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Borussia Dortmund:Karetsas trifft traumhaft – und ich plane natürlich schon die Meisterfeier
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Borussia Dortmund:Karetsas trifft traumhaft – und ich plane natürlich schon die Meisterfeier

WikiImages (CC0), Pixabay

Es ist passiert. Borussia Dortmund gewinnt ein Testspiel 3:2 beim englischen Meister Arsenal – und ich habe selbstverständlich sämtliche Vorsätze, mich vor einer Saison nicht zu früh zu begeistern, nach exakt 29 Minuten wieder über Bord geworfen.

Verantwortlich dafür: Konstantinos Karetsas. 18 Jahre alt. 30 Millionen Euro teuer. Linker Fuß offenbar vom Fußballgott persönlich programmiert.

Während alle noch darüber reden, ob Said El Mala irgendwann von Köln nach Dortmund kommt, hat Karetsas offenbar beschlossen, dass er keine Lust hat, auf Schlagzeilen zu warten.

Also marschiert er los, zieht aus rund 16 Metern ab und zirkelt den Ball wunderschön in den linken Winkel zum 2:0.

Und irgendwo in Dortmund sagt in diesem Moment mindestens ein Fan:

„Ich will ja nicht übertreiben, aber der Junge gewinnt uns die Champions League.“

Ja, es war ein Testspiel.

Ja, es ist August.

Ja, ich kenne diesen Verein lange genug.

Und nein, das hindert mich überhaupt nicht daran.

Sieben Minuten gespielt – BVB führt. Was soll da noch schiefgehen?

Schon nach sieben Minuten hatte Samuele Inácio Dortmund mit 1:0 in Führung gebracht.

Blitzstart beim FC Arsenal.

Normalerweise beginnt bei uns BVB-Fans in solchen Momenten sofort die innere Warnanlage:

Zu schön. Viel zu schön. Irgendwas kommt noch.

Aber dann kam Karetsas.

Antritt, linker Fuß, Winkel.

2:0.

Plötzlich sitzt man vor einem völlig bedeutungslosen Vorbereitungsspiel und googelt vorsichtshalber schon mal, wann 2027 die Meisterfeier auf dem Borsigplatz stattfinden könnte.

Nach 45 Minuten war für Karetsas Schluss, Carney Chukwuemeka kam für ihn.

Was natürlich vernünftig ist.

Man muss einen 18-Jährigen schließlich behutsam aufbauen, bevor wir Fans ihm nach einem Traumtor die Rückennummer 10, den Ballon d’Or und ein Denkmal vor dem Stadion überreichen.

Natürlich wurde es trotzdem noch unangenehm

Weil Borussia Dortmund Borussia Dortmund ist, durfte das Ganze selbstverständlich nicht einfach gemütlich 2:0 ausgehen.

Ethan Nwaneri verkürzte für Arsenal in der 54. Minute auf 1:2.

Da war es wieder.

Dieses bekannte Gefühl.

Dieser kleine Mann im Kopf, der sagt:

„Ach. Jetzt geht das wieder los.“

Aber diesmal antwortete Dortmund schnell.

Nur vier Minuten später traf Joane Gadou zum 3:1.

Sehr schön.

Ruhe.

Entspannung.

Vielleicht sogar mal ein Spiel, bei dem der Puls unter 130 bleibt.

Natürlich nicht.

Viktor Gyökeres verwandelte in der 69. Minute einen Foulelfmeter zum 2:3.

Und plötzlich war aus „Was für eine geile junge Mannschaft!“ wieder „BITTE BRINGT DAS EINFACH ÜBER DIE ZEIT!“

Auch im Testspiel.

Wir können nicht anders.

Und jetzt auch noch El Mala?

Als wäre ein 18-jähriger Super-Grieche nicht schon genug Stoff für vollkommen unangemessene Euphorie, arbeitet der BVB offenbar weiter an Said El Mala.

Die Dortmunder Führung um Lars Ricken und Sportdirektor Ole Book soll ein verbessertes Angebot an den 1. FC Köln vorbereiten.

Die Kölner verlangen offenbar bis zu 50 Millionen Euro inklusive Boni.

50 Millionen.

Für einen 18-Jährigen.

Früher bekam man dafür gefühlt drei Spieler, einen Linksverteidiger und noch Wechselgeld für eine Bratwurst.

Aber gut: Das ist der Fußball 2026.

Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler bleibt im Poker entspannt und erklärt sinngemäß, dass es irgendwo eine Summe gibt, bei der man miteinander reden könne.

Sehr hilfreich.

Das ist ungefähr so, als würde man beim Autoverkauf sagen:

„Ab einem gewissen Geldbetrag gehört er Ihnen.“

Karetsas reicht mir fürs Erste

Ob El Mala tatsächlich noch kommt, wird sich zeigen.

Karetsas ist jedenfalls schon da.

Und sein erstes Ausrufezeichen hat er gesetzt.

Traumtor gegen Arsenal, starker Auftritt, 18 Jahre jung.

Natürlich dürfen wir ihn jetzt nicht überfordern.

Natürlich müssen wir geduldig bleiben.

Natürlich darf man nach einem Testspiel keine großen Schlüsse ziehen.

Das weiß jeder vernünftige Fußballfan.

Zum Glück bin ich BVB-Fan.

Deshalb lautet mein völlig sachliches Fazit:

Karetsas wird Weltklasse, Inácio schießt 20 Tore, Gadou wird Abwehrchef, El Mala kommt auch noch und im Mai stehen wir auf dem Borsigplatz.

Bis zum ersten 1:1 gegen Augsburg.

Dann ist wieder alles eine Katastrophe.

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