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Windpark Oldendorf-Kuhla mit deutlichem Gewinnrückgang: Umsatz bricht ein, Schulden sinken – Betreiber bleibt dennoch zuversichtlich

geralt (CC0), Pixabay

Der Windpark Oldendorf-Kuhla hat das Geschäftsjahr 2025 trotz eines erheblichen Rückgangs bei Umsatz und Jahresüberschuss erneut mit Gewinn abgeschlossen. Die vier Windenergieanlagen in den Gemeinden Oldendorf und Himmelpforten erwirtschafteten einen Überschuss von rund 414.000 Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn allerdings noch bei mehr als 1,7 Millionen Euro gelegen. Gleichzeitig konnte die Betreibergesellschaft ihre Bankschulden um fast 1,4 Millionen Euro reduzieren und ihre Liquidität mehr als verdoppeln. Die Geschäftsführung sieht deshalb keine existenzbedrohenden Risiken und erwartet auch für 2026 ein positives Ergebnis.

Die Windpark Oldendorf-Kuhla GmbH & Co. KG mit Sitz in Bremen betreibt insgesamt vier Windenergieanlagen im niedersächsischen Landkreis Stade. Zwei Anlagen stehen in der Gemeinde Oldendorf, zwei weitere in Himmelpforten. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2012 gegründet und gehört zum Konzernumfeld des Bremer Windenergieunternehmens wpd.

Der nun veröffentlichte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 zeichnet ein gemischtes Bild. Einerseits blieb der Windpark profitabel, verbesserte seine Liquidität und führte einen erheblichen Teil seiner langfristigen Kredite zurück. Andererseits gingen die Erlöse aus der Stromproduktion deutlich zurück, während mehrere Kostenpositionen stiegen.

Umsatz sinkt um mehr als 1,3 Millionen Euro

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf rund 3,34 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch Erlöse von etwa 4,64 Millionen Euro erzielt.

Damit sank der Umsatz innerhalb eines Jahres um rund 1,30 Millionen Euro beziehungsweise etwa 28 Prozent.

Die Erlöse stammen aus der Erzeugung und dem Verkauf von Strom im Rahmen der Direktvermarktung. Die vier Anlagen verfügen jeweils über eine Leistung von 4,2 Megawatt. Zusammen erreicht der Windpark somit eine installierte Gesamtleistung von 16,8 Megawatt.

Nach Angaben der Gesellschaft reicht die Stromproduktion rechnerisch aus, um etwa 20.000 Haushalte zu versorgen.

Der starke Umsatzrückgang zeigt allerdings, wie abhängig Windparkgesellschaften von Windverhältnissen, Stromproduktion, technischen Verfügbarkeiten und den jeweiligen Vermarktungspreisen sind. Eine genaue Ursache für den Rückgang wird im Lagebericht nicht benannt.

Jahresüberschuss fällt auf 414.000 Euro

Noch deutlicher als der Umsatz ging der Gewinn zurück.

Der Jahresüberschuss betrug 2025 rund 414.000 Euro. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Überschuss von knapp 1,70 Millionen Euro erzielt.

Damit verringerte sich das Jahresergebnis um mehr als 1,28 Millionen Euro.

Der Gewinnrückgang hängt vor allem mit den gesunkenen Umsatzerlösen und gleichzeitig gestiegenen betrieblichen Aufwendungen zusammen.

Trotzdem blieb der Windpark klar in der Gewinnzone. Nach Steuern wurde ein Ergebnis von rund 415.000 Euro ausgewiesen. Nach Abzug sonstiger Steuern verblieb der Jahresüberschuss von 414.093 Euro.

Betriebsaufwendungen steigen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von rund 1,14 Millionen Euro auf 1,30 Millionen Euro.

Zu den größten Kostenblöcken gehörten die Pachtzahlungen für die genutzten Grundstücke. Diese beliefen sich 2025 auf etwa 503.000 Euro, nach 488.000 Euro im Vorjahr.

