Das war’s. Und diesmal gibt es keine Ausreden. Deutschland ist bei der Weltmeisterschaft sensationell bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden – ausgerechnet gegen Paraguay. Im Elfmeterschießen versagten der DFB-Elf die Nerven, während der Außenseiter den größten Erfolg seiner WM-Geschichte feierte.
Natürlich hatte Deutschland mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile und mehr Kontrolle. Aber was nützt all das, wenn daraus kaum echte Torchancen entstehen? Paraguay zeigte von der ersten Minute an, wie man einem Favoriten das Leben schwer macht: kompakt stehen, Räume zustellen und auf den einen entscheidenden Moment warten. Genau der kam kurz vor der Pause. Enciso nutzte einen der wenigen Vorstöße eiskalt zur Führung – und plötzlich wurde aus einem Pflichtsieg eine Zitterpartie.
Immerhin reagierte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel. Kai Havertz erzielte schnell den verdienten Ausgleich und viele glaubten, jetzt würde Deutschland das Spiel endgültig an sich reißen. Doch genau das passierte nicht. Statt den Gegner zu überrollen, spielte die DFB-Elf weiter ideenlos um den Strafraum herum. Zu langsam, zu berechenbar, zu wenig mutig.
Paraguay machte genau das, was Außenseiter bei einer WM tun müssen: kämpfen, leiden und hoffen. Und der Plan ging auf. Selbst als Jonathan Tah in der Verlängerung jubelte, nahm der VAR den vermeintlichen Siegtreffer wieder zurück. Es sollte einfach nicht sein.
Dann kam das Elfmeterschießen – und dort offenbarte Deutschland endgültig seine Schwäche. Drei verschossene Strafstöße sind auf diesem Niveau schlicht zu viel. Paraguay blieb nervenstark und durfte am Ende völlig verdient die größte Sensation dieser K.-o.-Runde feiern.
Für Deutschland ist das Ausscheiden mehr als nur eine Niederlage. Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass Ballbesitz allein keine Spiele gewinnt. Gegen tief stehende Gegner fehlten Ideen, Tempo und Kreativität. Wer Weltmeister werden will, muss Lösungen finden. Deutschland fand diesmal keine.
Paraguay hingegen schreibt Fußballgeschichte. Mit Leidenschaft, Disziplin und einem Torwart, der im Elfmeterschießen zum Nationalhelden wurde, zieht La Albirroja ins Achtelfinale ein. Manchmal gewinnt eben nicht die individuell bessere Mannschaft – sondern die, die den größeren Glauben an das Unmögliche hat.