Am Sonntag, dem 1. Juni 2025, kam es in Boulder, Colorado, zu einem mutmaßlich politisch motivierten Anschlag während einer friedlichen Demonstration. Ein Mann griff Teilnehmer der wöchentlichen Veranstaltung „Run for Their Lives“ an, die auf die Freilassung israelischer Geiseln in Gaza aufmerksam machen wollte. Sechs Menschen im Alter zwischen 67 und 88 Jahren wurden verletzt, mindestens eine Person schwer.
Der Tatverdächtige, Mohamed Sabry Soliman (45), wurde noch am Tatort festgenommen. Nach Angaben der Behörden setzte er bei dem Angriff einen improvisierten Flammenwerfer sowie einen Brandsatz ein. Zeugen berichten, dass Soliman während der Tat „Free Palestine“ rief. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich um einen gezielten Angriff auf die Versammlung.
Die Veranstaltung fand auf dem Pearl Street Mall statt, einem zentralen Fußgängerbereich in der Innenstadt von Boulder. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich viele Menschen in dem Gebiet auf, da es ein sonniger Tag war. Die Polizei sperrte mehrere Straßenzüge rund um den Tatort und leitete zusammen mit dem FBI umfangreiche Ermittlungen ein. Spezialkräfte, darunter Bombenentschärfer und Gefahrstoffteams, waren im Einsatz. Die Tat wird offiziell als terroristischer Akt eingestuft.
Der Anschlag ereignete sich am jüdischen Feiertag Shavuot und nur wenige Tage nach dem Mord an zwei israelischen Botschaftsangestellten in Washington, D.C. Auch dort hatte der mutmaßliche Täter pro-palästinensische Parolen gerufen. In der Nacht vor dem Angriff in Boulder wurden zudem 18 bis 20 Gebäude auf dem Campus der University of Denver mit anti-israelischen Parolen beschmiert. Ob ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen besteht, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Vertreter der jüdischen Gemeinde sowie mehrere politische Verantwortliche äußerten sich entsetzt über die Tat. Das Boulder Jewish Community Center erklärte, man sei „traurig und erschüttert“. Der Generalstaatsanwalt von Colorado sprach von einem klaren Hassverbrechen, und auch Gouverneur Jared Polis verurteilte den Anschlag scharf. Die Organisation Anti-Defamation League (ADL) erklärte, der Täter sei in einem Video zu hören gewesen, wie er die Opfer als „Killer“ bezeichnete und eine Beendigung des Zionismus forderte.
Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf und versicherten, dass die Täter solcher Gewalttaten zur Rechenschaft gezogen würden. Die jüdische Organisation „Run for Their Lives“ kündigte an, ihre wöchentlichen Demonstrationen trotz des Anschlags fortzuführen, um weiterhin auf das Schicksal der Geiseln in Gaza aufmerksam zu machen.
Der Vorfall reiht sich ein in eine zunehmende Zahl von Übergriffen mit antisemitischem und politisch-ideologischem Hintergrund in den Vereinigten Staaten seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023. Damals wurden rund 1.200 Menschen getötet und über 250 Israelis nach Gaza entführt. Die darauf folgende israelische Militäroffensive hat nach Angaben von Gesundheitsbehörden in Gaza zehntausende Opfer gefordert. Der Konflikt hat auch in den USA zu wachsender Polarisierung und