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WSB Windpark Jeßnitz: Eigenkapital steigt auf mehr als drei Millionen Euro – Verbindlichkeiten sinken deutlich
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WSB Windpark Jeßnitz: Eigenkapital steigt auf mehr als drei Millionen Euro – Verbindlichkeiten sinken deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der WSB Windpark Jeßnitz GmbH & Co. KG unterscheidet sich deutlich von vielen klassischen Windpark-Projektgesellschaften.

Die Gesellschaft mit Sitz in Dresden weist lediglich Sachanlagen von 18.113 Euro aus.

Der mit Abstand größte Teil des Anlagevermögens besteht dagegen aus einer Finanzanlage von 1,555 Millionen Euro.

Dahinter steht eine Beteiligung an einer anderen Windparkgesellschaft.

Die WSB Windpark Jeßnitz GmbH & Co. KG hält 99,87 Prozent an der WSB Windpark Salzfurtkapelle GmbH & Co. KG.

Damit muss die wirtschaftliche Situation der Jeßnitzer Gesellschaft auch vor dem Hintergrund dieser Beteiligungsstruktur betrachtet werden.

Bilanzsumme steigt leicht

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4,328 Millionen Euro auf 4,373 Millionen Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 45.000 Euro beziehungsweise 1,0 Prozent.

Das Anlagevermögen blieb mit 1,573 Millionen Euro praktisch unverändert.

Davon entfallen lediglich 18.113 Euro auf Sachanlagen und ein symbolischer Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Die Finanzanlagen stehen dagegen unverändert mit 1,555 Millionen Euro in der Bilanz.

Damit macht die Beteiligung rund 35,6 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.

Fast vollständige Beteiligung am Windpark Salzfurtkapelle

Besonders wichtig ist deshalb der Blick auf die Beteiligungsgesellschaft.

WSB Windpark Jeßnitz hält nach Angaben im Jahresabschluss 99,87 Prozent der WSB Windpark Salzfurtkapelle GmbH & Co. KG.

Für diese Gesellschaft nennt der Abschluss einen Jahresüberschuss 2025 von 464.200 Euro.

Das Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf rund 1,008 Millionen Euro.

Allerdings war deren Jahresabschluss zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses der WSB Windpark Jeßnitz noch nicht festgestellt.

Damit beruhen diese Angaben auf einem zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgestellten Abschluss.

Eigenkapital steigt um rund 373.000 Euro

Die Eigenkapitalentwicklung der WSB Windpark Jeßnitz fällt positiv aus.

Das Eigenkapital stieg von 2.684.007,71 Euro auf 3.056.672 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von 372.664,29 Euro beziehungsweise rund 13,9 Prozent.

Interessant ist dabei, dass kein gesonderter Bilanzgewinn ausgewiesen wird.

Der Grund findet sich im Anhang:

Das Jahresergebnis 2025 wurde bereits den Kapitalkonten der Kommanditisten zugewiesen.

Damit lässt sich aus der Veränderung des Kapitalkontos III rechnerisch ein Ergebnis von rund 372.664 Euro ableiten.

Das Kapitalkonto III verbesserte sich von minus 2.237.992,29 Euro auf minus 1.865.328 Euro.

Der negative Saldo dieses einzelnen Kapitalkontos darf dabei nicht mit einem negativen Eigenkapital der Gesellschaft verwechselt werden.

Insgesamt weist die Gesellschaft positives Eigenkapital von mehr als drei Millionen Euro aus.

Eigenkapitalquote steigt auf fast 70 Prozent

Durch den Ergebniszuwachs verbessert sich auch die Kapitalstruktur deutlich.

Ende 2024 lag die rechnerische Eigenkapitalquote bei rund 62,0 Prozent.

Zum 31. Dezember 2025 beträgt sie rund 69,9 Prozent.

Damit sind rechnerisch fast 70 Prozent der Bilanzsumme durch Eigenkapital gedeckt.

Für eine Windparkgesellschaft beziehungsweise Beteiligungsgesellschaft ist das eine bemerkenswert hohe Quote.

Sie unterscheidet sich deutlich von stark fremdfinanzierten Windpark-Projektgesellschaften, deren Bilanz teilweise von Bank- oder Gesellschafterdarlehen dominiert wird.

Verbindlichkeiten sinken um 35 Prozent

Parallel dazu gingen die Verbindlichkeiten erheblich zurück.

Ende 2024 standen noch 969.301,63 Euro in der Bilanz.

Ein Jahr später waren es nur noch 629.522,33 Euro.

Der Rückgang beträgt rund 339.779 Euro beziehungsweise 35,1 Prozent.

Damit entsprechen die gesamten Verbindlichkeiten nur noch rund 14,4 Prozent der Bilanzsumme.

Auch die Fälligkeitsstruktur erscheint auf den ersten Blick komfortabel.

Lediglich 81.140,71 Euro haben eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

548.381,62 Euro laufen länger als ein Jahr.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit zwischen zwei und fünf Jahren werden nicht ausgewiesen.

