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Datenleck bei Lidl: Kundendaten nach Cyberangriff auf IT-Dienstleister betroffen

127071 (CC0), Pixabay

Nach einem Cyberangriff auf einen externen IT-Dienstleister von Lidl sind personenbezogene Daten von Kundinnen und Kunden des Online-Shops in die Hände von Angreifern gelangt. Das Unternehmen hat den Vorfall bestätigt und betroffene Nutzer per E-Mail informiert. Nach derzeitigen Erkenntnissen war nicht das System des Online-Shops selbst Ziel des Angriffs, sondern die IT-Infrastruktur eines externen Dienstleisters.

Nach Angaben von Lidl konnten die Angreifer zeitweise auf eine Datei mit personenbezogenen Kundendaten zugreifen und diese kopieren. Betroffen sind unter anderem Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum sowie die Kundennummer. Wie viele Kunden von dem Datenabfluss betroffen sind, teilte das Unternehmen bislang nicht mit.

Lidl betont, dass nach aktuellem Ermittlungsstand keine besonders sensiblen Daten kompromittiert wurden. Demnach seien weder Passwörter noch Kundenkonten, Rechnungs- oder Lieferanschriften, Bankverbindungen oder sonstige Zahlungsinformationen betroffen. Auch das Online-Shop-System selbst sei zu keinem Zeitpunkt kompromittiert worden. Die Untersuchung des Vorfalls dauert jedoch weiterhin an.

Trotz dieser Entwarnung sollten betroffene Kunden vorsichtig sein. Bereits Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern können von Cyberkriminellen genutzt werden, um täuschend echt wirkende Phishing-Nachrichten oder betrügerische Anrufe zu erstellen. Dabei geben sich die Täter häufig als Mitarbeiter eines Unternehmens aus und versuchen, an Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen zu gelangen. Experten empfehlen deshalb, E-Mails und SMS mit ungewöhnlichen Aufforderungen besonders kritisch zu prüfen und Links nur über die offiziellen Internetseiten oder Apps des Unternehmens aufzurufen.

Wer ein Kundenkonto bei Lidl besitzt, sollte außerdem regelmäßig die hinterlegten Daten überprüfen und auf ungewöhnliche Aktivitäten achten. Zwar besteht nach Angaben des Unternehmens derzeit kein Anlass, Passwörter vorsorglich zu ändern, dennoch kann ein neues, individuelles Passwort die Sicherheit zusätzlich erhöhen – insbesondere dann, wenn dasselbe Passwort auch bei anderen Online-Diensten verwendet wird.

Der Vorfall verdeutlicht erneut die Risiken, die von Angriffen auf externe IT-Dienstleister ausgehen. Selbst wenn die Systeme eines Unternehmens nicht direkt kompromittiert werden, können über Zulieferer und Dienstleister personenbezogene Daten in falsche Hände geraten. Solche sogenannten Lieferkettenangriffe haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und stellen Unternehmen zunehmend vor große Herausforderungen.

Lidl arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem betroffenen IT-Dienstleister und den zuständigen Behörden an der vollständigen Aufklärung des Vorfalls. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben oder weitere Daten betroffen sein, will das Unternehmen die betroffenen Kundinnen und Kunden entsprechend informieren.

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