Für die Vollwartung der Windenergieanlagen entstanden Aufwendungen von rund 226.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 304.000 Euro gewesen.

Die kaufmännische und technische Betriebsführung kostete rund 98.000 Euro, gegenüber 88.000 Euro im Jahr zuvor.

Zusätzlich belasteten planmäßige Abschreibungen von rund 1,36 Millionen Euro das Ergebnis. Die Anlagen werden über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren linear abgeschrieben.

Hoher Buchwert der technischen Anlagen

Das Anlagevermögen des Windparks betrug zum Jahresende rund 17,50 Millionen Euro.

Davon entfielen etwa 17,49 Millionen Euro auf technische Anlagen und Maschinen. Damit stellen die vier Windenergieanlagen den mit Abstand größten Vermögensposten der Gesellschaft dar.

Die ursprünglichen Anschaffungskosten der Sachanlagen lagen Ende 2025 bei rund 21,65 Millionen Euro. Im Berichtsjahr wurden zusätzliche Investitionen von 122.625 Euro vorgenommen.

Durch die jährlichen Abschreibungen reduzierte sich der Buchwert der Anlagen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,23 Millionen Euro.

Bilanzsumme geht zurück

Die Bilanzsumme verringerte sich von rund 20,35 Millionen Euro auf 19,33 Millionen Euro.

Der Rückgang um knapp 1,02 Millionen Euro resultiert vor allem aus den Abschreibungen auf die Windenergieanlagen und dem Abbau der langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Trotz des niedrigeren Gesamtvermögens bleibt die Gesellschaft stark durch ihre technischen Anlagen geprägt.

Bankschulden um fast 1,4 Millionen Euro reduziert

Eine der wichtigsten Entwicklungen des Geschäftsjahres ist der weitere Abbau der Bankverbindlichkeiten.

Zum Jahresende bestanden Kreditschulden gegenüber Banken von rund 16,78 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 18,17 Millionen Euro.

Damit konnte die Gesellschaft ihre Bankschulden um etwa 1,39 Millionen Euro reduzieren.

Von den verbliebenen Bankverbindlichkeiten sind rund 1,39 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 15,39 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon laufen knapp 9,84 Millionen Euro noch länger als fünf Jahre.

Die Darlehen sind vollständig besichert. Als Sicherheiten dienen unter anderem Pfandrechte an beweglichen Sachen und übertragenen Rechten sowie die Abtretung von Forderungen.

Hohe Fremdfinanzierung bleibt prägend

Trotz des erfolgreichen Schuldenabbaus bleibt der Windpark weiterhin stark fremdfinanziert.

Die gesamten Verbindlichkeiten beliefen sich Ende 2025 auf knapp 17,80 Millionen Euro. Dies entspricht mehr als 92 Prozent der Bilanzsumme.

Neben den Bankdarlehen bestehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von rund 94.000 Euro sowie sonstige Verbindlichkeiten von etwa 923.000 Euro.

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um eine Bürgeranleihe einschließlich der dazugehörigen Zinsverpflichtungen.

Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zinsen aus dieser Bürgerbeteiligung fristgerecht gezahlt wurden. Das Beteiligungsmodell sollte Anwohnern ermöglichen, wirtschaftlich am Windpark teilzuhaben und damit zugleich die Akzeptanz für die Anlagen in der Region stärken.

Liquidität mehr als verdoppelt

Positiv entwickelte sich der Bestand an flüssigen Mitteln.

Die Bankguthaben stiegen von rund 337.000 Euro auf knapp 699.000 Euro. Damit verfügte die Gesellschaft am Jahresende über mehr als doppelt so viel Liquidität wie zwölf Monate zuvor.

Die erhöhte Zahlungsreserve ist für den laufenden Betrieb von großer Bedeutung. Windparkgesellschaften müssen nicht nur ihre Kreditraten und Zinsen bedienen, sondern auch Pachtzahlungen, Wartungsarbeiten, Versicherungen und mögliche Reparaturen finanzieren.

