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Blutreserven werden knapp: Demografischer Wandel verschärft die Spenderkrise

truthseeker08 (CC0), Pixabay

Die Blutspendedienste in Deutschland schlagen seit Jahren regelmäßig Alarm. Vor allem in den Sommermonaten, während der Ferien oder rund um Feiertage gehen die Vorräte häufig deutlich zurück. Doch inzwischen entwickelt sich ein weiteres Problem, das Experten zunehmend Sorge bereitet: der demografische Wandel. Immer mehr langjährige Blutspender erreichen ein Alter, in dem sie nicht mehr spenden dürfen oder aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden. Gleichzeitig rücken zu wenige junge Menschen nach.

Nach Einschätzung der Blutspendedienste könnte sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Denn Blutkonserven lassen sich nur begrenzt lagern und können nicht künstlich hergestellt werden. Krankenhäuser sind deshalb jeden Tag auf freiwillige Spender angewiesen.

Blut wird täglich benötigt

Ob nach schweren Verkehrsunfällen, bei komplizierten Operationen, Krebsbehandlungen oder Geburten – Blutkonserven gehören für Kliniken zum medizinischen Alltag. Allein in Deutschland werden täglich Tausende Blutspenden benötigt, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

Da insbesondere rote Blutkörperchen nur rund sechs Wochen haltbar sind, müssen die Bestände kontinuierlich erneuert werden. Ein langfristiger Vorrat lässt sich deshalb nicht anlegen.

Immer weniger junge Spender

Während früher regelmäßig neue Spenderinnen und Spender nachrückten, beobachten die Blutspendedienste inzwischen einen deutlichen Wandel. Viele langjährige Spender sind heute über 60 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter endet für viele Menschen die Möglichkeit zur Blutspende aus gesundheitlichen Gründen.

Gleichzeitig gelingt es immer schwerer, jüngere Menschen dauerhaft für regelmäßige Blutspenden zu gewinnen. Zwar kommen viele erstmals während der Schulzeit, des Studiums oder im Rahmen besonderer Aktionen mit dem Thema in Berührung. Häufig bleibt es jedoch bei einer einmaligen Spende.

Experten sehen darin eine der größten Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Demografischer Wandel verschärft die Lage

Die Bevölkerung in Deutschland wird älter. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen im spendenfähigen Alter ab. Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Während die Zahl potenzieller Blutspender sinkt, steigt der Bedarf durch eine alternde Gesellschaft weiter an.

Denn ältere Menschen benötigen aufgrund von Operationen oder Erkrankungen häufig häufiger Blutkonserven als jüngere Patienten.

Dadurch entsteht ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

Sommer bleibt kritische Zeit

Besonders angespannt ist die Situation traditionell während der Sommerferien. Viele regelmäßige Spender befinden sich im Urlaub oder nutzen ihre Freizeit für Reisen. Gleichzeitig laufen Krankenhausbetriebe weiter, Notfälle treten unabhängig von Ferien oder Feiertagen auf.

Auch Hitzewellen können die Zahl der Blutspenden zusätzlich verringern. Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf vieler Menschen, wodurch Termine zur Blutspende häufiger verschoben werden.

Blutspendedienste werben um neue Zielgruppen

Um den langfristigen Rückgang auszugleichen, setzen die Blutspendedienste verstärkt auf Informationskampagnen und digitale Angebote. Online-Terminvergaben, Erinnerungsdienste per App oder Social-Media-Kampagnen sollen insbesondere junge Erwachsene ansprechen.

Auch Unternehmen, Hochschulen und Vereine werden zunehmend in Aktionen eingebunden, um neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen.

Dabei betonen die Organisationen immer wieder, dass bereits eine einzelne Blutspende mehrere Menschenleben retten kann. Aus einer Vollblutspende lassen sich verschiedene Blutbestandteile gewinnen, die für unterschiedliche Patientengruppen verwendet werden.

Versorgung bleibt nur mit regelmäßigen Spenden gesichert

Mediziner machen deutlich, dass die Versorgung der Krankenhäuser nur durch kontinuierliche Blutspenden gewährleistet werden kann. Kurzfristige Spendenaktionen helfen zwar in akuten Engpässen, langfristig brauche es jedoch deutlich mehr Menschen, die regelmäßig Blut spenden.

Vor allem angesichts des demografischen Wandels wird die Gewinnung neuer Spender zu einer der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Denn Blut lässt sich weder industriell herstellen noch dauerhaft lagern. Jeder Patient, der auf eine Bluttransfusion angewiesen ist, ist darauf angewiesen, dass andere Menschen bereit sind, freiwillig zu spenden.

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