Der langfristige Betrag läuft vielmehr über fünf Jahre.

Keine Bankverbindlichkeiten ausgewiesen

Auffällig ist zudem, was in der Aufstellung der Verbindlichkeiten fehlt:

Bankkredite werden nicht ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass auf Ebene des gesamten Windpark-Investments keine Fremdfinanzierung vorhanden sein könnte.

Da die WSB Windpark Jeßnitz nahezu vollständig an der WSB Windpark Salzfurtkapelle beteiligt ist, müsste für eine Gesamtbetrachtung auch deren Bilanz und Finanzierungsstruktur analysiert werden.

Aus dem Abschluss der WSB Windpark Jeßnitz allein lässt sich deshalb nicht ableiten, wie hoch die Verschuldung auf Ebene des operativen Windparks tatsächlich ist.

548.000 Euro gegenüber verbundenem Unternehmen

Den größten Teil der Verbindlichkeiten bilden 548.381,62 Euro gegenüber verbundenen Unternehmen.

Im Vorjahr waren es noch 901.280,74 Euro.

Der Betrag ging damit um rund 352.899 Euro beziehungsweise 39,2 Prozent zurück.

Diese Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Der Hintergrund ist ungewöhnlich und wird im Anhang näher erläutert.

Entnahmen können Haftung wieder aufleben lassen

Die im Handelsregister eingetragene Haftsumme der Beteiligung an der WSB Windpark Salzfurtkapelle beträgt 1,555 Millionen Euro.

Die WSB Windpark Jeßnitz hat nach Angaben im Jahresabschluss Entnahmen vorgenommen, die zu einem Wiederaufleben der Haftung führen.

Der betreffende Betrag beläuft sich auf 548.400 Euro.

Diese Summe wird unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen.

Das ist ein wichtiger Punkt für die Interpretation der Bilanz.

Der Posten ist damit nicht einfach mit einem gewöhnlichen Bankdarlehen gleichzusetzen.

Er steht vielmehr im Zusammenhang mit der Beteiligungs- und Haftungsstruktur der Kommanditgesellschaft.

Bankguthaben sinkt um mehr als 400.000 Euro

Während sich Eigenkapital und Verbindlichkeiten günstig entwickeln, zeigt die Liquidität eine andere Richtung.

Die Bankguthaben gingen von 1.981.588,54 Euro auf 1.562.635,31 Euro zurück.

Das entspricht einem Rückgang um rund 418.953 Euro beziehungsweise 21,1 Prozent.

Trotz dieses Rückgangs bleibt der absolute Liquiditätsbestand beträchtlich.

Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über mehr als 1,56 Millionen Euro an liquiden Mitteln.

Dem standen kurzfristige Verbindlichkeiten von lediglich rund 81.000 Euro gegenüber.

Rein bilanziell ergibt sich damit zum Stichtag ein erheblicher Liquiditätspuffer.

Allerdings ersetzt diese Betrachtung keine Kapitalflussrechnung. Aus den vorliegenden Bilanzangaben allein lässt sich nicht vollständig erkennen, wodurch der Rückgang der Bankguthaben verursacht wurde.

Forderungen steigen um 55 Prozent

Gleichzeitig nahmen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände deutlich zu.

Sie stiegen von 770.449 Euro auf 1.193.387 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 422.938 Euro beziehungsweise 54,9 Prozent.

Der Anhang liefert hierfür zumindest teilweise eine Erklärung.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten hauptsächlich Stromerlöse für Oktober bis Dezember 2025.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind außerdem Steuerforderungen enthalten.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Interessant ist dabei die gegenläufige Entwicklung:

Während das Bankguthaben um rund 419.000 Euro sank, nahmen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände um rund 423.000 Euro zu.

Damit wurde ein erheblicher Teil der Veränderung innerhalb des Umlaufvermögens rechnerisch lediglich von liquiden Mitteln in Forderungspositionen verschoben.

Das Umlaufvermögen insgesamt blieb deshalb nahezu stabil und stieg sogar leicht von 2,752 Millionen auf 2,756 Millionen Euro.

Rückstellungen von fast 687.000 Euro

Eine größere Bilanzposition bilden die Rückstellungen.

Sie erhöhten sich von 674.485 Euro auf 686.606 Euro.

Das entspricht einem vergleichsweise moderaten Anstieg von rund 12.121 Euro beziehungsweise 1,8 Prozent.

Der größte Teil entfällt auf Rückstellungen für den späteren Rückbau der Windkraftanlagen.

Hierfür sind 594.000 Euro zurückgestellt.

Im Vorjahr waren es 567.100 Euro.

Damit wurde die Rückbaurückstellung um rund 26.900 Euro erhöht.

Zusätzlich werden unter anderem Abschlusskosten von 4.000 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 5.000 Euro genannt.

Rückbau macht Großteil der Rückstellungen aus

Die Rückbaurückstellung ist damit von besonderer Bedeutung.

Die 594.000 Euro entsprechen rechnerisch rund 86,5 Prozent der gesamten Rückstellungen.