Die Geschäftsführung bezeichnet eine dauerhaft ausreichende Liquidität deshalb ausdrücklich als eine der wesentlichen wirtschaftlichen Kennzahlen der Gesellschaft.

Eigenkapital bleibt sehr niedrig

Das bilanzielle Eigenkapital stieg von rund 242.000 Euro auf knapp 356.000 Euro.

Die Eigenkapitalquote liegt damit allerdings lediglich bei rund 1,8 Prozent der Bilanzsumme. Eine derart niedrige Quote ist zwar bei hoch fremdfinanzierten Projektgesellschaften nicht ungewöhnlich, zeigt aber, dass die Gesellschaft wirtschaftlich stark von der laufenden Stromproduktion und der planmäßigen Bedienung ihrer Finanzierungen abhängig bleibt.

Die im Gesellschaftsvertrag festgelegten Pflichteinlagen betragen lediglich 8.000 Euro. Im Handelsregister ist dagegen eine Hafteinlage von 1,11 Millionen Euro eingetragen.

Ausschüttung deutlich reduziert

Die Gesellschaft schüttete im Berichtsjahr 300.000 Euro an ihre Gesellschafterin aus.

Im Vorjahr waren noch 1,70 Millionen Euro ausgeschüttet worden.

Die deutliche Verringerung der Ausschüttung steht im Zusammenhang mit dem niedrigeren Jahresüberschuss. Nach Berücksichtigung des Gewinnvortrags, der Ausschüttung und weiterer Verrechnungen verblieb zum Jahresende ein Bilanzgewinn von rund 347.700 Euro.

Im Vorjahr lag dieser bei etwa 233.600 Euro.

Rückstellungen steigen auf 1,18 Millionen Euro

Die Rückstellungen erhöhten sich von rund 1,04 Millionen Euro auf 1,18 Millionen Euro.

Den größten Anteil bilden Steuerrückstellungen von knapp 871.000 Euro. Darin enthalten sind Rückstellungen für Gewerbesteuern sowie passive latente Steuern, die aus unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen entstehen.

Die sonstigen Rückstellungen beliefen sich auf rund 309.000 Euro.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Vorsorge für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen. Die Gesellschaft rechnet für das Jahr 2042 mit Rückbaukosten von rund 1,15 Millionen Euro.

Bis Ende 2025 wurden hierfür Rückstellungen von knapp 139.000 Euro gebildet. Bei der Berechnung berücksichtigt das Unternehmen unter anderem eine jährliche Preissteigerungsrate von zwei Prozent, langfristige Abzinsungseffekte und erwartete Erlöse aus der Verwertung von Schrott und Anlagenteilen.

Langfristige Verträge über fast 15 Millionen Euro

Zusätzlich zu den bilanzierten Schulden bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Aus Geschäftsbesorgungs-, Wartungs- und Pachtverträgen ergeben sich Verpflichtungen von insgesamt rund 14,81 Millionen Euro.

Davon sind etwa 727.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Mehr als 14 Millionen Euro entfallen auf längerfristige Vertragsbindungen, wobei rund 11,16 Millionen Euro eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren besitzen.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Windpark langfristig an verschiedene Dienstleistungs-, Wartungs- und Grundstücksverträge gebunden ist.

Solche Verpflichtungen sind für den verlässlichen Betrieb einer Windenergieanlage notwendig. Gleichzeitig begrenzen sie die kurzfristige finanzielle Flexibilität der Gesellschaft.

Keine eigenen Mitarbeiter

Die Windpark Oldendorf-Kuhla GmbH & Co. KG beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer.

Sämtliche Aufgaben werden durch externe Dienstleistungsunternehmen und deren Subunternehmer übernommen. Dazu gehören insbesondere die technische Wartung, die Betriebsführung, die kaufmännische Verwaltung und weitere Serviceleistungen.

