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Hohe Schulden, rote Zahlen – doch der Windpark Issum wächst operativ

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der SL Windpark Issum GmbH & Co. KG zeigt ein typisches Bild eines noch jungen Windparks: Die Anlagen sind inzwischen vollständig in Betrieb und erwirtschaften deutlich höhere Umsätze als im Vorjahr. Gleichzeitig drücken hohe Abschreibungen und Finanzierungskosten weiterhin auf das Ergebnis. Für Anleger ist entscheidend, dass sich der operative Betrieb verbessert, die Gesellschaft jedoch noch immer Verluste schreibt.

Deutlich höhere Stromerlöse

Operativ verlief 2025 wesentlich erfolgreicher als das Vorjahr.

Das Rohergebnis stieg von 821.000 Euro auf 1,97 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Ursache ist vor allem, dass sich die Windenergieanlagen nun vollständig im regulären Betrieb befinden. 2024 war der Windpark noch im Aufbau beziehungsweise in der Anlaufphase.

Verlust fällt geringer aus

Trotz der höheren Erlöse schreibt die Gesellschaft weiterhin rote Zahlen.

Der Jahresfehlbetrag verringerte sich allerdings von 210.757 Euro auf 166.729 Euro. Die Verluste werden – wie bei Kommanditgesellschaften üblich – den Kapitalkonten der Gesellschafter belastet.

Der operative Fortschritt wird derzeit vor allem durch zwei Faktoren aufgezehrt:

  • deutlich höhere Abschreibungen auf die fertiggestellten Windenergieanlagen,
  • gestiegene Zinsaufwendungen aufgrund der umfangreichen Fremdfinanzierung.

Fertigstellung des Windparks sichtbar

Die Bilanz dokumentiert den Übergang vom Bau- in den Regelbetrieb.

Das Anlagevermögen stieg von 15,3 auf 18,9 Millionen Euro, während der Posten „Anlagen im Bau“ vollständig verschwand. Die Investitionen wurden also abgeschlossen und in das betriebsbereite Sachanlagevermögen übernommen.

Damit beginnt nun die eigentliche Ertragsphase des Projekts.

Hohe Kreditbelastung bleibt größte Herausforderung

Die Finanzierung bleibt der wichtigste Risikofaktor.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken stiegen von 12,3 Millionen Euro auf 16,5 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten inzwischen auf 17,3 Millionen Euro.

Ein großer Teil der Kredite läuft langfristig:

  • rund 16 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr,
  • davon laufen 12,3 Millionen Euro sogar noch länger als fünf Jahre.

Hinzu kommen Nachrangdarlehen über knapp 469.000 Euro, die spätestens 2043 zurückgezahlt werden müssen.

Eigenkapital leicht gesunken

Das Eigenkapital verringerte sich infolge des Jahresverlustes von 3,48 Millionen Euro auf 3,31 Millionen Euro.

Gemessen an der Bilanzsumme von gut 21,3 Millionen Euro liegt die Eigenkapitalquote damit bei rund 15 bis 16 Prozent. Das ist für projektfinanzierte Windparks zwar nicht ungewöhnlich, verdeutlicht aber die hohe Fremdkapitalabhängigkeit.

Liquidität verbessert sich

Positiv entwickelt haben sich die liquiden Mittel.

Die Bankguthaben stiegen von 1,12 Millionen Euro auf 1,45 Millionen Euro. Auch die Forderungen erhöhten sich deutlich auf rund 916.000 Euro, sodass sich das Umlaufvermögen insgesamt verbessert hat.

Kurzfristige Liquiditätsengpässe sind aus dem Jahresabschluss derzeit nicht erkennbar.

Anlegerfazit

Der Abschluss zeigt einen Windpark, der den Übergang von der Bauphase in den regulären Betrieb vollzieht.

Positiv:

  • Stromerlöse mehr als verdoppelt,
  • operativer Geschäftsbetrieb deutlich verbessert,
  • Verlust gegenüber dem Vorjahr reduziert,
  • Liquidität weiter gestiegen,
  • Windpark vollständig fertiggestellt.

Kritisch:

  • weiterhin Jahresverlust,
  • sehr hohe Kreditverschuldung von über 16 Millionen Euro,
  • niedrige Eigenkapitalquote,
  • erhebliche Zins- und Abschreibungsbelastungen.

Bewertung aus Anlegersicht

Der Jahresabschluss ist weder Anlass zur Euphorie noch zur Sorge. Die operative Entwicklung geht klar in die richtige Richtung: Nach Abschluss der Investitionsphase steigen die Erlöse deutlich. Gleichzeitig zeigt sich aber die typische Belastung neuer Windparkprojekte durch hohe Fremdfinanzierung und Abschreibungen. Entscheidend wird sein, ob die Gesellschaft in den kommenden Jahren dauerhaft ausreichend Stromerträge erzielt, um Zinsen, Tilgungen und Abschreibungen aus eigener Kraft zu erwirtschaften und den Sprung in die Gewinnzone zu schaffen. Für Anleger bleibt das Investment deshalb chancenreich, aber weiterhin mit einem erhöhten Finanzierungsrisiko verbunden.

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