mitten in einem politischen Sturm nimmt bei National Public Radio (NPR) die Chefredakteurin Edith Chapin den Hut – just zwei Wochen vor einer entscheidenden Abstimmung im US-Kongress, bei der es um nichts Geringeres geht als das finanzielle Überleben des Senders.

Katherine Maher, frisch gebackene NPR-Intendantin, informierte ihre Mitarbeiter in einer internen E-Mail über den Abgang Chapins – der Zeitpunkt ist kaum Zufall. Denn was im Hintergrund brodelt, ist ein orchestrierter Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk selbst: Donald Trump macht ernst mit seinem Kreuzzug gegen Medien, die ihm nicht nach dem Mund reden.

Trumps Rachefeldzug gegen „Fake News“?

Vergangene Woche hat der von Trump dominierte Kongress tatsächlich die Streichung von 1,1 Milliarden Dollar genehmigt – Gelder, die eigentlich längst für die kommenden zwei Jahre an die Corporation for Public Broadcasting (CPB) bewilligt waren. Die CPB ist die Lebensader von NPR, PBS und über 1.500 lokale Radiosender in den USA. Mit einem Federstrich droht nun einem zentralen Pfeiler unabhängiger US-Medien das finanzielle Aus.

Der Präsident führt damit seinen persönlichen Feldzug gegen alles fort, was nicht seinem Propaganda-Standard entspricht. Seit seinem Comeback ins Weiße Haus im Januar verklagt er reihenweise Medienhäuser, streicht Gelder für internationale Sender – und entzieht dem Wall Street Journal wegen unliebsamer Epstein-Berichterstattung kurzerhand den Zugang zur Air Force One.

Demokratischer Diskurs? Nicht erwünscht.

Der Rücktritt Chapins ist also mehr als nur eine Personalie. Es ist ein Alarmzeichen für die demokratische Öffentlichkeit in den USA. Wenn erfahrene Journalistinnen das sinkende Schiff verlassen, während der Präsident den öffentlichen Rundfunk enthauptet, dann ist das kein Zufall – sondern System.

Die Strategie ist klar: Wer nicht auf Linie sendet, wird finanziell ausgetrocknet, diffamiert und ausgeschlossen. Die Zeiten, in denen Medien die „vierte Gewalt“ im Staat waren, scheinen in Trumps USA endgültig passé. Stattdessen: Einschüchterung, Einflussnahme, Entmachtung.

Die nächsten, die gehen, könnten die Sender selbst sein

Ob NPR und PBS diesen Kahlschlag überleben, ist offen. Der Rückzug Chapins wirkt wie ein Vorbeben – und viele befürchten, dass es nicht das letzte war. Während Trump jubelt, wackeln Amerikas unabhängige Sender.

Ein demokratischer Staat ohne freie, öffentlich finanzierte Medien? Willkommen in Trumps Amerika.

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