Dieses Modell ist bei Windpark-Projektgesellschaften üblich. Die Gesellschaft selbst konzentriert sich auf den Betrieb und die Finanzierung der Anlagen, während spezialisierte Unternehmen die laufenden Arbeiten ausführen.

Gesetzliche Förderung sorgt für Stabilität

Für die kommenden Jahre zeigt sich die Geschäftsführung zuversichtlich.

Die Stromvergütung basiert auf einem Zuschlagswert von 5,91 Cent je Kilowattstunde, der mit einem standortabhängigen Korrekturfaktor kombiniert wird.

Nach Einschätzung des Unternehmens sorgt diese Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz auch bei niedrigen Strompreisen für eine stabile wirtschaftliche Grundlage.

Zusätzliche Chancen könnten sich ergeben, wenn künftig Fixpreisverträge abgeschlossen werden, deren Vergütung über dem maßgeblichen Förderwert liegt.

Die Geschäftsführung erwartet für die Folgejahre weiterhin eine stabile Stromproduktion. Technische oder wirtschaftliche Risiken, die den Bestand der Gesellschaft gefährden könnten, seien derzeit nicht erkennbar.

Branche wächst kräftig

Der Lagebericht verweist zugleich auf die dynamische Entwicklung der deutschen Windenergiebranche.

Im Jahr 2025 wurden demnach bundesweit 958 neue Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 5.232 Megawatt installiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies bei der installierten Leistung einem Zuwachs von rund 60 Prozent.

Auch bei den erteilten Genehmigungen wurde mit mehr als 20.000 Megawatt ein neuer Höchststand erreicht. Viele dieser Projekte dürften ab 2027 umgesetzt werden.

Für 2026 erwartet die Branche einen weiteren erheblichen Zubau von rund 8.000 bis 8.500 Megawatt.

Diese Entwicklung zeigt, dass Windenergie trotz hoher Investitionskosten, umfangreicher Genehmigungsverfahren und wachsender Anforderungen weiterhin zu den wichtigsten Säulen der deutschen Energieversorgung gehört.

Positives Ergebnis auch für 2026 erwartet

Trotz des deutlichen Gewinnrückgangs bewertet die Geschäftsführung die weitere Entwicklung der Windparkgesellschaft positiv.

Die vier Anlagen entsprechen nach Unternehmensangaben dem aktuellen technischen Stand. Besondere Ausfallrisiken oder andere außergewöhnliche Belastungen seien nicht bekannt.

Langfristige Verträge, die gesetzliche Förderung und die erwartete stabile Stromproduktion sollen die wirtschaftliche Entwicklung absichern.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen erneut mit einem positiven Ergebnis.

Solider Betrieb trotz schwächerem Jahr

Der Jahresabschluss zeigt einen Windpark, der 2025 deutlich weniger Umsatz und Gewinn erwirtschaftete als im außergewöhnlich starken Vorjahr, aber dennoch wirtschaftlich handlungsfähig blieb.

Die Gesellschaft konnte einen Jahresüberschuss von mehr als 414.000 Euro erzielen, die Liquidität erheblich verbessern und die Bankschulden um fast 1,4 Millionen Euro abbauen.

Dem stehen eine äußerst niedrige Eigenkapitalquote, langfristige Verbindlichkeiten und zusätzliche finanzielle Verpflichtungen in Millionenhöhe gegenüber.

Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob die vier Anlagen zuverlässig Strom produzieren und die Erlöse ausreichen, um Kredite, Wartung, Pachten und Rückbauvorsorge dauerhaft zu finanzieren.

Der Geschäftsführung zufolge sind die Voraussetzungen dafür gegeben. Nach dem deutlichen Ergebnisrückgang im Jahr 2025 dürfte das kommende Geschäftsjahr jedoch zeigen, wie belastbar das Geschäftsmodell bei schwankenden Erlösen tatsächlich ist.

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