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Wanises WM-Kommentar: Brasilien macht’s auf brasilianisch – und Japan zerbricht in letzter Sekunde

Wer behauptet, Fußball sei vorhersehbar, hat dieses Spiel nicht gesehen. Brasilien hat sich mit einem Herzschlagfinale ins Achtelfinale gezittert – oder besser gesagt: gezaubert. 2:1 gegen Japan, der Siegtreffer mit der letzten Aktion des Spiels. Dramatischer geht’s kaum.

Dabei sah es lange gar nicht nach einer brasilianischen Samba-Gala aus. Die Seleção hatte Ball und Kontrolle, biss sich aber an einer disziplinierten japanischen Defensive die Zähne aus. Und wie so oft im Fußball schlug der Außenseiter eiskalt zu: Einer der wenigen Vorstöße genügte, und plötzlich führte Japan. Der Traum vom ersten K.-o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft lebte.

Nach der Pause zeigte Brasilien dann sein anderes Gesicht. Mehr Tempo, mehr Risiko, mehr Druck. Casemiro belohnte die Angriffswelle mit dem verdienten Ausgleich. Danach schien nur noch eine Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Selbst die Trinkpause wirkte eher wie eine Rettungsinsel für die tapfer kämpfenden Japaner, die sich mit allem wehrten, was sie hatten.

Doch wenn Brasilien einmal ins Rollen kommt, reicht manchmal ein einziger Geistesblitz. Bruno Guimarães erkannte die Lücke, spielte den perfekten Pass, Gabriel Martinelli blieb vor dem bis dahin überragenden Suzuki eiskalt und schob den Ball flach ins Eck. Der Jubel? Grenzenlos. Die japanischen Gesichter? Pure Fassungslosigkeit.

Für Japan ist es eine besonders bittere Geschichte. Zum fünften Mal scheitert das Land in einer WM-K.-o.-Runde und wartet weiter auf den ersten Sieg. Diesmal fehlten buchstäblich nur Sekunden.

Brasilien dagegen lebt weiter – und wie! Noch ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Chancenverwertung und das Spiel gegen tief stehende Gegner bleiben Baustellen. Doch eines hat die Seleção erneut bewiesen: Diese Mannschaft glaubt bis zur letzten Sekunde an sich. Und genau diese Eigenschaft macht sie bei einer Weltmeisterschaft immer gefährlich.

Jetzt wartet im Achtelfinale entweder die Elfenbeinküste oder Norwegen. Wer Brasilien schlagen will, sollte sich merken: Gegen diese Mannschaft ist erst abgepfiffen, wenn wirklich abgepfiffen ist.

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