Die WEA Aasbruch IV GmbH & Co. KG mit Sitz in Aurich hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Das Unternehmen, das in die Strukturen des enercity-Konzerns eingebunden ist, weist zum Jahresende eine Bilanzsumme von rund 2,52 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte diese noch bei knapp 2,70 Millionen Euro gelegen.
Damit ist die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 172.000 Euro oder etwa 6,4 Prozent zurückgegangen. Hauptursache dafür ist das sinkende Anlagevermögen, das sich aufgrund planmäßiger Abschreibungen auf die Windenergieanlagen von rund 2,05 Millionen Euro auf etwa 1,90 Millionen Euro verringerte.
Jahresgewinn sinkt um mehr als 80 Prozent
Besonders deutlich zeigt sich die schwächere Entwicklung beim Jahresergebnis. Die Gesellschaft erzielte 2024 lediglich einen Jahresüberschuss von rund 8.900 Euro. Im Jahr zuvor hatte der Gewinn noch bei knapp 54.500 Euro gelegen.
Damit brach das Ergebnis um rund 45.600 Euro beziehungsweise mehr als 83 Prozent ein.
Da die Gesellschaft als kleine Kapitalgesellschaft von gesetzlichen Offenlegungserleichterungen Gebrauch macht und keine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht, bleiben die konkreten Ursachen des Gewinnrückgangs offen. Denkbar sind höhere Betriebs- und Wartungskosten, gestiegene Direktvermarktungsentgelte, geringere Stromerträge oder schwächere Erlöse aus der Einspeisung.
Eine belastbare Aussage lässt sich aus der verkürzten Bilanz allein jedoch nicht ableiten.
Eigenkapital steigt trotz schwachem Ergebnis leicht
Trotz des stark rückläufigen Jahresüberschusses erhöhte sich das Eigenkapital leicht von rund 934.900 Euro auf etwa 943.800 Euro. Der Zuwachs entspricht dem erwirtschafteten Gewinn des Geschäftsjahres.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich dadurch deutlich. Ende 2024 entfielen rund 37,4 Prozent der Bilanzsumme auf Eigenkapital. Im Vorjahr hatte der Anteil bei etwa 34,7 Prozent gelegen.
Diese Entwicklung ist aus finanzieller Sicht positiv, weil ein höherer Eigenkapitalanteil grundsätzlich die Stabilität eines Unternehmens stärkt und dessen Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen reduziert.
Bankverbindlichkeiten weiter zurückgeführt
Auch bei den Schulden zeigt sich eine Entlastung. Die gesamten Verbindlichkeiten sanken von rund 1,69 Millionen Euro auf etwa 1,50 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um knapp 186.000 Euro.
Fast die gesamten Verbindlichkeiten entfallen weiterhin auf Bankkredite. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich von rund 1,67 Millionen Euro auf knapp 1,48 Millionen Euro.
Damit setzte das Unternehmen den planmäßigen Abbau seiner Fremdfinanzierung fort. Die Kreditverbindlichkeiten sind umfangreich besichert. Zu den Sicherheiten gehören unter anderem die Windenergieanlagen selbst, Rechte aus dem Anlagenbetrieb, Wartungs- und Versicherungsverträge sowie eine verpfändete Liquiditätsreserve in Höhe von 150.000 Euro.
Kurzfristige Verpflichtungen bleiben überschaubar
Von den gesamten Verbindlichkeiten waren zum Bilanzstichtag rund 205.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 742.000 Euro haben eine Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren. Auf Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren entfielen rund 557.000 Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere der langfristige Anteil zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass sich die Gesellschaft in einer fortgeschrittenen Phase der Kreditrückzahlung befindet.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen spielten mit rund 8.000 Euro nur eine geringe Rolle. Im Vorjahr waren solche Verpflichtungen noch nicht ausgewiesen worden.
Liquidität verbessert sich deutlich
Positiv entwickelte sich der Bestand an liquiden Mitteln. Die Bankguthaben und Kassenbestände stiegen von rund 100.700 Euro auf mehr als 150.300 Euro.
Damit verfügte das Unternehmen zum Jahresende über knapp 50.000 Euro mehr unmittelbar verfügbare Mittel als zwölf Monate zuvor. Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 142.100 Euro auf etwa 92.300 Euro zurück.
Ein großer Teil der Forderungen entfällt auf verbundene Unternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden entsprechende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von rund 88.000 Euro.
Stromlieferungen innerhalb des enercity-Konzerns
Die WEA Aasbruch IV GmbH & Co. KG ist eng in den enercity-Konzern eingebunden. Zwischen der Gesellschaft und der enercity AG besteht ein Vertrag über die Lieferung von Strom aus Anlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz betrieben werden.
Im Geschäftsjahr 2024 erbrachte die Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen Leistungen aus der Stromeinspeisung in Höhe von rund 335.000 Euro.
Dem standen bezogene Leistungen in Höhe von insgesamt etwa 27.000 Euro gegenüber. Dazu gehörten Dienstleistungen, Zinsaufwendungen und sonstige Leistungen. Nach Angaben des Unternehmens wurden sämtliche konzerninternen Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
Weitere Verpflichtungen außerhalb der Bilanz
Neben den bilanzierten Schulden bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt rund 791.000 Euro. Sie ergeben sich im Wesentlichen aus Pacht-, Nutzungs- und Dienstleistungsverträgen.
Solche langfristigen Verpflichtungen sind für Betreiber von Windenergieanlagen typisch. Sie umfassen unter anderem die Nutzung der Grundstücke, Wartungsleistungen und weitere betriebliche Dienstleistungen.
Hinzu kommen Rückstellungen für den späteren Rückbau der Anlagen. Das Unternehmen geht bei der Berechnung von einer Pachtdauer von 25 Jahren aus. Mögliche Schrottwerte der Anlagen werden bei der Rückstellungsberechnung nicht berücksichtigt.
Abschreibungen prägen die Bilanz
Das Sachanlagevermögen sank im Jahresverlauf von rund 1,90 Millionen Euro auf etwa 1,75 Millionen Euro. Der Rückgang entspricht nahezu vollständig den planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen.
Für Windparkgesellschaften ist diese Entwicklung üblich. Die Anlagen verlieren bilanziell jedes Jahr an Wert, während die Kredite parallel über die Laufzeit zurückgezahlt werden.
Entscheidend ist deshalb, ob die laufenden Stromerlöse ausreichen, um Betriebskosten, Zinsen, Tilgungen und Rückstellungen zu finanzieren. Der stark gesunkene Jahresüberschuss zeigt, dass der finanzielle Spielraum 2024 deutlich geringer war als im Vorjahr.
Stabilität mit begrenztem Ergebnispolster
Insgesamt erscheint die WEA Aasbruch IV GmbH & Co. KG finanziell weiterhin stabil. Die Gesellschaft hat ihre Verbindlichkeiten reduziert, die Eigenkapitalquote erhöht und ihre Liquiditätsposition verbessert.
Gleichzeitig gibt der deutliche Gewinneinbruch Anlass zu genauerer Beobachtung. Ein Jahresüberschuss von weniger als 9.000 Euro bietet nur ein sehr begrenztes Polster für unerwartete Reparaturen, schwächere Windjahre oder höhere Finanzierungskosten.
Da wesentliche Angaben zur Ertragslage wegen der Offenlegungserleichterungen fehlen, lässt sich die operative Entwicklung nur eingeschränkt beurteilen. Klar ist jedoch: Der Windpark arbeitet weiterhin profitabel, doch der Abstand zur Verlustzone ist erheblich kleiner geworden.