Neue Baumfroschart lebt ausgerechnet in Kaffeeplantagen – trinkt aber offenbar lieber Tauwasser als Espresso.
In Costa Rica haben Forschende eine bislang unbekannte Froschart entdeckt. Und die hat sich einen Lebensraum ausgesucht, der bei vielen Menschen schon morgens für gute Laune sorgt: Kaffeeplantagen.
Der kleine Baumfrosch ist grün-braun gefleckt, wird höchstens vier Zentimeter groß und lebt in der Region San Lorenzo de Tarrazú in der Provinz San José.
Weil er bevorzugt zwischen Kaffeesträuchern herumturnt, bekam er gleich einen passenden Spitznamen: „Kaffeefrosch“.
Nachts beginnt das Froschkonzert
Tagsüber hält sich der neue Bewohner eher zurück. Nachts dagegen wird er aktiv.
Dann sitzen die Frösche auf Kaffeesträuchern und geben ihre kurzen, schrillen Rufe zum Besten.
Wer nachts durch die Plantagen läuft, bekommt also neben Kaffeeduft möglicherweise auch noch ein kleines Amphibienkonzert geliefert.
Die Männchen verfügen dafür über eine durchscheinende Kehle, die sich beim Rufen sichtbar aufbläht.
Praktisch gesagt:
vier Zentimeter Körpergröße, aber Soundanlage eingebaut.
Kaffee ja – trinken nein
Trotz seines Namens ernährt sich der Kaffeefrosch nicht von Kaffeekirschen.
Kein Espresso.
Kein Cappuccino.
Nicht einmal entkoffeiniert.
Stattdessen frisst er kleine Insekten, die zwischen den Pflanzen leben.
Die Kaffeeplantagen bieten ihm vor allem das, was ein vernünftiger Frosch offenbar braucht: Schatten, Feuchtigkeit und ausreichend Snacks.
Damit führt das Tier im Grunde ein ziemlich entspanntes Plantagenleben.
Pestizide könnten zum Problem werden
Ganz ungefährlich ist das Leben zwischen den Kaffeepflanzen allerdings nicht.
Forscher Wagner Chaves-Acuna warnt davor, dass Pestizide den kleinen Amphibien schaden könnten. Die Stoffe können sich über die Luft verbreiten, in den Boden gelangen und schließlich Gewässer erreichen.
Besonders problematisch ist das für die Kaulquappen, die sich dort entwickeln.
Der Kaffeefrosch hat also gerade erst offiziell die Bühne der Wissenschaft betreten – und schon gibt es Sorgen um seinen Lebensraum.
Bleibt zu hoffen, dass Costa Ricas neuester Kaffee-Fan noch lange zwischen den Sträuchern singen kann.
Auch wenn er der einzige Plantagenbewohner ist, der nach Sonnenuntergang völlig ohne Koffein aufdreht.