Der Jahresabschluss 2025 der Lacuna Windpark Hohenzellig GmbH & Co. KG zeigt, wie stark Windparkbeteiligungen vom Wetter abhängen. Trotz eines technisch nahezu störungsfreien Betriebs ist der Jahresüberschuss um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Verantwortlich dafür war vor allem ein außergewöhnlich windschwaches Jahr. Positiv fallen dagegen der konsequente Schuldenabbau, die hohe Eigenkapitalquote und eine komfortable Liquiditätsausstattung auf.
Gewinn bricht massiv ein
Der Jahresüberschuss sank von 473.000 Euro auf lediglich 78.500 Euro. Auch das Betriebsergebnis halbierte sich nahezu und fiel von 965.000 Euro auf 497.000 Euro.
Auslöser waren deutlich niedrigere Stromerlöse. Das Windaufkommen in der Region lag lediglich bei 79 Prozent eines Normaljahres. Die tatsächliche Stromproduktion blieb 17,3 Prozent unter der ursprünglichen Prognose und rund 12,5 Prozent unter dem Vorjahr. Entsprechend sanken die Umsatzerlöse von 4,19 Millionen auf 3,73 Millionen Euro.
Technik überzeugt trotz schwacher Winde
Operativ lief der Windpark dagegen nahezu problemlos.
Mit einer technischen Verfügbarkeit von 99,1 Prozent übertraf der Park die vom Hersteller Nordex garantierten 97 Prozent deutlich. Die Geschäftsführung betont, dass sämtliche Ausfälle im Rahmen der Kalkulation lagen und teilweise durch Wartungsverträge kompensiert wurden.
Solider Schuldenabbau stärkt die Bilanz
Ein wesentlicher Pluspunkt ist die Finanzierung.
Die Darlehensverbindlichkeiten wurden planmäßig um rund 2,14 Millionen Euro auf 10,94 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote von 43,1 auf 47,1 Prozent – ein für geschlossene Windparkfonds komfortabler Wert.
Liquidität weiter verbessert
Auch die Liquidität entwickelte sich positiv.
Die frei verfügbaren Geschäfts- und Tagesgeldkonten erhöhten sich auf 1,30 Millionen Euro, insgesamt verfügt die Gesellschaft über Bankguthaben von 3,11 Millionen Euro. Darin enthalten sind allerdings auch zweckgebundene Reservekonten für Kapitaldienst und Rückbau in Höhe von rund 1,81 Millionen Euro, über die die Gesellschaft nicht frei verfügen kann.
2025 keine Ausschüttung an Anleger
Bemerkenswert aus Anlegersicht: Trotz eines positiven Jahresüberschusses erfolgte im Geschäftsjahr 2025 keine Auszahlung an die Gesellschafter. Der Gewinn stärkt stattdessen zunächst das Eigenkapital.
Hoffnung auf besseres Jahr 2026
Für 2026 zeigt sich die Geschäftsführung deutlich optimistischer.
Geplant werden Umsatzerlöse von rund 4,3 Millionen Euro sowie ein Jahresüberschuss von etwa 607.000 Euro. Grundlage dieser Prognose ist allerdings ein durchschnittliches Windjahr. Zudem profitiert der Windpark künftig von verbesserten Konditionen in der Direktvermarktung: Die garantierte Mindestvergütung steigt auf 9,335 Cent je Kilowattstunde und liegt damit sowohl über der bisherigen Vergütung als auch über der ursprünglichen Prospektkalkulation.
Risiken bleiben bestehen
Die Gesellschaft weist auf die klassischen Risiken eines Windparkbetriebs hin:
- schwankendes Windaufkommen,
- technische Ausfälle,
- steigende Wartungs- und Ersatzteilkosten,
- mögliche regulatorische Änderungen,
- geopolitische Unsicherheiten mit Auswirkungen auf Energie- und Finanzmärkte.
Zugleich sieht das Management langfristige Chancen durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sowie einen möglichen Weiterbetrieb der Anlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung.
Anlegerfazit
Der Abschluss liefert ein differenziertes Bild.
Positiv:
- sehr hohe technische Verfügbarkeit,
- deutlicher Schuldenabbau,
- Eigenkapitalquote von über 47 Prozent,
- solide Liquiditätsausstattung,
- verbesserte Vermarktungskonditionen ab 2026.
Kritisch:
- Gewinneinbruch um mehr als 80 Prozent,
- Stromproduktion deutlich unter Plan,
- keine Ausschüttung an die Anleger im Jahr 2025,
- hohe Abhängigkeit vom Windangebot.
Bewertung aus Anlegersicht
Der starke Gewinnrückgang wirkt auf den ersten Blick alarmierend, ist jedoch vor allem wetterbedingt und nicht auf operative Schwächen zurückzuführen. Die Bilanz bleibt robust, die Verschuldung sinkt kontinuierlich und die Liquidität ist komfortabel. Für Anleger dürfte nun entscheidend sein, ob sich das Windaufkommen 2026 normalisiert und die optimistischen Prognosen tatsächlich erreicht werden. Der Windpark bleibt damit ein solides, aber naturgemäß stark vom Wetter abhängiges Investment.