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Millioneninvestitionen trotz bilanzieller Überschuldung: Windparkgesellschaft setzt auf langfristigen Erfolg
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Millioneninvestitionen trotz bilanzieller Überschuldung: Windparkgesellschaft setzt auf langfristigen Erfolg

geralt (CC0), Pixabay

Die in Bremen ansässige mbb Bredentin 2 GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen spiegeln eine Phase umfangreicher Investitionen wider. Während das Unternehmen sein Anlagevermögen massiv ausbaute und seine Liquidität deutlich verbesserte, stiegen zugleich die Verbindlichkeiten erheblich an. Zudem weist die Bilanz weiterhin eine bilanzielle Überschuldung aus.

Bilanzsumme wächst um fast 90 Prozent

Die Bilanzsumme stieg innerhalb eines Jahres von rund 2,02 Millionen Euro auf knapp 3,84 Millionen Euro. Dies entspricht einem Wachstum von rund 90 Prozent.

Hauptursache hierfür ist der kräftige Ausbau des Anlagevermögens. Die Sachanlagen erhöhten sich von rund 1,32 Millionen Euro auf mehr als 2,37 Millionen Euro. Diese Entwicklung spricht für erhebliche Investitionen in technische Anlagen oder den Ausbau des Windparks.

Gleichzeitig wurden die bislang ausgewiesenen Finanzanlagen vollständig abgebaut. Während sie Ende 2023 noch rund 300.000 Euro betrugen, werden sie im aktuellen Jahresabschluss nicht mehr ausgewiesen.

Hohe Liquiditätsreserven aufgebaut

Auffällig ist außerdem die deutliche Verbesserung der Liquiditätslage.

Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen von rund 258.000 Euro auf über 1,12 Millionen Euro. Damit vervierfachte sich der Bestand an flüssigen Mitteln innerhalb eines Jahres nahezu.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen von rund 59.000 Euro auf etwa 33.000 Euro zurück.

Zusätzlich erhöhte sich der aktive Rechnungsabgrenzungsposten von 7.000 Euro auf knapp 67.000 Euro, was auf bereits geleistete Vorauszahlungen für zukünftige Aufwendungen hinweist.

Verbindlichkeiten steigen massiv

Parallel zu den Investitionen nahm auch die Verschuldung deutlich zu.

Die gesamten Verbindlichkeiten erhöhten sich von rund 2,02 Millionen Euro auf 3,83 Millionen Euro. Damit stiegen die Schulden innerhalb eines Jahres um rund 1,82 Millionen Euro beziehungsweise etwa 90 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei die Laufzeitenstruktur: Sämtliche Verbindlichkeiten sind laut Bilanz innerhalb eines Jahres fällig. Langfristige Schulden werden zum Bilanzstichtag nicht ausgewiesen.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestanden Ende 2024 nicht mehr. Im Vorjahr waren noch geringe Forderungen in Höhe von rund 300 Euro ausgewiesen.

Bilanzielle Überschuldung nimmt weiter zu

Besonders ins Auge fällt die Entwicklung des Eigenkapitals.

Wie bereits im Vorjahr weist die Gesellschaft kein positives Eigenkapital aus. Stattdessen wird ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten ausgewiesen.

Dieser erhöhte sich von rund 77.000 Euro auf mehr als 247.000 Euro. Damit hat sich die bilanzielle Überschuldung innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.

Rechnerisch ergibt sich dadurch ein negatives Eigenkapital, das in der Bilanz vollständig durch den gesonderten Aktivposten ausgeglichen wird.

Geschäftsführung sieht Fortbestand dennoch gesichert

Trotz der bilanziellen Überschuldung wurde der Jahresabschluss ausdrücklich unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.

Im Anhang begründet die Geschäftsführung diese Einschätzung mit ihrer langfristigen Finanzplanung. Danach erwartet das Unternehmen für den Zeitraum 2025 bis 2046 ausreichende Jahresüberschüsse, sodass die Fortführung der Gesellschaft als überwiegend wahrscheinlich angesehen wird.

Diese sogenannte Fortführungsprognose ist handelsrechtlich von zentraler Bedeutung. Sie ermöglicht die Erstellung des Jahresabschlusses auf Basis der Annahme, dass das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit dauerhaft fortsetzen kann.

Windparkprojekte sind häufig langfristig finanziert

Die Entwicklung der Bilanz verdeutlicht die Besonderheiten großer Windenergieprojekte.

In der Anfangsphase entstehen regelmäßig hohe Investitionskosten für Planung, Bau und technische Ausstattung. Gleichzeitig werden die Anlagen häufig über langfristige Finanzierungsmodelle refinanziert, während die Erträge erst über viele Jahre hinweg erwirtschaftet werden.

Dadurch können insbesondere in den ersten Betriebsjahren bilanziell negative Eigenkapitalpositionen entstehen, ohne dass dies zwangsläufig auf eine wirtschaftliche Krise hinweist.

Entscheidend ist vielmehr, ob die erwarteten Stromerlöse langfristig ausreichen, um Kredite zurückzuführen und Gewinne zu erzielen.

Rückstellungen bleiben gering

Die Rückstellungen reduzierten sich leicht von rund 4.950 Euro auf etwa 4.700 Euro und spielen für die Gesamtbilanz nur eine untergeordnete Rolle.

Sie dienen der Absicherung ungewisser Verpflichtungen und wurden nach den handelsrechtlichen Bewertungsgrundsätzen gebildet.

Geschäftsführung setzt auf langfristige Erträge

Die Geschäfte der Gesellschaft werden von der mbb Bredentin Verwaltungs GmbH geführt. Verantwortlich sind die Geschäftsführer Dr. Gernot Blanke, Dr. Klaus Meier und Dr. Hartmut Brösamle.

Die Gesellschaft macht deutlich, dass ihre wirtschaftliche Planung auf einen sehr langen Zeitraum ausgerichtet ist. Nach internen Prognosen sollen die Windenergieanlagen in den kommenden Jahrzehnten ausreichende Überschüsse erwirtschaften, um die derzeitige bilanzielle Überschuldung schrittweise abzubauen.

Hohe Investitionen prägen die Bilanz

Der Jahresabschluss zeigt eindrucksvoll, wie kapitalintensiv der Betrieb von Windparks ist. Große Investitionen führen zunächst zu steigenden Vermögenswerten, gleichzeitig aber häufig auch zu einer erheblichen Ausweitung der Verschuldung.

Die starke Erhöhung der liquiden Mittel verschafft dem Unternehmen zwar finanzielle Handlungsspielräume. Gleichzeitig bleibt die bilanzielle Überschuldung ein wesentlicher Risikofaktor, dessen Entwicklung in den kommenden Jahren genau beobachtet werden dürfte.

Ob die optimistischen Erwartungen der Geschäftsführung eintreffen, wird maßgeblich von den zukünftigen Stromerträgen, den Marktpreisen sowie den regulatorischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien abhängen. Erst dann wird sich zeigen, ob die langfristige Strategie des Unternehmens aufgeht und die geplanten Gewinne tatsächlich erzielt werden können.

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