Nach dem historischen Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain (PSG) gegen Inter Mailand kam es am Samstagabend in ganz Frankreich zu teils chaotischen Feiern, die in Gewalt und Ausschreitungen mündeten. Laut dem französischen Innenministerium wurden 559 Menschen festgenommen, davon 491 allein in Paris. Zwei Menschen kamen ums Leben, und 192 Personen wurden verletzt.
Feiern eskalieren – Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern im Einsatz
Auf der berühmten Pariser Champs-Élysées versammelten sich Tausende Fans, um PSGs ersten Champions-League-Titel zu feiern. Dabei kam es zu massiven Ausschreitungen: Bushaltestellen wurden zerstört, Polizisten mit Gegenständen beworfen und zahlreiche Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt wurden über 200 Brandherde, darunter mehr als 200 ausgebrannte Fahrzeuge, gemeldet.
Zwei Todesopfer überschattet die Siegesfeier
Ein junger Mann in den Zwanzigern starb bei einem Verkehrsunfall in Paris, der mutmaßlich im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten steht. In der südwestfranzösischen Stadt Dax wurde ein 17-Jähriger erstochen – auch hier laufen Ermittlungen, ob ein Zusammenhang mit den Feiern besteht.
Hunderte in Polizeigewahrsam – weitere Zwischenfälle befürchtet
Von den Festgenommenen wurden 320 Personen in Polizeigewahrsam genommen, 254 davon in Paris, so der Pariser Polizeichef Laurent Nuñez. Er sprach von einem „Zwischenstand“: „Wir stehen zur Halbzeit, da heute Nachmittag die große Parade auf den Champs-Élysées ansteht.“
Für die Parade am Sonntag wurden über 100.000 Menschen erwartet. Der Zugang zur Straße wurde beschränkt – nur Besucher mit offizieller Teilnahmeberechtigung durften das Gelände betreten. Auch für den Abend wurde mit neuen Menschenansammlungen rund um das Stadion Parc des Princes sowie an der Place de la Porte de Saint-Cloud gerechnet. Die Polizei kündigte ein entschlossenes, aber maßvolles Vorgehen an, sollten erneut Straßensperren errichtet oder Einsatzkräfte angegriffen werden.
Großeinsatz der Sicherheitskräfte
Bereits vor dem Finale hatte Paris 5.400 Polizisten mobilisiert, um mögliche Unruhen zu kontrollieren. Trotz der massiven Präsenz kam es zu erheblichen Sach- und Personenschäden.
Fazit
Was als landesweite Feier eines historischen sportlichen Erfolgs begann, endete in Gewalt, Zerstörung und zwei tragischen Todesfällen. Die Behörden hoffen, dass die weiteren geplanten Feierlichkeiten friedlicher verlaufen – doch die angespannte Lage und die Eskalation der ersten Nacht werfen einen Schatten auf PSGs Triumph.