Dark Mode Light Mode

Verbraucherwarnung: Wenn angebliche Regionalität zur Verkaufsfalle wird

Verbraucherschutz | © geralt (CC0), Pixabay

Mit Heimatgefühl, langer Tradition und drastischen Rabatten locken derzeit mehrere unseriöse Onlineshops Kunden zum Kauf. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor einer Masche, bei der Regionalität und Familiengeschichte offenbar gezielt vorgetäuscht werden, um Vertrauen zu schaffen.

Betroffen sind unter anderem Shops wie anna-berlin.de, mathilde-muenchen.de, emma-frankfurt.de und stefanberlin.com. Die Seiten präsentieren sich als regionale Traditionsgeschäfte, die nach vielen Jahren angeblich schließen müssen. Passend dazu werden vermeintlich hochwertige Kleidungsstücke mit Rabatten von 50 bis 80 Prozent angeboten.

Die emotionale Geschichte soll Kaufinteressenten gleichzeitig unter Zeitdruck setzen: Wer nicht schnell bestellt, könnte die angeblich einmalige Gelegenheit verpassen.

Heimat im Namen – Firmensitz im Ausland

Ein genauer Blick zeigt jedoch deutliche Widersprüche. So befindet sich der angegebene Firmensitz von mathilde-muenchen.de in Wyoming in den USA. Bei emma-frankfurt.de sowie den vermeintlich Berliner Shops werden laut Verbraucherzentrale Adressen in Hongkong genannt.

Auch unvollständige Kontaktdaten und Rücksendeadressen in Fernost passen nicht zum vermittelten Bild eines traditionsreichen deutschen Familienbetriebs.

Besonders ärgerlich wird es, wenn die gelieferte Ware nicht den Erwartungen entspricht. Kunden können zwar grundsätzlich von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen, doch hohe Rücksendekosten ins Ausland können eine Rückgabe wirtschaftlich unattraktiv machen.

Vor dem Kauf den Onlineshop genau überprüfen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, sich nicht von großen Rabatten, vermeintlicher Tradition oder Städtenamen in einer Internetadresse täuschen zu lassen. Verdächtig kann beispielsweise sein, wenn ein angeblich seit Jahrzehnten bestehendes Unternehmen eine Internetdomain nutzt, die tatsächlich erst seit kurzer Zeit existiert.

Auch fehlende Unternehmensangaben, ungewöhnliche Geschäftsadressen, schlechte Bewertungen oder schwer auffindbare Informationen zu Rücksendungen sollten Käufer misstrauisch machen.

Zur Überprüfung unbekannter Onlineshops kann außerdem der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen genutzt werden. Zeigt die Prüfung eine rote oder gelbe Ampel, ist besondere Vorsicht angebracht.

Die wichtigste Regel: Ein deutscher Städtename im Shopnamen ist noch lange kein Beweis dafür, dass tatsächlich ein regionales Unternehmen dahintersteht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

BLR Generalplanungs- und Managementgesellschaft mbH: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen

Next Post

Historische Dürre setzt Frankreichs Käse unter Druck: Regeln für Comté, Beaufort und Abondance werden gelockert