Ferdinand Dudenhöffer findet Elektroautos weiterhin großartig. Nur bezahlen soll der Staat sie seiner Meinung nach nicht mehr für alle mit.
Berlin – Ferdinand Dudenhöffer gilt als Deutschlands Auto-Papst. Und wenn der Auto-Papst spricht, geht es zwar selten um Weihwasser, dafür ziemlich oft um Reichweite, Zulassungszahlen und Förderprogramme.
Seine neueste Botschaft: Die E-Auto-Prämie kann weg.
Dabei ist Dudenhöffer keineswegs plötzlich zum Benzin-Nostalgiker geworden. Im Gegenteil: Er wirbt seit Jahren für Elektromobilität. Nur findet er inzwischen, dass E-Autos erwachsen genug sind, um ohne staatliches Taschengeld klarzukommen.
Sein Argument: Die Dinger verkaufen sich längst.
Im Juli waren laut Dudenhöffer 29,3 Prozent aller neu zugelassenen Autos in Deutschland reine Stromer. Rechnet man Plug-in-Hybride dazu, kommt man auf 40,7 Prozent.
Also fast jeder zweite Neuwagen mit Stecker.
Da fragt sich Dudenhöffer sinngemäß: Wenn das Pferd längst galoppiert – warum schiebt der Staat eigentlich noch von hinten?
Bis zu 6000 Euro vom Staat
Für reine Elektroautos gibt es bis zu 6000 Euro Förderung, für Plug-in-Hybride bis zu 4000 Euro.
Insgesamt stehen dafür rund drei Milliarden Euro bereit.
Dudenhöffer versteht nicht, warum ausgerechnet ein Markt, der inzwischen rund 41 Prozent der Neuzulassungen ausmacht, weiterhin mit Steuergeld angeschoben werden muss.
Oder anders gesagt:
Wenn 41 Prozent der Gäste schon Pizza bestellen, muss der Staat nicht auch noch den Käse bezahlen.
Benzinpreis macht ohnehin Werbung fürs E-Auto
Dass immer mehr Menschen elektrisch fahren, liegt laut Dudenhöffer unter anderem an hohen Spritpreisen und der Sorge vor dem Klimawandel.
Der Markt bekomme also ohnehin ordentlich Rückenwind.
Zusätzlich noch Milliarden an Fördergeld draufzulegen, hält der Auto-Experte für überflüssig.
Die E-Mobilität sei inzwischen vom zarten Förder-Pflänzchen zum ziemlich kräftigen Stromer-Strauch geworden.
Prämie weg, Prämie wieder da
Ganz neu ist das Förder-Hin-und-Her nicht.
Die damalige Ampel-Regierung hatte die E-Auto-Prämie im Dezember 2023 überraschend beendet.
Dann kam Schwarz-Rot – und die Prämie kam zurück.
Seit dem 19. Mai können wieder Anträge gestellt werden, sogar rückwirkend für Käufe seit Jahresbeginn.
Die deutsche Förderpolitik funktioniert damit ein bisschen wie eine schlecht eingestellte Ampel:
Rot. Grün. Rot. Wieder Grün. Und der Autofahrer fragt sich, ob er jetzt fahren darf oder einen Antrag ausfüllen muss.
Auch China fährt bei der Förderung mit
Kritiker bemängeln außerdem, dass von der deutschen Kaufprämie nicht nur deutsche Hersteller profitieren.
Auch chinesische Autobauer können ihre günstig angebotenen Elektroautos auf dem deutschen Markt verkaufen – und Käufer bekommen dafür ebenfalls staatliche Förderung.
Der deutsche Steuerzahler hilft damit möglicherweise beim Kauf eines chinesischen E-Autos.
Globalisierung kann manchmal erstaunlich persönlich werden.
Dudenhöffers Fazit ist jedenfalls eindeutig:
E-Autos brauchen keinen staatlichen Stützräder-Modus mehr. Sie fahren längst allein.