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Wanises Kommentar: Modrić kann’s einfach noch – Kroatien zeigt, warum Erfahrung bei einer WM Gold wert ist

Es gibt Fußballer, die werden älter. Und dann gibt es Luka Modrić.

Der kroatische Regisseur braucht längst keine Sprints über 60 Meter mehr, um ein Spiel zu entscheiden. Ihm reichen ein paar Ballkontakte, ein ruhender Ball und seine außergewöhnliche Spielintelligenz. Genau das bekamen Ghana und alle Zuschauer an diesem WM-Abend zu sehen.

Kroatien musste gewinnen – und tat genau das. Nicht mit einem Offensivfeuerwerk, sondern mit Geduld, Cleverness und einem Schuss Routine. Schon in der ersten Halbzeit deutete sich an, dass die Kroaten das Spiel kontrollierten. Der sehenswerte Distanzschuss von Petar Sučić zur Führung war der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die ruhig blieb und den Gegner laufen ließ.

Ghana dagegen wirkte lange wie ein Boxer, der zwar im Ring steht, aber den ersten Schlag einfach nicht landen will. Die Offensive fand kaum Lösungen gegen die gut organisierte kroatische Defensive. Immer wieder fehlte der entscheidende Pass, der letzte Laufweg oder schlicht der Mut, einmal konsequent den Abschluss zu suchen.

Nach der Pause änderte sich das Bild.

Plötzlich spielte Ghana mutiger. Die Zweikämpfe wurden intensiver, das Tempo höher und Kroatien musste erstmals richtig verteidigen. Als Derrick Luckassen nach einem Freistoß tatsächlich zum vermeintlichen Ausgleich traf, schien das Momentum endgültig auf die afrikanische Seite zu kippen.

Doch genau in solchen Momenten zeigt sich der Unterschied zwischen einer erfahrenen Turniermannschaft und einem Team, das noch auf den großen Durchbruch wartet.

Kroatien geriet nicht in Panik. Kein wildes Anrennen, keine hektischen Befreiungsschläge. Stattdessen übernahm Luka Modrić wieder das Kommando. Eine Ecke, präzise wie mit dem Lineal gezogen, fand Nikola Vlašić – und der köpfte eiskalt zum 2:1 ein.

So einfach kann Fußball manchmal sein.

Modrić beweist bei dieser Weltmeisterschaft einmal mehr, dass Klasse nicht verschwindet. Sie verändert sich lediglich. Wo früher Dribblings und Tempoläufe standen, entscheiden heute Übersicht, Timing und Führungsqualitäten. Der Weltfußball hat viele große Mittelfeldspieler gesehen – aber nur wenige prägen ein Turnier über so viele Jahre hinweg wie der kroatische Kapitän.

Für Ghana ist die Niederlage trotzdem kein Weltuntergang. Als Gruppendritter lebt der Traum vom Sechzehntelfinale weiter. Die Mannschaft hat Moral bewiesen und sich nach einer schwachen ersten Halbzeit eindrucksvoll zurückgekämpft. Sollte das Ticket für die K.-o.-Runde tatsächlich gelingen, wird dieses Spiel eher als Warnschuss denn als Rückschlag in Erinnerung bleiben.

Kroatien hingegen hat sich den zweiten Platz verdient. Die Mannschaft musste arbeiten, musste leiden und hatte genau im richtigen Moment die nötige Qualität. Ob es in der nächsten Runde gegen Kolumbien oder Portugal geht, entscheidet sich zwar erst später – leicht wird es in keinem Fall.

Doch eines steht schon jetzt fest: Solange Luka Modrić auf dem Platz steht, sollte niemand Kroatien unterschätzen. Manche Spieler gewinnen Spiele. Modrić gewinnt mit seiner Erfahrung ganze Turniere.

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