Solche Rückstellungen berücksichtigen die Verpflichtung, Windenergieanlagen nach Ende ihrer Nutzung zurückzubauen beziehungsweise entsprechende Kosten zu tragen.

Sie stellen deshalb keinen unmittelbar fälligen Zahlungsabfluss von 594.000 Euro dar.

Vielmehr wird bilanziell Vorsorge für eine zukünftige Verpflichtung getroffen.

Weitere finanzielle Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen.

Genannt werden:

74.000 Euro aus Wartungsverträgen, 211.600 Euro aus Nutzungsentgeltverträgen und 151.600 Euro aus Verwaltungsverträgen.

Zusammengenommen ergibt das 437.200 Euro.

Aus der vorliegenden Formulierung geht allerdings nicht eindeutig hervor, ob diese Beträge jährliche Zahlungen oder die insgesamt noch bestehenden Verpflichtungen darstellen.

Deshalb sollten sie nicht ohne weitere Angaben als jährliche Kosten interpretiert werden.

Ebenso dürfen die 437.200 Euro nicht einfach zu den bilanzierten Verbindlichkeiten von 629.522 Euro addiert und als Gesamtverschuldung bezeichnet werden.

Es handelt sich um außerhalb der Bilanz bestehende vertragliche Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen.

Keine Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB bestanden nach Angaben der Gesellschaft zum Bilanzstichtag nicht.

Davon zu unterscheiden ist die bereits beschriebene Situation bei der Beteiligung an der WSB Windpark Salzfurtkapelle.

Dort haben Entnahmen zu einem Wiederaufleben der Haftung in Höhe von rund 548.400 Euro geführt.

Gerade diese Differenzierung ist für die Bilanzanalyse wichtig.

Beteiligungsgesellschaft verdient 464.000 Euro

Für die wirtschaftliche Beurteilung der WSB Windpark Jeßnitz ist die nahezu vollständige Beteiligung an der WSB Windpark Salzfurtkapelle entscheidend.

Dort wurde für 2025 ein Jahresüberschuss von 464.200 Euro angegeben.

Das Eigenkapital dieser Gesellschaft lag bei rund 1,008 Millionen Euro.

Da WSB Windpark Jeßnitz 99,87 Prozent hält, hängt ihre wirtschaftliche Entwicklung wesentlich von dieser Beteiligung ab.

Allerdings darf der Gewinn der Salzfurtkapelle-Gesellschaft nicht einfach mit dem Ergebnis der Jeßnitzer Gesellschaft gleichgesetzt werden.

Es handelt sich um zwei rechtlich und bilanziell getrennte Gesellschaften.

Woher stammt das Ergebnis von rund 373.000 Euro?

Die Bilanz zeigt eine Erhöhung der Kapitalanteile um rund 372.664 Euro.

Der Anhang erklärt, dass das Jahresergebnis bereits den Kapitalkonten der Kommanditisten zugewiesen wurde.

Damit spricht die Veränderung dafür, dass das Ergebnis 2025 in dieser Größenordnung lag.

Eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung ist im übermittelten Material allerdings nicht enthalten.

Deshalb fehlen wichtige Informationen.

Nicht ersichtlich sind beispielsweise die vollständigen Umsatzerlöse, sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sowie mögliche Beteiligungserträge.

Auch lässt sich aus der Bilanz allein nicht feststellen, welcher Anteil des Ergebnisses unmittelbar aus dem Windparkgeschäft beziehungsweise aus der Beteiligung stammt.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die WSB Windkraft Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH mit Sitz in Dresden.

Ihr gezeichnetes Kapital beträgt 25.600 Euro.

Die Komplementärin ist weder am Gewinn noch am Verlust der WSB Windpark Jeßnitz beteiligt.

Die im Handelsregister eingetragene Kommanditeinlage beträgt 4,922 Millionen Euro.

Die Geschäftsführung wurde 2025 durch Andreas Kiß wahrgenommen.

Der Jahresabschluss wurde am 2. Juli 2026 unterzeichnet und am 2. September 2026 festgestellt.

Auffällig solide Bilanzstruktur

Im Vergleich zu vielen hoch fremdfinanzierten Windpark-Projektgesellschaften fällt die Bilanzstruktur der WSB Windpark Jeßnitz ungewöhnlich eigenkapitalstark aus.

Mehr als drei Millionen Euro Eigenkapital stehen lediglich rund 630.000 Euro Verbindlichkeiten gegenüber.

Hinzu kommen liquide Mittel von 1,56 Millionen Euro.

Kurzfristig fällige Verbindlichkeiten betragen lediglich rund 81.000 Euro.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das gesamte Windparkinvestment ebenso wenig verschuldet ist.

Ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Aktivität findet auf Ebene der fast vollständig gehaltenen WSB Windpark Salzfurtkapelle GmbH & Co. KG statt.

Um die wirtschaftliche Situation des gesamten Investments beurteilen zu können, müsste deshalb auch deren Jahresabschluss einschließlich möglicher Bankfinanzierungen analysiert werden.

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