Nach dem Pergamonmuseum meldet sich nun auch das Alte Museum mit Sanierungsbedarf. Offenbar gehört auf der Museumsinsel inzwischen selbst der Putz zur historischen Substanz.
Berlin – Wer die Berliner Museumsinsel besucht, kann dort Kunst, Geschichte und Architektur aus mehreren Jahrhunderten bestaunen.
Und demnächst vermutlich auch wieder Bauzäune.
Denn nach dem Pergamonmuseum steht nun offenbar das nächste Gebäude zur Sanierung an: das Alte Museum.
Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, machte am Wochenende deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.
Das Haus habe mittlerweile Risse in den Wänden.
Bei einem Gebäude, das 1830 eröffnet wurde, könnte man natürlich sagen:
Hat sich tapfer gehalten.
Trotzdem ist „historischer Charme“ irgendwann kein ausreichender Ersatz mehr für intaktes Mauerwerk.
Schinkel hätte vermutlich den Handwerker gerufen
Das Alte Museum stammt von Karl Friedrich Schinkel und war das erste der insgesamt fünf Museen auf der Insel.
Fast 200 Jahre später könnte das Haus nun eine Generalsanierung bekommen.
Geplant ist diese allerdings erst für die 2030er Jahre.
Was im Berliner Bauwesen ungefähr bedeutet:
Der Termin steht praktisch unmittelbar bevor.
Bis dahin wird man vermutlich weiter beobachten, wie sich die Risse entwickeln.
Vielleicht bekommen sie eigene Inventarnummern.
„Riss 17b, Wand links, entstanden vermutlich frühes 21. Jahrhundert.“
UNESCO-Weltkulturerbe mit Renovierungsbedarf
Die Museumsinsel liegt mitten in der Spree und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Fünf berühmte Museen auf engem Raum – architektonisch einzigartig und kulturell bedeutend.
Nur offenbar inzwischen auch ein kleines Großprojekt mit Dauerkarten für Bauunternehmen.
Dass das Alte Museum irgendwann saniert werden muss, ist laut Ackermann schon länger bekannt.
Es sei das letzte Gebäude auf der Museumsinsel, bei dem eine umfassende Erneuerung noch aussteht.
Damit bekommt Berlin also bald wieder jene besondere Mischung, die die Hauptstadt seit Jahren perfektioniert hat:
Weltkulturerbe, Weltklassekunst und irgendwo garantiert ein Gerüst.
Immerhin bleibt die Museumsinsel damit ihrem Bildungsauftrag treu.
Man lernt dort nicht nur etwas über Antike und Kunstgeschichte, sondern auch über ein besonders langlebiges deutsches Kulturgut:
die Generalsanierung.